Stichwort: Sangiovese

Rosato 2012

Cremig-herb & konzentriert.

Rosé für jene Tage, an denen der Sommer nicht so recht weiss ob er gerade aus dem Frühling kommt oder bereits auf seinem Weg in den Herbst ist.

Winzer/Weingut: Castello di Ama, Gaiole/Chianti, Siena, Italien.

Lage/Herkunft: Mittels Saignée, aus dem Vorlauf des Chianti Classico gewonnen. Von steinigen Kalkstein-Lehmböden.

Rosato 2012 Flasche/Etikett: Auch der Rosato ist in der schlanken Bordeauxflasche abgefüllt. Von der es übrigens 41.000 mit dem rosaroten Inhalt gibt. Auch diese Flasche ziert das turmhohe crémefarbige Etikett mit dem in einer Rüstung auf einem Pferd sitzenden Ritter bei dem es sich um den den italienischen Condottiere Guidoriccio da Fogliano handelt. Darunter wieder der IGT-Hinweis sowie diesmal der Name des Weines, entsprechende dem Inhalt angepasst, in dunklem Rosa. Unterhalb auch hier wieder das Logo des Castello di Ama, die zwei Wappenschilder. In Ermangelung eines Rückenetiketts steht auch auf dem das Wichtigste am unteren Ende und das war´s dann auch auf diesem Etikett. Ein Hinweis darauf was drin ist, Fehlanzeige. Muss man eben wissen. Wie es sich für einen echten rosaroten Freundenspender gehört, ist der Rosato auf Knopfdruck ‘einsatzbereit’ und kommt direkt aus der Flasche in die leeren Gläser.

Im Glas: Leuchtend rot wie ein Kirschkracherl funkelt der Rosato kristallklar aus dem Glas heraus.

3. Juli 2013 | 0 Kommentare ...alles

Il Chiuso 2011

Megaschlank und etwas schusselig.

Frisch, fröhlich, unkompliziert und mit jenen Beats ausgestattet, die spielend für einen Hit sorgen.

Winzer/Weingut: Castello di Ama, Gaiole in Chianti, Siena, Italien.

Lage/Herkunft: Von Weingärten in Galestro und Alberese mit überwiegend Kalksteinböden.

Il Chiuso 2011 Flasche/Etikett: In der schlanken Bordeauxflasche steht der Il Chiuso auf dem Tisch der Wahrheit. Ein turmhohes Etikett klebt darauf welches im oberen Teil einen Ritter auf seinem Pferd zeigt. Dabei handelt es sich um Guidoriccio da Fogliano, einen italienischen Condottiere. Darunter steht der Herkunftsnachweis und der Hinweis darauf, dass es sich um einen IGT, einen Landwein handelt. 2011 und Il Chiuso steht in grossen blauen Lettern in der Mitte des crémefarbigen Etiketts und unterhalb befindet sich das Logo des Castello di Ama, zwei Wappenschilder. Am unteren Ende des Papiers die unbedingt notwendigsten Angaben und das war’s dann auch schon. Kein Hinweis auf den Inhalt, keine Infos über Wein, Herstellung oder über das Weingut selbst. Damit der ‘junge Hüpfer’ sich ein wenig austoben und seinen möglichen Übermut ausleben kann, kommt er für eine Stunde in die Karaffe und darf sich dort auf seinen grossen Auftritt vorbereiten.

Im Glas: In einem funkelnden Kirschrot zeigt sich der Il Chiuso in all seiner Strahlkraft im Glas. Er leuchtet förmlich drin, ist klar wie ein Bergsee und man kann fast die Zeitung am Grund des Glases lesen. Aber wer will das schon?

2. Juli 2013 | 0 Kommentare ...alles

Ruffino Chianti 2011 Superiore

Saftiger, unkomplizierter Trinkspass.

Kein Wein der philosophischer Betrachtungen bedarf. Flasche aufmachen und einfach einen auf Dolce Vita machen. Purer Saft und toller Trinkspass.

Winzer/Weingut: Ruffino, Pontassieve, Italien.

