Stichwort: Grenache

Rosé Fontauriol Reserve 2013

Rosarotes Südfrankreich für jeden Tag.

Kein Überflieger, sondern genau einer jener Rosés aus dem Süden Frankreichs, der einfach dazu gemacht ist Spass zu machen.

Winzer/Weingut: Domaine Fontauriol, Languedoc, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von biologisch bewirtschafteten Weingärten im südfranzösischen Languedoc.

Fontauriol Flasche/Etikett: Was auf dem hellen Etikett sofort ins Auge springt, ist das grosse, in päpstlichem metallic-lila gehaltene Tolosanerkreuz, welches nach der Stadt Toulouse benannt ist, was wiederum auf den okzitanischen Namen der Stadt, Tolosa, zurück geht. Darunter in ebenso päpstlichem lila die beiden Rebsorten Syrah und Grenache in der Mitte und oberhalb in Grossbuchstaben FONTAURIOL. Klein darüber steht noch Reserve 2013. Am unteren Rand Plateau des Monts Ramus, die Herkunft dieses Weines aus der Region Languedoc-Roussillon. Am kleineren Rückenetikett liest man gerade einmal das was nötig ist. Pays d’Oc und IGP verraten was man in der Flasche hat, einen Landwein. In der Mitte in hellgrau wieder das Tolosanerkreuz. Etwas unterhalb der Hinweis auf Les Domains Auriol, in dessen Verbund die Domaine Fontauriol agiert. Das war es dann auch schon und weil der Wein keinerlei Vorbereitung braucht, wird der Rosé Fontauriol jetzt einfach von seinem silbernen Schraubverschluss befreit und eingegossen.

Im Glas: In hellorangem rosa, wie ein ausgebleichter Lachs, steht der Fontauriol im Glas.

8. Mai 2015 | 0 Kommentare ...alles

Ventoux ‘Vieilles Vignes’ 2007 Version 2.0

Nur für echte Kerle.

Das ist Wein für Erwachsene und definitiv nichts für “Anfänger”. Sprengstoff mit dem umgehen können muss, will man nicht in einem Desaster enden.

Winzer/Weingut: Even Bakke, Clos de Trias, Le Barroux, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Kalksteinböden am Mont Ventoux, mit den ältesten, über 60 Jahre alten Reben.

Clos de Trias 2.0 Flasche/Etikett: Waren die beiden Etiketten der “einfachen” Clos de Trias-Weine von einer klar definierten, fossilen Muschelillustration dominiert, so ist diese hier in Form einer durch kleinste Punkte bestehenden Linie dargestellt. Durchkreuzt von zwei Diagonalen und eingefasst von einem Rechteck, dessen untere “Linie” in Form des Eindrucks Even Bakke, Vigneron gestaltet ist. VIEILLES VIGNES steht etwas grösser unterhalb der Zeichnung und im linken unteren Teil der Jahrgang. In der Mitte CLOS DE TRIAS. Die ganze Illustration gleicht einer geometrischen Zeichnung. Dass es sich bei diesem Wein um einen ganz speziellen handelt, wird in Form eines roten Stempels mit dem Aufdruck Version 2.0 im oberen Teil hervor gehoben. Am hinteren Etikett erfährt man in französisch und englisch alles über den Inhalt (96% Grenache und 4% Syrah) sowie über das Alter der Rebstöcke (60+ Jahre). Da ich Evens Weine bereits kenne und weiss was einen hier erwartet, wird der Vieilles Vignes 2.0 vor dem Antrunk für zwei Stunden in die Karaffe verfrachtet. Die sind auch das Minimum, das man diesem Wein gönnen sollte.

Im Glas: Schwarzkirschrot und überraschend klar steht der Ventoux Vieilles Vignes 2.0 im Glas und hellt zum Rand hin etwas auf.

23. Januar 2015 | 0 Kommentare ...alles

Mouth Bomb 2011

Stoff der gesoffen werden will.

Ein Zechwein der nichts als weggesoffen werden will. Selbst wenn man am Ende dabei in die Luft geht.

Winzer/Weingut: Zio Porco Wines di Marco Giovanni Zanetti, San Michele di Bassano del Grappa (VI), Italien.

Lage/Herkunft: Aus einem 2,5 ha großen Weinberg, welcher im Jahr 2000 als Versuchsanbau angelegt wurde.

