Aktuelles

Givry 1er Cru “Clos du Cellier aux Moines” 2014

Charakter maximal

Ein extrovertierter, wenn auch gesitteter Cowboy in seinem schönsten Anzug. Der macht sein Ding und weiss, dass keiner ihm das Wasser reichen kann.

Winzer/Weingut: Domaine Joblot, Givry/Côte Chalonnaise, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von alten Rebzeilen am Fuss des Canigou, dem heiligen Berg der Katalanen.

Givry 1er Cru Clos du Cellier aux Moines Allgemeines: Parker und Meadows besingen Jean-Marc Joblot und seine Weine in allerhöchsten Tönen. Sie befinden, er mache schlichtweg Referenzburgunder. Robert M. Parker sagt sogar: „Jean-Marc Joblot is the uncontested king in the Givry appellation“. Im Dörfchen Givry, der tief im Süden des Burgunds befindlichen Côte Chalonnaise, macht Jean-Marc, unterstützt von seiner Tochter Juliette, Weine die an Finesse und Geschmeidigkeit schwer zu überbieten sind. Seit zig Jahren geniesst die Domaine Joblot Kultstatus unter Kennern, die Weine jedoch sind erheblich “günstiger” als vergleichbare Pretiosen der Côte d’Or. Dass biologisch angebaut wird versteht sich von selbst. Einen von Jean-Marc Joblots Weinen, den Givry 1er Cru “Clos du Cellier aux Moines” 2014, habe ich heute auf meinem Tisch der Wahrheit stehen. Eine Stunde in der Karaffe sollten für den Anfang reichen und wie sich dieser “Referenzburgunder” präsentiert, das werde ich mir jetzt mal anschauen. Der grosse Becher ist poliert und somit kann es losgehen.

18. März 2017 | 0 Kommentare ...alles

Frühroter Veltliner Una 2015

Grandioses Weinvergnügnen

Das Zeug trinkt sich abartig rasch und genusvoll weg, dass einem schwindlig wird. Was für ein Knaller.

Winzer/Weingut: Leo Uibel, Ziersdorf/Schmidatal, Weinviertel, Österreich.

Lage/Herkunft: Vom Ziersdorfer Köhlberg mit sandigen Löss-, Lehm- und Schotterböden.

Una Allgemeines: Vor ziemlich genau einem Jahr hatte ich den End des Berges 2014, einen Grüner Veltliner der Lage Hundsberg von Leo Uibel aus Ziersdorf im niederösterreichischen Weinviertel im Glas. Auf 7,5 Hektar baut er Grüner Veltliner, Chardonnay, Pinot Noir, Zweigelt und Rivaner an. Auch heute sei noch einmal erwähnt, dass Leo Uibel der Gemeinschaft Junge Wilde Winzer angehört, einer losen Vereinigung von jungen Winzern die ihre Weine gerne auch etwas “gegen den Strich” bürsten und aus purer Neugier experimentieren. Zu so einem Experiment gehört auch der Wein der heute hier am Tisch der Wahrheit steht, der Una, ein Frühroter Veltliner, auf der Maische vergoren und im Stahltank ausgebaut. Der Una 2015 soll quasi den Einstieg in die Natural Wines darstellen und wie dem Leo Uibel das gelungen ist, dem werde ich jetzt auf den Grund gehen. Seit einer Stunde steht der Tropfen offen in der Karaffe und sollte sich inzwischen entsprechend akklimatisiert haben. Der Burgunderkelch ist für diesen Wein heute das Glas meiner Wahl.

16. März 2017 | 0 Kommentare ...alles

Alta Mora rosso 2014 Etna DOC

Bergwein für Mineraliker

Wer einmal mit dem Alta Mora-Virus infiziert ist, für den gibt´s kein Zurück mehr. Mehr frisch geht nicht!

Winzer/Weingut: Cusumano Vini, Partinico, Palermo, Sizilien.

Lage/Herkunft: Von Weinbergen auf 600 Metern Seehöhe rund um Milo.

