Stichwort: Italien

Amarone ‘Vigneti di Ravazzol’ 2009

Bittersaftigherbsüsstrocken.

Ein Verführer. Wer nicht aufpasst geht in einem Strudel purer Kraft verloren. Grandioser Wein für Leute die das Leben in vollen Zügen kosten wollen.

Winzer/Weingut: Cà La Bionda, Valgatara di Marano, Veneto, Italien.

Lage/Herkunft: Von der Lage Ravazzol aus 300 m Höhe von 50 bis 70 Jahre alten Corvinone- und Oseleta-Reben.

Amarone Flasche/Etikett: Klassisch elegant wirkt das Stück Papier das auf der Burgunderflasche klebt. Vanillegelb der Untergrund, oben RAVAZZOL AMARONE in Grossbuchstaben, schwarz und fett. Rundherum in hellem grau Vigneti sowie della Valpolicella und natürlich CLASSICO noch unterhalb. CA’ LA BIONDA steht in roten Kapitalen im unteren Teil und ein grosses rotes B zeigt das Logo. Ganz oben steht der Jahrgang und fertig ist die Frontbeklebung. Unaufgeregtes Design, einfach, ohne Schnickschnack, fein. Am Etikett auf der Rückseite steht in italienisch und englisch einiges über den Wein, seine Herkunft und die Herstellung. Man liest, dass der Wein unfiltiert und ungeschönt ist. Leider nur für Adleraugen geeignet weil die Schrift so klein ist, dass man eine Lupe braucht um alles zu entziffern. Da es ausdrücklich empfohlen wird den Ravazzol Amarone zu dekantieren, wird dem natürlich Folge geleistet und der Wein in die grosse Karaffe umgefüllt. Eine halbe Stunde darf er dort Luft aufnehmen bevor er dann ins Glas kommt.

Im Glas: Dunkles karminrot steht im Glas. An der Glaswand fliesst ein dicker Film ab.

25. Januar 2015 | 0 Kommentare ...alles

Roero Arneis Ave DOCG 2012

Bitter ist sexy.

Wer südfranzösische Weissweine mag, der wird die Blütenaromatik, die Würze und die Trockenheit des ‘Piemonter’ Tropfens ebenfalls zu schätzen wissen.

Winzer/Weingut: Cascina Luisin, Barbaresco, Piemont, Italien.

Lage/Herkunft: Von Weingärten mit Kalkmergelböden in der Region Roero.

Roero Flasche/Etikett: Auf der leicht modifizierten Burgunderflasche klebt ein elegantes, crémefarbiges Etikett. Eingerahmt von einem zarten dunkelgrünen Rahmen steht im oberen Teil Cascina Luisin in einer geschwungenen Schrift, ebenfalls in dunkelgrün mit Metalliceffekt. ROERO ARNEIS in Kapitalen unterhalb und ebenso die Herkunft wie der Jahrgang 2012. Im unteren Teil der Name Ave, wieder in geschwungener Typo. Rechts aussen am Etikett in gelb ganz gross die Initialen CL geschwungen eingedruckt. Ein sehr stimmiges wie auch ruhiges und elegantes Etikett, das farblich sehr schön mit der grünen Flasche harmoniert. Am Hals der Flasche ist ALBEISA geprägt, was die spezielle Form angeht, welche aus dem 18. Jahrhundert stammt und Bezug auf die Gegend Alba nimmt. Nur Weine von den Langhe- und Roero-Hügeln mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung dürfen in diese Flaschen abgefüllt werden. Rückenetikett gibt es keines, dafür eine schöne knallgelbe Halsmanschette und dem DOCG-Nachweis darauf. Ohne weiteres Zuwarten wird der Ave geöffnet und ins Glas verfrachtet.

Im Glas: In kräftigem goldgelb steht der Ave im Glas.

19. November 2014 | 0 Kommentare ...alles

‘Ravazzol’ 2009 Valpolicella Classico Superiore

Ein Fall für den Jungbauern-Kalender.

Jung, spritzig, knackig und lebendig. Nichts dickes oder weichgespültes, sondern urig-nackter Trinkspass. Pur und unverfälscht.

Winzer/Weingut: Cá La Bionda, Valgatara di Marano, Veneto, Italien.

Lage/Herkunft: Von 30 bis 50 Jahre alten Corvina-Reben auf steilen kargen Kalk- und Lössterrassen.

