Archiv für August, 2014

Eisenberg 2012 Blaufränkisch

Nicht Justin Timberlake, sondern Al Pacino.

Allerfeinster Trinkspass, der mit seinem erdig-würzigen Charakter eher an Al Pacino als an Justin Timberlake erinnert.

Winzer/Weingut: Uwe Schiefer, Welgersdorf, Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Von eisenhaltigen Lehm- und Schiefer, sowie Quarz- und Schotterböden der burgenländischen Eisenberg-Region.

Eisenberg 2012 Flasche/Etikett: Im unverkennbaren Design klebt das Etikett des Eisenbergs auf dessen Flasche. Die obere Hälfte nimmt wie gewohnt der ‘Daumenabdruck’, die ‘Zunge’ oder wofür immer man diese eigenwillige wie auch prägnante Grafik nennen will ein. Saftiges rot, durchzogen von dicken und dünnen ‘Adern’ und Verästelungen. Immer wieder aufs Neue begeisternd dieses konsequent umgesetzte Corporate Design, das Uwe Schiefer seinen Etiketten verpasst hat. In Kleinbuchstaben wie üblich schiefer, in schwarz und fett und nicht zu übersehen. Unterhalb in rot eisenberg 2012 und blaufränkisch in schwarz. Ebenfalls in Kleinbuchstaben. Auch dieses Etikett besteht nur aus einem Teil, auf dessen rechter Seite auf schwarzem Untergrund alles steht was man über den Eisenberg wissen sollte. Herrlich leichte 12,5 %vol. lassen jetzt schon Freude auf diesen Wein aufkommen. Zum kurzen akklimatisieren darf der Tropfen für eine halbe Stunde in der Karaffe warten und ein wenig Luft aufnehmen bevor er dann ins Glas kommt.

Im Glas: Wie ein kleiner leuchtender Rubin dreht der Eisenberg seine Runden im Becher. Klar und hell ist er, mit leichten bläulichen Reflexen.

31. August 2014 | 0 Kommentare ...alles

Blaufränkisch ‘Burgenland’ 2012

Einstiegswein der Eindruck schindet.

Diesen Tropfen der sich leicht und locker weg trinkt nur als Einstiegswein zu sehen ist fast beleidigend, weil er sehr viel mehr zu bieten hat.

Winzer/Weingut: Uwe Schiefer, Welgersdorf, Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Von Kalk- und Schieferböden des Leithagebirges.

Burgenland 2012 Flasche/Etikett: Kaum ist Uwe Schiefers Hauptrebsorte in “klassischem rot” in der Flasche, ist auch das unverkennbare Etikettendesign wieder da. Im Fall des Blaufränkisch Burgland in einer relativ locker gestalteten Ausführung. Es deutet wohl die Einfachheit sowie die Leichtigkeit des Basisweins an. Frische Farbgestaltung in rot und orange, durchbrochen von weissen, gitterartigen Flächen, die für leichte Struktur stehen könnten. Unterhalb in Kleinbuchstaben wie üblich schiefer in schwarz und ebenso am unteren Rand einfach burgenland 2012 in rot und blaufränkisch drunter. Fertig ist das Stück Papier. Im rechten äusseren Drittel das in schwarz gehalten ist, steht wieder alles drauf was wissenswert ist. Blaufränkisch “Burgenland” 2012, die PS-Zahl und vor allem unfiltriert. Eine intelligente Lösung, weil man durch die farbliche Teilung auf ein separates Rückenetikett verzichten und so Kosten und Arbeitsschritte sparen kann. Ohne weiteres Warten kommt der Burgenland ins Glas.

Im Glas: Klar wie ein Bergsee, nur in granatrot gehalten, steht der Burgenland im Glas. Zarte lila Töne schimmern mit.

30. August 2014 | 0 Kommentare ...alles

Palistorti di Valgiano 2009

Bäuerliche Naturgewalt.

Wild, eckig, stur und störrisch wie eine bäuerliche Naturgewalt. Da tanzt der Knecht in seinen Stiefeln und nicht die nette kleine Ballerina.

Winzer/Weingut: Tenuta di Valgiano, Lucca, Toskana, Italien.

Lage/Herkunft: Von Weingärten mit steinigen Kalkmergelböden auf rund 250 m Seehöhe.