Alta Mora Etna Rosso 2014 Allgemeines: Den “Weissen” vom Ätna hatte ich bereits und war begeistert. Den “Roten” kenne und trinke ich ebenfalls schon eine Weile, habe ihn sogar gelagert und in der WineBANK reisst man ihn mir förmlich aus den Händen. Die Rede ist vom Alta Mora rosso 2014, ein Rotwein vom Ätna, zu 100% aus der autochthonen Rebsorte Nerello Mascalese, welche neben dem Nero d´Avola die am häufigsten angebaute Rebsorte auf Sizilien ist. Und dort, am Osthang des Ätna-Vulkans, bewirtschaften die Brüder Alberto und Diego Cusumano ihr gleichnamiges Weingut im Sinne alter Tradition, verschmolzen mit der Moderne. Cusumano zählt zu den Referenzweingütern Siziliens und die Weine die dort gemacht werden sind alles andere als Massenware. Sie sind jeder für sich ein kleines Gesamtkunstwerk. Und weil der Alta Mora rosso zu meinen absoluten Lieblingsweinen zählt, stelle ich ihn heute gerne auch einmal der Öffentlichkeit vor. Eine halbe Stunde in die Karaffe mit dem Teil und dann nichts wie ran an den feinen Tropfen vom Vulkan.

4. März 2017 | 0 Kommentare ...alles

Leithaberg Weiss DAC 2010

Charmeur mit Profil

Ein ungewöhnlicher Wein der sich an der Luft so richtig austobt. Ganz spannend weil doch saftig, ungewöhnlich anders weil so anders würzig.

Winzer/Weingut: Die Winzerei, Grosshöflein/Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Vom oberen Teil der Ried Obere Satz in Schützen am Gebirge sowie von einer kalkhaltigen Lage am Fölligberg.

Leithaberg 2010 Allgemeines: Ist schon einige Zeit her, dass ich Weine von Harald Pairits und Werner Ringhofer vom Weingut Die Winzerei aus Grosshöflein im Burgenland verkostet habe. Heute aber steht wieder ein Protagonist der beiden am Tisch der Wahrheit. Und zwar einer, den sie sehr lange zurückgehalten haben weil er gar so unzugänglich war und jetzt gerade am Beginn seiner Trinkreife steht; der Leithaberg weiss DAC 2010. Eine Cuvée aus Chardonnay, Neuburger und Weissburgunder, ausgebaut im grossen 500 Liter Holzfass. Die Trauben für den Wein stammen vom oberen Teil der Ried Obere Satz in Schützen am Gebirge sowie von einer kalkhaltigen Lage am Fölligberg. Damit sich der gute Tropfen auf seinen Auftritt hier auch entsprechend vorbereiten kann, wird er für eine Stunde in die grosse Karaffe umgefüllt wo er sich mit reichlich Sauerstoff anreichern kann. Das Burgunderglas scheint mir für den Wein die beste Wahl zu sein. Mal schauen was der Leithaberg davon hält und er sich präsentieren wird.

2. März 2017 | 0 Kommentare ...alles

Moulin à Vent 2015

Schlicht und einfach überwältigend

Das ist allerfeinstes, hochgradigst geniales Beaujolaiskino! Das ist Gaumenzirkus in Perfektion.

Winzer/Weingut: Richard Rottiers, Romanèche Thorins, Beaujolais, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Feuersteinböden und aus biologischem Anbau.

Moulin à Vent 2015 Allgemeines: Beaujolais is back! Und wie! Lange waren die Weine weg vom Markt, in der Versenkung verschwunden. Zuviel Mist wurde produziert und zuviel Kult betrieben. Seit ein paar Jahren aber ist Gamay wieder auf dem Vormarsch. Und zwar in rasantem Tempo und mit wirklich teils herausragenden Qualitäten. Einer, der wirklich anständigen, nicht weichgespülten oder uniformen Beaujolais herstellt, ist Richard Rottiers von der gleichnamigen Domaine in Romanèche Thorins. Richard ist ein traditionell arbeitender Handwerker der seine Weinberge gerade auf biologischen Anbau umstellt und dessen Weine sogar von Jancis Robinson in den höchsten Tönen besungen werden. Einen seiner Weine, den Moulin à Vent 2015 habe ich heute zur Verkostung am Tisch der Wahrheit stehen. Ein sortenreiner Gamay, der sich, bevor er zeigen darf wie gut er wirklich ist, sich für eine Stunde in der Karaffe mit Sauerstoff anreichern darf. Danach kommt er in den grossen Burgunderbecher um sich in seinem schönsten Kleid zu präsentieren.

