Stichwort: Italien

Langhe Nebbiolo 2013 Burlotto

Wo ist die Salami?

Einfach alles was in der Speisekammer an Wurst und Käse da ist auf den Tisch und sich daran ergötzen. Grossartiger Wein für jeden Tag.

Winzer/Weingut: Burlotto, Verduno, Piemont, Italien.

Lage/Herkunft: Von den besten Barolo-Lagen des Weinguts.

Burlotto Langhe Nebbiolo Flasche/Etikett: Viel Tradition und viel Bling-Bling dominiert das blütenweisse Etikett das die Flasche ziert. Trotzdem wirkt es relativ elegant. LANGHE NEBBIOLO steht gross und schwarz in der Mitte und rundherum befindet sich ein grafisches Gewitter. Der Jahrgang 2013 ist in einer Bordüre aus Blumen eingefasst, unten steht Comm. G.B. Burlotto sowie Verduno, um die Herkunft anzuzeigen. Links in einem Kreis sieht man ein paar Schilder mit unterschiedlichen Wappen drin und rechts, ebenfalls in einem Kreis das Anwesen von Burlotto. Links und rechts in die abfallenden Blumenstränge sind jeweils drei goldene Medaillen eingefügt. Ganz oben noch Casa Fondata del 1850, das Gründungsdatum des Betriebes. Rückenetikett gibt es keines, weil alles was wesentlich und nötig ist bereits vorne drauf steht. Die schwarze Halsmanschette mit der DOC-Banderole komplettiert die üppige Weinbeklebung. Bevor der Langhe Nebbiolo aber ins blank polierte Burgunderglas kommt, darf er sich für eine Stunde im Dekanter mit sich selbst vergnügen.

Im Glas: Helles rubinrot zieht im grossen Becher sein Kreise.

28. Juli 2015 | 0 Kommentare ...alles

Sori Paolin 2010 Barbaresco

Ran an den Speck und die Salami.

Ein junger Barbaresco der schon jetzt enormen Trinkspass macht. Saftig, rund und weich läuft dieser Wein zum Essen wie von allein die Kehle runter.

Winzer/Weingut: Cascina Luisin, Barbaresco, Piemont, Italien.

Lage/Herkunft: Von lehmig kalkigen Böden von einer der neun historischen Einzellagen des Barbaresco.

Barbaresco Flasche/Etikett: Irgendwie unverkennbar italienisch präsentiert sich das Etikett auf dieser Flasche. Ganz oben elegant und geschwungen Sori Paolin und unterhalb in Grossbuchstaben BARBARESCO mit dem Jahrgang 2010 darunter. In der Mitte liest man gross in geschwungener Handschrift-Typo Cascina Luisin. Den unteren Teil des vanillegelben Etiketts nimmt eine Stichzeichnung ein die ein Dorf auf sanften Hügeln zeigt. Ganz fein in grau. Am Hals der Flasche ist wie bei allen Weinen von Cascina Luisin ALBEISA geprägt, was die spezielle Form angeht, welche aus dem 18. Jahrhundert stammt und Bezug auf die Gegend Alba nimmt. Nur Weine von den Langhe- und Roero-Hügeln mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung dürfen in diese Flaschen abgefüllt werden. Eingefasst ist diese von einer edel wirkenden, leuchtend blauen Halsmanschette. Das grosse Glas steht bereit, doch bevor der Sori Paolin da rein darf, wird er für eine Stunde in der Karaffe in Ruhe gelassen.

Im Glas: Klar wie ein Gebirgsbach dreht der Sori Paolin in kirschrot mit leichten Reflexen in orange seine Runden im Glas.

27. April 2015 | 0 Kommentare ...alles

Bellavista ‘Gran Cuvée Pas Operé’ 2006

Spumante von Gottes Gnaden.

Völlig ungeeignet für das Bussi-Bussi-Sprudel-Frühstück. Ausser man schert sich nicht um Konventionen und ordert eine Bottle zum Filetsteak. Oder zwei.

Winzer/Weingut: Vittorio Moretti, Bellavista, Erbusco/Brescia, Italien.

Lage/Herkunft: Von den besten Partien der Lagen in der Franciacorta, zwischen dem Lago d’Iseo und der Ebene rund um Brescia.