Palistorti di Aalgiano Flasche/Etikett: Das Etikett, bzw. die beiden Etiketten auf der Flasche, lösen optische Irritation aus. Ist das obere, grosse Stück in vanillegelb noch absolut minimalistisch gestaltet – es steht nur der Name des Weines PALISTORTI DI VALGIANO und der Jahrgang 2009 drauf – so ist das untere, schwarze Stück Papier bedruckt wie die letzte Seite einer Gebrauchsanweisung. In ttürkis, einer recht unüblichen Farbe auf Weinetiketten, ist alles angeführt was gesetzlich vorgeschrieben ist und genauso sieht es dann auch aus. Einerseits als Design nicht wirklich zum Kauf verleitend (Leute die nach Etikett kaufen gibt es immer), andererseits ist es gerade dieses Nicht-Design, dieses eher technisch anmutende Erscheinungsbild, das einen neugierig macht. Auf ein Rückenetikett wird komplett verzichtet und so sollte man sich einfach überraschen lassen was aus dieser Flasche kommt. Bevor das allerdings passiert darf sich der ‘Toskaner’ für eine Stunde mit sich selbst in der Karaffe vergnügen.

Im Glas: Leuchtend rot wie ein Rubin steht der Palistorti rosso im Glas. Sehr klar und alles andere als blickdicht.

29. August 2014 | 0 Kommentare ...alles

Blaufränkisch ‘K&U Sonderedition’ 2011

Hier glänzt nicht Gold, das ist Platin.

Dezente Frucht, komplexe Würze, oscarverdächtige Säure. Frisch, kühl und klar wie ein Gebirgsbach. Einer der besten Blaufränkisch Deutschlands.

Winzer/Weingut: Weingut St. Antony, Nierstein, Rheinhessen, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von einer Parzelle am steinigen Roten Hang im berühmten Pettenthal.

Blaufränkisch St. Antony Flasche/Etikett: Schwarz wie die Nacht steht die Burgunderflasche hier am Tisch. Auf ihr klebt ein relativ kleines Etikett, auf welchem in goldener geschwungener Schreibschrift schlicht und einfach Blaufränkisch in einem vollflächigen weissen Quadrat aufgedruckt ist. Darunter, im schwarzen Teil der Weinbeklebung, ST. ANTONY und fertig ist das edle Teil. Am Flaschenhals ein kleiner Sticker auf dem der Jahrgang steht. Auf der schwarzen Halsmanschette der goldene Adler was dokumentiert, dass das Weingut St. Antony Mitgliedsbetrieb des VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) ist. Am vollkommen schwarzen Rückenetikett ganz oben das Weingut in gold und der Jahrgang. Darunter der Hinweis “Wein aus Trauben aus biologischem Anbau” und in einem weissen Balken No. 1179 separat schwarz eingedruckt, was der Hinweis auf die Sonderedition sein soll. Signiert in gold von Felix Peters, dem Gutsverwalter. Eine halbe Stunde sollte dem Wein ganz gut tun und so wandert er denn auch in die Karaffe bevor er in die Gläser kommt.

Im Glas: Schon die Erscheinung im Glas überrascht mit ungewöhnlicher Transparenz. Dunkles Kirschrot leuchtet auf, klar bis an den Boden des Glases.

28. August 2014 | 0 Kommentare ...alles

Le Blanc du Mas Jullien 2010

Wein zum Weinen. Vor lauter Freude.

Vernichtet sich von selbst, zwingt einen ihn zu vernichten. Grandioses Kunstwerk für Leute die sich über den Tellerand zu lehnen trauen.

Winzer/Weingut: Mas Jullien, Jonquières, Languedoc-Roussillon, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Kalkmergelböden rund um Jonquières im Languedoc-Roussillon.

Mas Jullien 2010 Flasche/Etikett: Turmhoch ist das in vanille gehaltene Etikett das auf der Flasche klebt. Ganz oben in einer Art Bilderrahmen ist eine Zeichnung von Blättern und Blüten angebracht und unterhalb in saftigem grün der Name des Weinguts Mas Jullien in Schreibschrift aufgedruckt. In etwas blasserem grün steht in Grossbuchstaben Pays d’Herault in der Mitte als Herkunfstbezeichnung und darunter IGP (Indication Géographique Protégée), was diesen Wein als Landwein ausweist. Der Jahrgang unterhalb wieder in sattem grün und am unteren Teil des Etiketts nur noch die Adresse des Weinguts sowie Inhalt und Umdrehungen. Das war’s dann auch schon an Information, mehr gibt es über den Wein nicht zu erfahren. Was in der Flasche drin ist weiss man, kann man raten oder man lässt sich einfach überraschen. Das steht nämlich nicht darauf und auf ein Rückenetikett wird komplett verzichtet. Für eine halbe Stunde kommt der Le Blanc du Mas Jullien zur Akklimatisierung in die Karaffe um dann zu zeigen, was es mit seinem Status als Kultwein so auf sich hat.