18. Februar 2017 | 0 Kommentare ...alles

Lieblingsstück 2013

Meister der Verwandlung

Kein Mainstream, das ist Silvaner für Leute die auch mal etwas warten können, bis sie dem Objekt ihrer Begierde näher kommen dürfen.

Winzer/Weingut: Richard Östreicher, Sommerach, Franken, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von der Lage Sommeracher Katzenkopf, auf welcher die Rebstöcke auf sandigen Muschelkalk-Böden stehen.

Lieblingsstueck Allgemeines: Nicht umsonst heisst der Silvaner, der heute von Richard Östreicher aus Sommerach in Franken am Tisch der Wahrheit steht, Lieblingsstück. Stammt dieser doch von seiner liebsten Parzelle der Lage Sommeracher Katzenkopf, auf welcher die Rebstöcke auf sandigen Muschelkalk-Böden stehen. Handlese ist selbstverständlich am Weingut Richard Östreicher, lange Maischestandzeiten ebenso. Seinen Silvaner Lieblingsstück 2013 hat er im gebrauchten Barrique spontan vergoren und danach noch 6 Monate reifen lassen. Im Anschluss hat er den Wein ungeschönt und unfiltriert abgefüllt. Der Eichelmann Weinguide sagt von Richard Östreicher, dass er zu den besten Winzern Deutschlands gehört. Wie weit das zutrifft, davon will ich mich die nächsten Stunden selbst überzeugen und gönne dem Lieblingsstück erst einmal eine Stunde in der Karaffe. Denn auch das sagt man den Weinen Richard Östreichers nach, dass sie immer etwas Zeit und Luft benötigen um richtig aus “sich raus” zu gehen.

16. Februar 2017 | 0 Kommentare ...alles

Cider Jorasses sec (Apfel)

So geht Durstlöscher

Um Klassen besser und erfrischender als jede banale Apfelschorle. Dieser Cider rockt und trinkt sich weg wie Wasser.

Winzer/Weingut: Cidro Maley, Brissogne/Aostatal, Italien.

Lage/Herkunft: Von 100-150 Jahre alten Apfelbäumen auf knapp 1000 Metern Seehöhe.

Cidre Jorasses Allgemeines: Auf 900 bis 1200 Metern Seehöhe wachsen die Apfelbäume Gianluca Tellolis von Cidro Maley im Aostatal. Der Name Maley kommt sowohl vom alten Valdostano-Namen für Apfel (Malus, lat.) wie auch vom aus dem 19. Jahrhundert stammenden Namen für Mont Blanc (Mont Malais). In Saint Marcel, in der historischen Brauerei La Valdôtaine, macht er von den geernteten Äpfeln seine Cider. Einen davon habe ich heute hier am Tisch der Wahrheit stehen; den Jorasses sec. Die Äpfel für diesen Obstwein stammen von 100-150 Jahre alten Bäumen auf welchen die autochthone Sorte Raventze wächst. Die Ernte selbst ist mühsam, muss man doch auf teils 14 Meter hohe Leitern klettern um die Äpfel zu pflücken. Hergestellt wird der Cidre Jorasses genauso wie Champagner, also nach der “Methode Champenoise”. Doch genug erzählt, der leichte Sprudel (er hat gerade einmal 7,5%) wartet darauf in den Becher zu kommen. Nehmen Sie bitte niemals ein Champagnerglas. Da drin erstickt er! Am besten trinken Sie ihn aus einem Tonbecher, oder, so keiner vorhanden ist, aus einem einfachen Wasserglas.

14. Februar 2017 | 0 Kommentare ...alles