Franciacorta Gran Cuvee Pas Opere Flasche/Etikett: Einem grossen dunkelbraunen Kegel gleicht die imposante Flasche, auf welcher ganz unten ein breites, in Form einer Ellipse gehaltenes, schlammgrünes Etikett klebt. Ein dünner goldener Rahmen umschliesst die Form. Oben steht in elegant geschwungener goldener Schrift Gran Cuvée Pas Operé und unterhalb in einer Outline-Typo in Grossbuchstaben BELLAVISTA. Darunter Franciacorta und der Jahrgang, in diesem Fall 2006. Jahrgangs-Sprudel also. Fertig ist das edle Teil. An der Schulter des langen schmalen Flaschenhalses ist ein B geprägt. Eingefasst ist dieser selbst von einer eleganten schlammgrünen Manschette mit einem hochgeprägten Golddruck des Namens Bellavista, inklusive der DOCG Versiegelung. Qualität wird gezeigt. Am Rückenetikett nicht mehr als noch einmal der Name des Edelsprudels, der Hinweis EXTRA BRUT und das Datum wann die Degorgierung stattgefunden hat. In diesem Fall im Jahr 2011. Und jetzt wird der Blubber von seinem Stoppel befreit und in den Kelch verfrachtet.

Im Glas: In strahlendem goldgelb blubbert der Pas Operé mit einem zarten grünlichen Schimmer vor sich hin.

22. Februar 2015 | 0 Kommentare ...alles

Amarone ‘Vigneti di Ravazzol’ 2009

Bittersaftigherbsüsstrocken.

Ein Verführer. Wer nicht aufpasst geht in einem Strudel purer Kraft verloren. Grandioser Wein für Leute die das Leben in vollen Zügen kosten wollen.

Winzer/Weingut: Cà La Bionda, Valgatara di Marano, Veneto, Italien.

Lage/Herkunft: Von der Lage Ravazzol aus 300 m Höhe von 50 bis 70 Jahre alten Corvinone- und Oseleta-Reben.

Amarone Flasche/Etikett: Klassisch elegant wirkt das Stück Papier das auf der Burgunderflasche klebt. Vanillegelb der Untergrund, oben RAVAZZOL AMARONE in Grossbuchstaben, schwarz und fett. Rundherum in hellem grau Vigneti sowie della Valpolicella und natürlich CLASSICO noch unterhalb. CA’ LA BIONDA steht in roten Kapitalen im unteren Teil und ein grosses rotes B zeigt das Logo. Ganz oben steht der Jahrgang und fertig ist die Frontbeklebung. Unaufgeregtes Design, einfach, ohne Schnickschnack, fein. Am Etikett auf der Rückseite steht in italienisch und englisch einiges über den Wein, seine Herkunft und die Herstellung. Man liest, dass der Wein unfiltiert und ungeschönt ist. Leider nur für Adleraugen geeignet weil die Schrift so klein ist, dass man eine Lupe braucht um alles zu entziffern. Da es ausdrücklich empfohlen wird den Ravazzol Amarone zu dekantieren, wird dem natürlich Folge geleistet und der Wein in die grosse Karaffe umgefüllt. Eine halbe Stunde darf er dort Luft aufnehmen bevor er dann ins Glas kommt.

Im Glas: Dunkles karminrot steht im Glas. An der Glaswand fliesst ein dicker Film ab.

25. Januar 2015 | 0 Kommentare ...alles

Roero Arneis Ave DOCG 2012

Bitter ist sexy.

Wer südfranzösische Weissweine mag, der wird die Blütenaromatik, die Würze und die Trockenheit des ‘Piemonter’ Tropfens ebenfalls zu schätzen wissen.

Winzer/Weingut: Cascina Luisin, Barbaresco, Piemont, Italien.

Lage/Herkunft: Von Weingärten mit Kalkmergelböden in der Region Roero.

Roero Flasche/Etikett: Auf der leicht modifizierten Burgunderflasche klebt ein elegantes, crémefarbiges Etikett. Eingerahmt von einem zarten dunkelgrünen Rahmen steht im oberen Teil Cascina Luisin in einer geschwungenen Schrift, ebenfalls in dunkelgrün mit Metalliceffekt. ROERO ARNEIS in Kapitalen unterhalb und ebenso die Herkunft wie der Jahrgang 2012. Im unteren Teil der Name Ave, wieder in geschwungener Typo. Rechts aussen am Etikett in gelb ganz gross die Initialen CL geschwungen eingedruckt. Ein sehr stimmiges wie auch ruhiges und elegantes Etikett, das farblich sehr schön mit der grünen Flasche harmoniert. Am Hals der Flasche ist ALBEISA geprägt, was die spezielle Form angeht, welche aus dem 18. Jahrhundert stammt und Bezug auf die Gegend Alba nimmt. Nur Weine von den Langhe- und Roero-Hügeln mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung dürfen in diese Flaschen abgefüllt werden. Rückenetikett gibt es keines, dafür eine schöne knallgelbe Halsmanschette und dem DOCG-Nachweis darauf. Ohne weiteres Zuwarten wird der Ave geöffnet und ins Glas verfrachtet.