Lage/Herkunft: Die Trauben stammen von Valdarno bei Arezzo und aus der Gegend um die Ortschaft Monteriggioni.

chianti + pasta Flasche/Etikett: Abgefüllt in der legendären Fiasco-Flasche steht der Chianti Superiore vor uns. Unten ist die Flasche in das typische Strohkleid eingewickelt, welches der Neuzeit entsprechend politisch korrekt aus umweltfreundlichem Papier ist. Das Etikett ist eine Banderole, welche sich in der Mitte um die ‘Taille’ wickelt. Darauf in weiss Chianti und in goldener Schrift RUFFINO inklusive Wappen. Informationen über den Wein erhält der interessierte Weinfreund am Rückenetikett. Im kleinen Anhänger der am Flaschenhals befestigt ist erfährt man einiges über die Geschichte der Fiasco-Flasche und der Hommage durch Ruffino an sie. Ebenso in königlichem mitternachtsblau verschliesst eine Halsmanschette die das goldene Ruffino-Logo trägt die bauchige Flasche. Chianti in moderner Form, mit einem leisen Sentiment an das Original.

Weil soviel Nostalgie auch entsprechende Begleitung verlangt, wurde für die Runde mächtig aufgekocht um dem Klischee gerecht zu werden. Und dazu passt nichts besser als ein Riesentopf Spaghetti mit einer frisch gebastelten Tomaten-Knoblauch-Basilikum-Oregano-Sauce mit ganz viel Faschiertem drin (so heisst das hier in Österreich). Bevor der Chianti angetrunken wird, kommt er kurz in die Karaffe um sich auf seine ‘Vermählung’ mit den feststofflichen Aromen vorbereiten zu können.

29. April 2013 | 0 Kommentare ...alles

Dolce Sinfonia ‘Occhio di Pernice’ 2003

Heilig, süss und sündhaft.

Nie war es vergnüglicher die Beichte abzulegen und gleichzeitig zum süssen Glauben zu konvertieren. Giuseppe Verdi sei Dank.

Winzer/Weingut: Bindella, Montepulciano, Toskana, Italien.

Lage/Herkunft: Aus Tre Berte, in der Nähe von Montepulciano (Region Siena) in der Toskana, Italien.

Flasche/Etikett: Richtig niedlich steht sie nun da, die kleine 375er-Flasche. Mit blauem ‘Kopfschmuck´ und einem schmalen Etikett auf welchem ebenso blaue Notenzeilen aufgedruckt sind. Unschwer zu erraten, dass es sich dabei um eine Sequenz von Giuseppe Verdi handeln muss. Dazwischen steht natürlich auch noch drauf was drin ist. In edlem gold und mit geschwungener Schrift liest man Dolce Sinfonia (süsse Symphonie) und Occhio di Pernice (Auge des Rebhuhns). Diesen Beinamen hat der Wein, weil er farblich an das Auge eines Rebhuhns erinnert. Wir sind – ganz Orchesterlike – bereit den Dirgitenstab zu schwingen und nehmen anstelle dessen einen Korkenzieher um die Symphonie erklingen zu lassen.

Im Glas: Und dann ist es soweit. Der Dolce Sinfonia kommt ins Glas und das erste was auffällt ist seine bernsteinfarbige Erscheinung, äusserst intensiv und dunkel mit einem Schleier von Rot. Das sieht nicht wie Wein aus, vielmehr wie Sherry oder Portwein. Dick und fett schmiert der Film am Glas ab und zieht eine ölige Spur hinter sich her.

19. Juni 2012 | 0 Kommentare ...alles

Bindella ‘I Quadri’ 2008

Kräftig-saftiger Suchtstoff.

Sangiovese mit Saft UND Kraft und höchstem Suchtpotential. Ein Vino Nobile zum Niederknien.

Winzer/Weingut: Bindella, Montepulciano, Toskana, Italien.

Lage/Herkunft: Aus Tre Berte, in der Nähe von Montepulciano (Region Siena) in der Toskana, Italien.

Flasche/Etikett: Konsequent folgt man auch mit diesem Etikett dem minimalistischen Corporate Design im Haus Bindella. Was kommuniziert wird ist der Name in grossen Lettern, der Rest beschränkt sich aufs Wesentlichste. Keine Farben, keine Schnörkel, einfach schwarz auf weiss. Reduktiton als Hingucker. Alles andere steht wie üblich auf dem bunten Rückenetikett, welches beim I Quadri in metallisch glänzendem kupferorange gehalten ist. Auf diesem steht dann alles über Herkunft, Alkoholgehalt und alles was man wissen soll und muss, inklusive Signatur vom Herrn des Hauses, Rudi Bindella, selbst.

