Stichwort: Sangiovese

TIN Rosso IGT Anfora 2013

Wie blanker, kühler Sichtbeton

Ein pikantes Gaumenspiel mit rieselnden und raschelnden Tanninen, die wie die Rassel einer Klapperschlange scheppern.

Winzer/Weingut: Montesecondo, San Casciano, Firenze, Italien.

Lage/Herkunft: Von Rebstöcken, die dicht gepflanzt auf Kalkmergelböden in traditioneller Alberello-Erziehung als Einzelstock gesetzt sind.

Tin Allgemeines: Heute wird der Frosch geküsst. Der ziert nämlich das Etikett des Sangioveses der hier unter dem Motto Italien mutig anders am Tisch der Wahrheit steht. Sogar eine goldene Krone hat er auf um gleich vorweg zu zeigen, dass es sich wohl um einen Prinzen handelt. TIN heisst der Wein von Montesecondo aus San Casciano, Firenze in der Toskana. Jahrgang 2013. Sechs Monate hat Silvio Messana seinen TIN in 420 Liter großen Tonamphoren, die er sich von Elisabetta Foradori ausgeliehen hat, auf Stiel und Stengel mazerieren lassen. Ein spannendes Projekt, das einen Sangiovese “neuer Art” hervorbringen sollte. Die Rebstöcke Silvio Messanas stehen dicht gepflanzt auf Kalkmergelböden in traditioneller Alberello-Erziehung (Gobelet-System), als Einzelstock gesetzt. Dadurch erreicht er bei gleicher physiologischer Reife niedrigere Oechslegrade und eine frischere und kühlere Aromatik. Wie anders, wie frisch und wie traditionell sein TIN 2013 jedoch tatsächlich ist, das wird jetzt hier ausführlich untersucht. Eine Stunde Karaffe hat der Tropfen hinter sich und sollte nun bereit für seinen Auftritt sein.

12. Mai 2016 | 0 Kommentare ...alles

Rosso di Montalcino Sorgente 2010

Montalcino komplett abgeschminkt

Ein Wein der aneckt, reizt und provoziert. Zwingt einen die Wanderschuhe anzuziehen und die Komfortzone zu verlassen.

Winzer/Weingut: Podere Salicutti, Montalcino, Toskana, Italien.

Lage/Herkunft: Von der Lage Sorgente mit kalkigen Böden.

Rosso di Montalcino Flasche/Etikett: Über die fast gesamte Höhe der Flasche erstreckt sich das vanillegelbe Etikett. Der obere Teil ist mit einer Abbildung die an ein Amphitheater bzw. eine Arena erinnert bedruckt. Unterhalb innnerhalb eines hochgeprägten Rahmens in rot 2010 Rosso di Montalcino platziert. Im unteren Teil des Rahmens Sorgente in geschwungener Schreibschrift, der untere Rand durchtrennt von salicutti in gold. Das Rückenetikett verrät nicht viel über den Inhalt, ausser das was man von vorn schon weiss. Dass 100% Sangiovese drin sind hat man zu wissen. Einzig der Hinweis Vino biologico und das europäische Biosiegel weisen darauf hin was in der Flasche ist. Die rote Halsmanschette ist mit der DOC-Banderole umschlossen. Ganz unten hüpfen einem dann potente 14,5 PS ins Auge und ich bin mehr als nur gespannt wie die sich wohl bemerkbar machen. Bevor mich der Sorgente aber mit voller Wucht trifft, darf er sich für eine Stunde in der Karaffe austoben.

Im Glas: In hellem rubinrot funkelt der Sorgente mit leicht ziegeligen Reflexen im Glas.

27. September 2015 | 0 Kommentare ...alles

Chianti Classico 2012 DOCG Riecine

Befeuert von der Sauerkirsche

Nebelig, feucht und leicht morbide. Kein gewöhnlicher, banaler Chianti. Vielmehr ein ist Individualist mit Charakter und Persönlichkeit.

Winzer/Weingut: Riecine, Gaiole, Chianti, Italien.

Lage/Herkunft: Von Kalkmergelböden des Weinguts in Gaiole in Chianti.