Im Glas: In kräftigem goldgelb steht der Ave im Glas.

19. November 2014 | 0 Kommentare ...alles

‘Ravazzol’ 2009 Valpolicella Classico Superiore

Ein Fall für den Jungbauern-Kalender.

Jung, spritzig, knackig und lebendig. Nichts dickes oder weichgespültes, sondern urig-nackter Trinkspass. Pur und unverfälscht.

Winzer/Weingut: Cá La Bionda, Valgatara di Marano, Veneto, Italien.

Lage/Herkunft: Von 30 bis 50 Jahre alten Corvina-Reben auf steilen kargen Kalk- und Lössterrassen.

Valpolicella Ca la Bionda Flasche/Etikett: Ein relativ klassisch wie auch elegant wirkendes Etikett klebt auf der Bordeauxflasche des berühmten Valpolicellas. Crémefarbig ist der Untergrund, ganz oben steht in Kapitalen CÁ LA BIONDA, unterhalb der Jahrgang und in der Mitte weist Vigneti di Ravazzol, Valpolicella Classico Superiore auf die Herkunft des Inhalts hin. Unterhalb ein grosser scharlachroter Buchstabe B. Nicht der ‘bekannte’ aus dem Mittelalter, sondern jener welcher für BIONDA steht. Das ganze Etikett ist von einem grauen Rand eingefasst. Insgesamt ein einfaches Stück Papier das kein grosses Aufsehen um sich macht. Eine rote Halsmanschette komplettiert das elegante Erscheinungsbild. Am kleinen Rückenetikett erfährt der Weinfreund in englisch und italienisch einiges über den Weinberg auf dem der Wein wächst, die Gegend und die Herstellung. Sehr informativ für alle, die gern ein wenig mehr erfahren wollen bevor sie die Flasche öffnen. Für eine halbe Stunde darf der Ravazzol ein wenig Wiener Frischluft schnuppern bevor er zur Verkostung in die polierten Gläser kommt.

Im Glas: Relativ transparent steht der Ravazzol in hellem Rubinrot im Glas. Fast geht er sogar ein wenig ins Bräunliche zum Rand hin.

25. April 2014 | 0 Kommentare ...alles

Dolce Sinfonia ‘Occhio di Pernice’ 2003

Heilig, süss und sündhaft.

Nie war es vergnüglicher die Beichte abzulegen und gleichzeitig zum süssen Glauben zu konvertieren. Giuseppe Verdi sei Dank.

Winzer/Weingut: Bindella, Montepulciano, Toskana, Italien.

Lage/Herkunft: Aus Tre Berte, in der Nähe von Montepulciano (Region Siena) in der Toskana, Italien.

Flasche/Etikett: Richtig niedlich steht sie nun da, die kleine 375er-Flasche. Mit blauem ‘Kopfschmuck´ und einem schmalen Etikett auf welchem ebenso blaue Notenzeilen aufgedruckt sind. Unschwer zu erraten, dass es sich dabei um eine Sequenz von Giuseppe Verdi handeln muss. Dazwischen steht natürlich auch noch drauf was drin ist. In edlem gold und mit geschwungener Schrift liest man Dolce Sinfonia (süsse Symphonie) und Occhio di Pernice (Auge des Rebhuhns). Diesen Beinamen hat der Wein, weil er farblich an das Auge eines Rebhuhns erinnert. Wir sind – ganz Orchesterlike – bereit den Dirgitenstab zu schwingen und nehmen anstelle dessen einen Korkenzieher um die Symphonie erklingen zu lassen.

Im Glas: Und dann ist es soweit. Der Dolce Sinfonia kommt ins Glas und das erste was auffällt ist seine bernsteinfarbige Erscheinung, äusserst intensiv und dunkel mit einem Schleier von Rot. Das sieht nicht wie Wein aus, vielmehr wie Sherry oder Portwein. Dick und fett schmiert der Film am Glas ab und zieht eine ölige Spur hinter sich her.

19. Juni 2012 | 0 Kommentare ...alles