Mouth Bomb Flasche/Etikett: Nachdem es sich bei diesem Wein um keine weitere vierbeinige Erscheinung aus dem Zanetti’schen Wildschweingehege handelt, trampelt auch kein Eber wie gewohnt von rechts nach links durchs Bild. Dafür springt einem auf diesem Etikett ganz unverblümt in dicken, fetten, überdimensionalen Lettern schon als Warnung der Name MOUTH BOMB ins Gesicht. Damit man aber diese Drohung auf keinen Fall unterschätzen oder gar missverstehen könnte, symbolisiert eine rote Fliegerbombe die tatsächliche Gefahr die vom Inhalt dieser Flasche ausgeht. Oben drüber steht noch WINEPUNK, damit man weiss von wem das Teil gebastelt und scharf gemacht wurde. In Handschrift ist auf die Bombe 2011, das Abwurfdatum eingedruckt. Auf der linken Seite des im Vintage-Style gehaltenen Etiketts noch Rough & Smoky, 100% with Passion, Turn & Burn verewigt. Auf ein Rückenetikett hat man generös verzichtet. Braucht man nicht. Wozu auch, wird das Teil doch sowieso in Kürze in die Luft gesprengt.

Im Glas: In funkelndem Rubinrot steht die ‘Bombe’ ausgesprochen klar im Glas.

26. November 2014 | 1 Kommentar ...alles

Le Coupe soif 2011 Fitou

Trinkig frischer Selbstläufer.

Urwüchsig, rustikal, mit Ecken und Kanten und doch geschmeidig wie ein Tiger. Trinkt sich wie ein Leichtgewicht und hat doch Power.

Winzer/Weingut: Domaine Mâmârutá, La Palme/Fitou, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von teilweise bis zu 100 Jahre alten Rebstöcken die auf kargen Kalkmergelböden wachsen.

Le Coup Soif Flasche/Etikett: Das weisse Etikett das auf der Burgunderflasche klebt, könnte von der Grafik her auch der Titel eines Quentin Tarantino Films sein. In verschmierter, aber klassischer Graffiti-Typo Le Coupe soif darauf, untereinander, nicht nebeneinander. Klein noch Fitou als Herkunftshinweis drauf und fertig ist der Blickfang. Das ist das Etikett, in jeder Hinsicht. Ganz aussen am Rand in unterschiedlichen Schriftstilen die Domaine und der Name des Winzers. Hochgestellt, damit man die Flasche legen muss wenn man es lesen will. Ich mag das Stück Papier, sieht es denn mehr nach Filmposter als nach Weinetikett aus.

Das Rückenetikett ist winzig, die Domaine steht drauf, sowie ein paar Informationen dazu, dass der Wein ein Naturprodukt ist und eventuelle Ablagerungen auftreten können, die jedoch keine Qualitätseinbusse darstellen. Bevor der Le Coupe soif 2011 Fitou aber in die Gläser kommt, darf er sich für eine Stunde in der Karaffe akklimatiseren und ein paar Runden drehen.

Im Glas: In dunklem, leuchtenden Granatrot steht der kleine Fitou im Glas. Leicht violett schimmern die Ränder.

28. Februar 2014 | 0 Kommentare ...alles

La Source 2009

Gefährliche Versuchung.

Ein Brummer der mit Vorsicht zu geniessen ist. Kommt frisch und kühl und schleicht sich still und leise von hinten an.

Winzer/Weingut: Philippe Gimel, Saint Jean Du Barroux, Vaucluse/Provence, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von biologisch bewirtschafteten Weinbergen mit Lehmböden, die in der Nähe des Mont Ventoux liegen.

Saint Jean Du Barroux Flasche/Etikett: Ein relativ einfaches, durch seine Reduktion aufs Wesentliche sehr elegantes Etikett, klebt auf der Burgunderflasche. Auf weisser Fläche ist mit wenigen Strichen die Silhouette einer Landschaft bzw. eines Dorfes illustriert. Darunter in etwas verspielter und beschwingter Typo SAINT JEAN DU BARROUX. Unten drunter Philippe Gimel und das war´s dann schon am grossen weissen Stück Papier. Einfachheit ohne Schnörkel und sonstigen Ballast.