Valpolicella Ca la Bionda Flasche/Etikett: Ein relativ klassisch wie auch elegant wirkendes Etikett klebt auf der Bordeauxflasche des berühmten Valpolicellas. Crémefarbig ist der Untergrund, ganz oben steht in Kapitalen CÁ LA BIONDA, unterhalb der Jahrgang und in der Mitte weist Vigneti di Ravazzol, Valpolicella Classico Superiore auf die Herkunft des Inhalts hin. Unterhalb ein grosser scharlachroter Buchstabe B. Nicht der ‘bekannte’ aus dem Mittelalter, sondern jener welcher für BIONDA steht. Das ganze Etikett ist von einem grauen Rand eingefasst. Insgesamt ein einfaches Stück Papier das kein grosses Aufsehen um sich macht. Eine rote Halsmanschette komplettiert das elegante Erscheinungsbild. Am kleinen Rückenetikett erfährt der Weinfreund in englisch und italienisch einiges über den Weinberg auf dem der Wein wächst, die Gegend und die Herstellung. Sehr informativ für alle, die gern ein wenig mehr erfahren wollen bevor sie die Flasche öffnen. Für eine halbe Stunde darf der Ravazzol ein wenig Wiener Frischluft schnuppern bevor er zur Verkostung in die polierten Gläser kommt.

Im Glas: Relativ transparent steht der Ravazzol in hellem Rubinrot im Glas. Fast geht er sogar ein wenig ins Bräunliche zum Rand hin.

25. April 2014 | 0 Kommentare ...alles

Dolce Sinfonia ‘Occhio di Pernice’ 2003

Heilig, süss und sündhaft.

Nie war es vergnüglicher die Beichte abzulegen und gleichzeitig zum süssen Glauben zu konvertieren. Giuseppe Verdi sei Dank.

Winzer/Weingut: Bindella, Montepulciano, Toskana, Italien.

Lage/Herkunft: Aus Tre Berte, in der Nähe von Montepulciano (Region Siena) in der Toskana, Italien.

Flasche/Etikett: Richtig niedlich steht sie nun da, die kleine 375er-Flasche. Mit blauem ‘Kopfschmuck´ und einem schmalen Etikett auf welchem ebenso blaue Notenzeilen aufgedruckt sind. Unschwer zu erraten, dass es sich dabei um eine Sequenz von Giuseppe Verdi handeln muss. Dazwischen steht natürlich auch noch drauf was drin ist. In edlem gold und mit geschwungener Schrift liest man Dolce Sinfonia (süsse Symphonie) und Occhio di Pernice (Auge des Rebhuhns). Diesen Beinamen hat der Wein, weil er farblich an das Auge eines Rebhuhns erinnert. Wir sind – ganz Orchesterlike – bereit den Dirgitenstab zu schwingen und nehmen anstelle dessen einen Korkenzieher um die Symphonie erklingen zu lassen.

Im Glas: Und dann ist es soweit. Der Dolce Sinfonia kommt ins Glas und das erste was auffällt ist seine bernsteinfarbige Erscheinung, äusserst intensiv und dunkel mit einem Schleier von Rot. Das sieht nicht wie Wein aus, vielmehr wie Sherry oder Portwein. Dick und fett schmiert der Film am Glas ab und zieht eine ölige Spur hinter sich her.

19. Juni 2012 | 0 Kommentare ...alles

Merlot ‘Antenata’ 2007

Mit voller Wucht.

Kraftvoll, intensiv und wuchtig zeigt sich ein Wein, der für grössere Aufgaben bestimmt ist. Ein Edeltropfen der die Kreativität beflügelt.

Winzer/Weingut: Bindella, Montepulciano, Toskana, Italien.

Lage/Herkunft: Aus Tre Berte, in der Nähe von Montepulciano (Region Siena) in der Toskana, Italien.

Flasche/Etikett: Auch mit diesem Etikett weicht man bei Bindella keinen Millimeter vom gnadenlos minimalistischen Corporate Design ab und beschränkt sich auf weissem Hintergrund nur auf das Wesentlichste. Antenata in grossen Lettern in der Mitte, oberhalb Bindella und unten wie üblich der Slogan ‘terra vite vita’. Der Rest über den Antenata auf dem in gold gehaltenen Rückenetikett. Mit dem ‘Warnhinweis’, dass 15% in dieser Pulle schlummern. Wer dennoch übertreiben will ist selber schuld.