Auch den I Quadri lassen wir zum Atmen erst einmal für eine halbe Sunde in der Karaffe stehen und beobachten wie sich der Wein präsentiert und mit der Zeit entwickelt. Wie immer spannend, wie immer eine Geduldsprobe und wie immer, am Ende jede Minute des Wartens wert. Danach kommt der Sangiovese in das Glas.

23. April 2012 | 0 Kommentare ...alles

Riserva DOCG 2007 Vino Nobile di Montepulciano

Saft und Kraft in mineralischer Verpackung.

Eine Riserva die mit Saft und Kraft und einer ordentlichen Packung Mineralität den Gaumen trifft. Sangiovese für Fortgeschrittene.

Winzer/Weingut: Bindella, Montepulciano, Toskana, Italien.

Lage/Herkunft: Aus Tre Berte in der Nähe von Montepulciano (Region Siena) in der Toskana, Italien.

Flasche/Etikett: Auch wenn es sich bei diesem ‘Bindella’ um eine Riserva handelt, wird das nicht pompös am Etikett kommuniziert. Man hält es wie mit allen anderen ‘Beklebungen’, weniger ist mehr und viel weniger und minimalistischer als Bindella kann Etikettendesign nicht mehr sein. Nur dass grade noch Riserva drauftsteht. Konsequentes Corporate Design, welches sich nur durch das bunte Rückenetikett von den anderen Bindella-Weinen unterscheidet. Konzept zählt und das worum es geht ist sowieso in der Flasche.

Bevor die Riserva ins Glas kommt darf sie eine halbe Stunde im Dekanter atmen und sich mit der sauerstofflichen Umgebung anfreunden. In Erinnerung an die beiden ersten Weine aus dem Haus Bindella, dem Fossolupaio und dem ‘einfachen’ Bindella 2008, ist die Vorfreude entsprechend gross und im Mund macht sich bereits leichter Speichelfluss bemerkbar.

Im Glas: Wie schon beim Bindella 2008 leuchtet auch die Riserva in einem strahlenden granatrot aus dem Glas. Dunkel im Kern, rubinrot an den Rändern und trotzdem durchaus transparent in der Erscheinung. Ein sehr schönes Farbenspiel, das kräftige Spuren an der Glaswand hinterlässt.

22. April 2012 | 0 Kommentare ...alles

Bindella 2008 Vino Nobile di Montepulciano

Rustikaler Bursche mit Persönlichkeit.

Ein Wein der Kraft hat und sich nicht darum schert was ‘man’ gewohnt im Glas ist. Ein selbstbewusster Vino Nobile di Montepulciano mit echter Klasse.

Winzer/Weingut: Bindella, Montepulciano, Toskana, Italien.

Lage/Herkunft: Aus Tre Berte in der Nähe von Montepulciano (Region Siena) in der Toskana, Italien.

Flasche/Etikett: Dem minimalistischen und deswegen auch so tollen Corporate Design folgend ist auch dieses Etikett aufs Wesentliche reduziert. Kein Schnickschnack, keine unnötigen Elemente, Verzierungen oder sonst etwas sind darauf zu finden. Einzig der Name ‘Bindella‘ mit dem Jahrgang und das über allem stehende Motto des Hauses, terra vite vita. Die restlichen Informationen finden sich auch auf dieser Flasche auf dem Rückenetikett, welches auf dieser Flasche in blau gehalten ist.

Bevor der Wein ins Glas kommt wird er erst einmal für 30 Minuten in den Dekanter umgefüllt und in Ruhe gelassen. Während er dort atmen kann ist Zeit um aufzukochen. Spaghetti wandern in den Topf damit es auch was ‘Standesgemässes’ zum Essen dazu gibt. Wenn schon italienisch, dann richtig.

Im Glas: Nach einer halben Stunde ist das Essen fertig und auch der ‘Bindella’ ist bereit ins Glas gelassen zu werden. Von dort strahlt er in einem funkelnden Granatrot heraus, zeigt wunderschöne Reflexe die an lupenreine Rubine erinnern. Wie schon der ‘Fossolupaio’ besticht auch der ‘Bindella’ durch eine hohe Transparenz und lässt ganz tiefe Einblicke zu.

5. März 2012 | 0 Kommentare ...alles