Am hinteren Etikett steht alles was dann wichtig ist und so erfährt man nicht nur die Zusammensetzung des La Source, sondern auch über die Lage, das Terroir und auch über die Lese, die Verarbeitung und die Lagerfähigkeit des Weines. Viel Information auf der Rückseite generell und was mir persönlich sofort ins Auge springt, sind die angeführten 15% die der La Source mit sich rumschleppt. Für eine Stunde wandert er bevor er angetrunken wird in die Karaffe um sich ein wenig entfalten zu können.

Im Glas: Leuchtendes Granatrot steht im Glas, es ist überraschend klar und überhaupt nicht blickdicht. Ein dünner bläulicher Rand schliesst den dunklen Kern ab.

28. Dezember 2013 | 0 Kommentare ...alles

Pour mon père 2010

Liebe auf das zweite Glas.

Sauerfruchtig mit einem feinen Nebel aus Herbstlaub und Unterholz, versüsst dieser mystische Trofen jeden noch so grauen Herbsttag.

Winzer/Weingut: Château de Gaure, Rouffiac d’Aude, Languedoc, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Mergel,- Ton,- Schutt- und Schotterböden rund um die Gegend von Limoux stammenden Weinbergen.

gaure pour mon père Flasche/Etikett: Wie schon das Etikett das auf der Flasche des Oppidum klebt, ist auch dieses ein abstraktes Gesamtkunstwerk. Auch hier steht am Seitenrand in goldenen, angeschnittenen Riesenbuchstaben GAURE drauf und den Rest des Platzes nimmt ein abstraktes Gewitter an Linien, Strichen und wirren Farbklecksen die sich an keine Regeln zu halten scheinen ein. Orange, bernstein, rot, gold und schwarz sind die Hauptfarben und ganz unten steht beiläufig in Schreibschrift pour mon père. Das Rückenetikett ist auch hier in der selben gekritzelten Typo bedruckt, es steht alles drauf was Rebsorten und Vinifikation betrifft, in französisch selbstverständlich. Und weil es Ritual ist, kommt der Pour mon père für eine Stunde in die Karaffe um sich dann, so ist zu hoffen, von seiner besten Seite zu zeigen.

Im Glas: In dunkelstem kirschrot und so gut wie blickdicht steht der Pour mon père im Glas. Leichte bläulichviolette Ränder zeigt er.

23. September 2013 | 0 Kommentare ...alles

Première de Figuière 2012

Knochentrocken mit Verdunstungsfaktor 100.

Einer jener südfranzösischen Rosés, die den innigen Wunsch nach 45º im Schatten aufkommen lassen. Referenz-Rosé aus der Provence.

Winzer/Weingut: Domaine Saint André de Figuière, La Londe de Maures in der Provence, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von den ältesten Reben der Bio-Domaine, auf Kalkmergel stehend, von Hand gelesen und extrem schonend verarbeitet.

Première de Figuière 2012 Flasche/Etikett: Eine wahre Erscheinung in ‘Lachs’ steht hier am Tisch und leuchtet einem aus der klaren Bordeauxflasche entgegen. Das Etikett auf ihr in créme gehalten, oben und unten mit einer schmalen goldenen Bordüre eingefasst. Ganz gross in Kapitalen steht oben drauf PREMIÈRE, in der Mitte klein und rot der Jahrgang und Côtes de Provence. Im unteren Teil ein kleiner Barockengel und ganz unten Domaine Saint André de Figuière. In der goldenen Bordüre ist noch Familie Combard eingedruckt.

Das Rückenetikett informiert den Weinfreund mit Angaben über den Wein, die enthaltenen Rebsorten (auch über jene die in Rot- und Weisswein der Domaine verarbeitet wurden. Ebenso ein paar terroirspezifische wie sensorische Informationen sowie ein Hinweis auf die Lagerfähigkeit und ebenso über die empfohlen Trinktemperaturen für Weiss, Rot und Rosé. Selbstverständlich in französisch, wie so üblich. Und weil der Première de Figuières keine ‘Vorlaufzeit’ benötigt wird die Flasche einfach aufgemacht damit der Inhalt in die Gläser kommt.

Im Glas: Lachs as Lachs can, oder so ähnlich, funkelt der Première de Figuières aus dem Glas heraus. Die typische Farbe die entsteht wenn der Wein durch Direktpressung gewonnen wird. Eigentlich sieht es fast so aus als hätte der Lachs beschlossen als Albino aufzutreten, so hell ist seine Farbe.

29. Juni 2013 | 0 Kommentare ...alles