Bevor wir die Kraft der ‘Ahnin’ aber erleben wollen, darf sich diese erst einmal für eine halbe Stunde im Dekanter ‘orientieren’. Nicht dass die Ankunft in der Neuzeit sie vielleicht all zu sehr schockieren könnte. Langsam atmen darf sie eine Weile und dann kommt sie erwartungsvoll ins Glas.

Im Glas: Darin präsentiert sich Antenata in einem kräftigen, glänzenden rubinrot. An der Glaswand laufen nur langsam die Schlieren ab, was einen gehaltvollen Charakter in Anbetracht der 15% unübersehbar ankündigt und somit nicht wirklich verwundert.

15. Mai 2012 | 0 Kommentare ...alles

Bindella ‘I Quadri’ 2008

Kräftig-saftiger Suchtstoff.

Sangiovese mit Saft UND Kraft und höchstem Suchtpotential. Ein Vino Nobile zum Niederknien.

Winzer/Weingut: Bindella, Montepulciano, Toskana, Italien.

Lage/Herkunft: Aus Tre Berte, in der Nähe von Montepulciano (Region Siena) in der Toskana, Italien.

Flasche/Etikett: Konsequent folgt man auch mit diesem Etikett dem minimalistischen Corporate Design im Haus Bindella. Was kommuniziert wird ist der Name in grossen Lettern, der Rest beschränkt sich aufs Wesentlichste. Keine Farben, keine Schnörkel, einfach schwarz auf weiss. Reduktiton als Hingucker. Alles andere steht wie üblich auf dem bunten Rückenetikett, welches beim I Quadri in metallisch glänzendem kupferorange gehalten ist. Auf diesem steht dann alles über Herkunft, Alkoholgehalt und alles was man wissen soll und muss, inklusive Signatur vom Herrn des Hauses, Rudi Bindella, selbst.

Auch den I Quadri lassen wir zum Atmen erst einmal für eine halbe Sunde in der Karaffe stehen und beobachten wie sich der Wein präsentiert und mit der Zeit entwickelt. Wie immer spannend, wie immer eine Geduldsprobe und wie immer, am Ende jede Minute des Wartens wert. Danach kommt der Sangiovese in das Glas.

23. April 2012 | 0 Kommentare ...alles

Riserva DOCG 2007 Vino Nobile di Montepulciano

Saft und Kraft in mineralischer Verpackung.

Eine Riserva die mit Saft und Kraft und einer ordentlichen Packung Mineralität den Gaumen trifft. Sangiovese für Fortgeschrittene.

Winzer/Weingut: Bindella, Montepulciano, Toskana, Italien.

Lage/Herkunft: Aus Tre Berte in der Nähe von Montepulciano (Region Siena) in der Toskana, Italien.

Flasche/Etikett: Auch wenn es sich bei diesem ‘Bindella’ um eine Riserva handelt, wird das nicht pompös am Etikett kommuniziert. Man hält es wie mit allen anderen ‘Beklebungen’, weniger ist mehr und viel weniger und minimalistischer als Bindella kann Etikettendesign nicht mehr sein. Nur dass grade noch Riserva drauftsteht. Konsequentes Corporate Design, welches sich nur durch das bunte Rückenetikett von den anderen Bindella-Weinen unterscheidet. Konzept zählt und das worum es geht ist sowieso in der Flasche.

Bevor die Riserva ins Glas kommt darf sie eine halbe Stunde im Dekanter atmen und sich mit der sauerstofflichen Umgebung anfreunden. In Erinnerung an die beiden ersten Weine aus dem Haus Bindella, dem Fossolupaio und dem ‘einfachen’ Bindella 2008, ist die Vorfreude entsprechend gross und im Mund macht sich bereits leichter Speichelfluss bemerkbar.

Im Glas: Wie schon beim Bindella 2008 leuchtet auch die Riserva in einem strahlenden granatrot aus dem Glas. Dunkel im Kern, rubinrot an den Rändern und trotzdem durchaus transparent in der Erscheinung. Ein sehr schönes Farbenspiel, das kräftige Spuren an der Glaswand hinterlässt.

22. April 2012 | 0 Kommentare ...alles