Riecine Chianti Flasche/Etikett: Ein turmhohes weisses Etikett das fast die gesamte Höhe der Flasche einnimmt ziert das dunkle Gebinde. Zu oberst das Logo von Riecine, drei Bäume in weinrot und unterhalb in Grossbuchstaben der Name. Die Mitte nimmt ein Text ein auf dem ein wenig über den Gründer des Weinguts sowie dessen Anspruch und Bedeutung in Chianti erklärt. Im Hintergrund ganz zart das Weingut aufgedruckt. Unterhalb der Jahrgang mittig angebracht und ganz am unteren Rand Chianti Classico in geschwungener Schreibschrift. Ein sehr klassisch wirkendes Design, nichts Verspieltes, klar und elegant. Auf der weinroten Halsmanschette das offizielle Siegel, als Nachweis dafür, dass es sich um einen Chianti Classico DOCG handelt. Am kleinen weissen Rückenetikett dann noch ein paar allgemeine Informationen. Weil ich vom Jahrgang 2011 bereits weiss, dass dieser Wein doch reichlich Luft benötigt um so richtig aufzumachen, kommt auch der 2012 für zwei Stunden in die Karaffe bevor er angetrunken wird.

Im Glas: Relativ helles rubinrot funkelt aus dem Glas, ist klar und zeigt feine ziegelrote Reflexe.

26. September 2015 | 0 Kommentare ...alles

Luitmar 2010 Philipp Kuhn

Was für’n geiles Zeug!

Die wohl schrägste deutsche Rotwein-Cuvée die man im Glas haben kann. Um dann zu bemerken, dass das Ding ganz einfach der totale Brüller ist.

Winzer/Weingut: Philipp Kuhn, Laumersheim, Pfalz, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von Weingärten mit Löss- und Sandböden rund um Laumersheim.

Luitmar 2010 Flasche/Etikett: Eine recht düstere Erscheinung ist die dunkelbraune Schlegelflasche mit ihrem pechschwarzen Etikett. Dunkel wie die Nacht ist es, in gold steht ganz oben PHILIPP KUHN in Kapitalen und in der Mitte ebenso ganz gross LUITMAR über einer dunkelgrauen Illustration die einen Kreis mit, so sieht es aus, einzeln aufgesetzten Kronen darstellt. Die tatsächliche Bedeutung bzw. Definition konnte ich leider nicht eruieren. Unterhalb noch der Jahrgang und PFALZ, auch in gold und fertig. Das Rückenetikett ist ebenfalls pechschwarz und wieder gold bedruckt. Gerade das Nötigste und unbedingt vorgeschriebene steht oben. Immerhin liest man, dass der Wein im Barrique gereift ist. 14 PS weisen darauf hin, dass es sich vielleicht nicht gerade um einen sommerlichen Zechwein handeln könnte. Eine schwarze Halsmanschette mit dem goldenen Logo des VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) rundet die mystische Erscheinung ab. Eine halbe Stunde kommt der Luitmar noch in den Dekanter, um sich etwas mit seiner neuen Umgebung anzufreunden.

Im Glas: In kräftigem dunkelkirschrot dreht der Luitmar seine Runden im Glas.

30. Juni 2015 | 0 Kommentare ...alles

Mouth Bomb 2011

Stoff der gesoffen werden will.

Ein Zechwein der nichts als weggesoffen werden will. Selbst wenn man am Ende dabei in die Luft geht.

Winzer/Weingut: Zio Porco Wines di Marco Giovanni Zanetti, San Michele di Bassano del Grappa (VI), Italien.

Lage/Herkunft: Aus einem 2,5 ha großen Weinberg, welcher im Jahr 2000 als Versuchsanbau angelegt wurde.

Mouth Bomb Flasche/Etikett: Nachdem es sich bei diesem Wein um keine weitere vierbeinige Erscheinung aus dem Zanetti’schen Wildschweingehege handelt, trampelt auch kein Eber wie gewohnt von rechts nach links durchs Bild. Dafür springt einem auf diesem Etikett ganz unverblümt in dicken, fetten, überdimensionalen Lettern schon als Warnung der Name MOUTH BOMB ins Gesicht. Damit man aber diese Drohung auf keinen Fall unterschätzen oder gar missverstehen könnte, symbolisiert eine rote Fliegerbombe die tatsächliche Gefahr die vom Inhalt dieser Flasche ausgeht. Oben drüber steht noch WINEPUNK, damit man weiss von wem das Teil gebastelt und scharf gemacht wurde. In Handschrift ist auf die Bombe 2011, das Abwurfdatum eingedruckt. Auf der linken Seite des im Vintage-Style gehaltenen Etiketts noch Rough & Smoky, 100% with Passion, Turn & Burn verewigt. Auf ein Rückenetikett hat man generös verzichtet. Braucht man nicht. Wozu auch, wird das Teil doch sowieso in Kürze in die Luft gesprengt.