Im Glas: Gelb wie Heu mit zarten grünlichen Reflexen strahlt der Le Blanc du Mas Jullien aus dem Becher raus.

27. August 2014 | 0 Kommentare ...alles

Strohmeier Sekt Rosé

Blubberwein wie ein Naturschauspiel.

Man spürt feucht und merkt, dass es knochentrocken ist, während man noch denkt etwas Flüssiges gespürt zu haben. Britischer Humor ist nass dagegen.

Winzer/Weingut: Wein & Sektmanufaktur Strohmeier, Steiermark, Österreich.

Lage/Herkunft: Die Trauben stammen von den verschiedenen Rieden des Weinguts in der Weststeiermark.

Rosésekt Flasche/Etikett: Dem Inhalt perfekt angepasst, klebt auf der Flasche ein rosa Etikett. Rund, aus einer Form gestanzt und der Schale einer Muschel (Schnecke) gleichend. Als Hinweis auf die teils fossilen Böden der Landschaft. In der Mitte schlicht und einfach STROHMEIER und unterhalb rosé. Am Rand der hübschen Weinbeklebung zieht im Halbkreis Schilchersekt – Handarbeit nach traditioneller Flaschengärmethode die rechte Seite hoch. Das war’s dann vorne auch schon, der Rest findet sich am Rückenetikett. Auf diesem ebenfalls in rosa gehaltenem Stück Papier steht alles Wichtige. Ganz oben STROHMEIER-ROSÉ-SEKT und unterhalb die Rebsorte Blauer Wildbacher. Sehr informativ der Hinweis wann degorgiert wurde (Jänner 2014) sowie dass nur natürlich gebildete Sulfite drin sind. Nichts wurde zugesetzt. Den Flaschenhals ziert ein kleines Booklet in dem alles über den Sekt an sich, über die Philosophie dahinter, die Herstellung und den richtigen Genuss betreffend Glaswahl und Trinktemperatur angeführt ist. Service am Kunden, besser geht’s nicht.

Im Glas: Nicht rosa, sondern kraftvolles blutbraunorange leuchtet aus dem grossen Glas (explizit empfohlen) heraus. Feines Mousseux an der Oberfläche.

25. August 2014 | 0 Kommentare ...alles

Herrenberg 2012 Riesling

Exotik pur im weissen Mantel.

Entspannter Pfälzer Riesling aus handwerklich seriöser Produktion. Am besten ohne alles, oder zu frischem Marillenkuchen genossen.

Winzer/Weingut: Weingut Pflüger, Bad Dürkheim, Pfalz, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von der Lage Ungestein Herrenberg, einem Hang mit einer Neigung von teilweise mehr als 30% und einem hohen Gehalt an Mineralität.

Pflüger Herrenberg Riesling Flasche/Etikett: Auf der braunen Schlegelflasche klebt ein so einfaches wie auch anspruchsvolles Etikett. Gestaltet von den Medienagenten, ist es wohl eine der gelungensten Verbindungen von Name und Symbolik. Der Bauer, der mit seinem Pferd vorm Pflug die Erde bearbeitet steht gleichzeitig für den Namen des Weinguts, Pflüger. Mehr auf den Punkt kann man es nicht bringen. Im weissen Teil des farblich komplett reduzierten Etiketts in einfacher, klassischer Typo nur PFLÜGER etwas fetter und darunter Herrenberg Riesling 2012. Am Rand ein so simpler wie auffälliger schmaler grüner Balken. Die Farbe der Kapsel und der Halsmanschette ermöglichen die Zuordnung der Weine zu den einzelnen Qualitätsstufen, in diesem Fall eine grüne-schwarze, die für die Ortsweine steht. Hinten ein kleines Etikett mit den wichtigsten Infos sowie den Sieglen von demeter und ECOVIN. Für 30 Minuten kommt der Riesling in den Bottich um sich zu akklimatisieren. Danach wird angetrunken.

Im Glas: Strahlendes Gelb dreht seine Runden im Glas. Feiner grüner Schimmer begleitet es.

23. August 2014 | 0 Kommentare ...alles