Im Glas: In funkelndem Rubinrot steht die ‘Bombe’ ausgesprochen klar im Glas.

26. November 2014 | 1 Kommentar ...alles

Palistorti di Valgiano 2009

Bäuerliche Naturgewalt.

Wild, eckig, stur und störrisch wie eine bäuerliche Naturgewalt. Da tanzt der Knecht in seinen Stiefeln und nicht die nette kleine Ballerina.

Winzer/Weingut: Tenuta di Valgiano, Lucca, Toskana, Italien.

Lage/Herkunft: Von Weingärten mit steinigen Kalkmergelböden auf rund 250 m Seehöhe.

Palistorti di Aalgiano Flasche/Etikett: Das Etikett, bzw. die beiden Etiketten auf der Flasche, lösen optische Irritation aus. Ist das obere, grosse Stück in vanillegelb noch absolut minimalistisch gestaltet – es steht nur der Name des Weines PALISTORTI DI VALGIANO und der Jahrgang 2009 drauf – so ist das untere, schwarze Stück Papier bedruckt wie die letzte Seite einer Gebrauchsanweisung. In ttürkis, einer recht unüblichen Farbe auf Weinetiketten, ist alles angeführt was gesetzlich vorgeschrieben ist und genauso sieht es dann auch aus. Einerseits als Design nicht wirklich zum Kauf verleitend (Leute die nach Etikett kaufen gibt es immer), andererseits ist es gerade dieses Nicht-Design, dieses eher technisch anmutende Erscheinungsbild, das einen neugierig macht. Auf ein Rückenetikett wird komplett verzichtet und so sollte man sich einfach überraschen lassen was aus dieser Flasche kommt. Bevor das allerdings passiert darf sich der ‘Toskaner’ für eine Stunde mit sich selbst in der Karaffe vergnügen.

Im Glas: Leuchtend rot wie ein Rubin steht der Palistorti rosso im Glas. Sehr klar und alles andere als blickdicht.

29. August 2014 | 0 Kommentare ...alles

‘Riecine’ Chianti Classico 2011 DOCG

Charakterkopf mit Suchtpotential.

Kein Chianti den man einfach so ‘verputzt’. Er ein ist Individualist, komplex, hat Persönlichkeit und jede Menge Charakter, den er eindrucksvoll präsentiert.

Winzer/Weingut: Riecine, Gaiole, Chianti, Italien.

Lage/Herkunft: Von Kalkmergelböden des Weinguts in Gaiole in Chianti.

Riecine Chianti Flasche/Etikett: Ein turmhohes weisses Etikett das fast die gesamte Höhe der Flasche einnimmt ziert das dunkle Gebinde. Zu oberst das Logo von Riecine, drei Bäume in weinrot und unterhalb in Grossbuchstaben der Name. Die Mitte nimmt ein Text ein auf dem ein wenig über den Gründer des Weinguts sowie dessen Anspruch und Bedeutung in Chianti erklärt. Im Hintergrund ganz zart das Weingut aufgedruckt. Unterhalb der Jahrgang mittig eingedruckt und ganz am unteren Rand Chianti Classico in geschwungener Schreibschrift. Ein sehr klassisch wirkendes Design, nichts Verspieltes, klar und elegant. Auf der weinroten Halsmanschette das offizielle Siegel angebracht als Nachweis dafür, dass es sich um einen Chianti Classico DOCG handelt. Am kleinen weissen Rückenetikett dann noch ein paar allgemeine Informationen. Und weil der Tropfen noch ein Jungspund ist darf er sich für eine halbe Stunde seine Aussenwelt aus dem Inneren der grossen Weinkaraffe ansehen.

Im Glas: Beeindruckend transparent dreht der Riecine in leuchtendem Granatrot seine Kreise im Glas.

27. April 2014 | 0 Kommentare ...alles