Verkostet

Dolcetto d´Alba 2016

Dolcetto fantastico!

Ein typischer Alltagstropfen. So einfach kann Wein sein, vorausgesetzt man weiss, dass auch Einfaches einfach köstlich sein kann.

Winzer/Weingut: Massolino, Serralunga d´Alba, Piemont, Italien.

Lage/Herkunft: Von 20-25 Jahre alten Reben die auf Kalkböden in Serralunga stehen.

Dolcetto d´Alba 2016 Allgemeines: Aus Serralunga d’Alba, einer kleinen Gemeinde in der italienischen Provinz Cuneo im Piemont, kommt der Wein, der heute am Tisch der Wahrheit steht. Und zwar vom 1896 gegründeten Weingut Massolino, dessen Gründer, Giovanni, der erste war, der elektrischen Strom und den Dampfdrescher in das Dorf brachte. Heute produziert man ausschliesslich Weine aus autochthonen Rebsorten, die typisch für das Gebiet sind, sowie auch jener, der heute hier verkostet wird, den Dolcetto d´Alba 2016. Zum ersten Mal 1896 produziert, seit 2003 gehen die besten Dolcettotrauben, die aus Weinbergen in Serralunga d’Alba stammen, in diese Auslese. 20-25 Jahre alt sind die Rebstöcke die auf einer Höhe von 330 Metern stehen und im traditionellen Guyot erzogen werden, die Böden sind kalkhaltig, der Ausbau erfolgt in Stahl und Zement, 24.000 Flaschen wurden abgefüllt. Eine steht jetzt hier und ihr Inhalt wartet seit einer Stunde in der Karaffe auf seinen grossen Auftritt.

6. Januar 2018 | 0 Kommentare ...alles

Gigondas ‘Le Lieu Dit’ 2014

Monument am Gigondas-Himmel

Ein Wein der jedes Festmahl adelt und grosse Momente mag. Ein Sir unter seinesgleichen, einer der herausragt und zur absoluten Spitze zählt.

Winzer/Weingut: Domaine des Bosquets, Gigondas, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von einzeln gelesenen Parzellen aus Weingärten in Gigondas.

Lieu Dit Allgemeines: Gigondas, ein Wort das jedem frankophilen Weinfreund auf der Stelle ein freudiges Lächeln ins Gesicht zaubert. Eine Appellation die weltberühmt für ihre aussergewöhnlichen Weine ist. Einen solchen Wein habe ich heute auf meinem Tisch der Wahrheit stehen. Er kommt von der Domaine des Bosquets aus Gigondas, dessen Name bereits 1376 als “Les Bosquets” genannt wurde. Heute wird das Weingut von der Familie Bréchet geführt und die Weine zählen zu den besten die aus Gigondas in der Provence kommen. Julien Bréchet hat das traditionsreiche Weingut umgekrempelt, seine Arbeitsweise ist strikt „parcellaire“, das heisst, jede einzelne Parzelle der Weinberge wird für sich gelesen, vergoren und ausgebaut. Der Le Lieu Dit… 2014, von dem es, so die Natur es “erlaubt”, jedes Jahr bestenfalls 3000-4000 Flaschen gibt, ist aus 100% Grenache und bevor dieser wunderbare Wein jetzt in das Glas darf, kommt er für eine Stunde in die Karaffe.

23. Dezember 2017 | 0 Kommentare ...alles

Manila 2015 Blaufränkisch

Das Zeug ist Hammer!

Der Tropfen zieht mit einem Tempo durch die Luke, als würde man einen Wildbach hinunter raften. Trinkfluss total. Abgefahren!

Winzer/Weingut: Martin Nittnaus, Gols/Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Vom Weingarten Jungenberg in Jois am Leithagebirge.

Manila 2015 Allgemeines: Vom Weinpuristen Hans ‘John’ Nittnaus aus Gols im Burgenland habe ich bereits einiges verkostet. Nachzulesen hier. Heute steht wieder ein Wein der Familie Nittnaus am Tisch der Wahrheit, diesmal allerdings einer vom Junior, Martin Nittnaus, der unter dem Namen Manila sein eigens “Ding” macht und Weine mit seiner ganz persönlichen Handschrift in die Flaschen zaubert. Er treibt es im Keller noch weiter als sein Vater und verzichtet dort, nach der Spontangärung im gebrauchten Holzfass, auf Filtration und oft auch auf Schwefel. Sein Blaufränkisch Manila 2015, welcher 10 Monate in zwei Fässern gelagert wurde, stammt vom Weingarten Jungenberg in Jois am Leithagebirge. Abgefüllt wurden gerade einmal 1000 Flaschen und eine habe ich heute hier zur Verkostung. Wie weit Manila etwas mit einer möglichen Reisedestination zu tun ist noch abzuklären, hier jedenfalls geht es nicht auf die Philippinen, sondern erst einmal für eine halbe Stunde in die Karaffe um sich ausgehfein zu machen.

19. Dezember 2017 | 0 Kommentare ...alles

Rieslingsekt brut 2015

Wär´s kein Sekt dann wär´s Champagner

Würde man den diesen Sekt als Pirat in eine Champagnerverkostung einschleusen, man hätte grösste Mühe ihn als solchen zu enttarnen.

Winzer/Weingut: Weingut Jülg, Schweigen-Rechtenbach, Pfalz, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von kalkhaltigen Weinbergen die auf deutschem wie auf französischem Territorium liegen.

Rieslingsekt brut 2015 Allgemeines: Bei Klaus Peter Keller und bei Werner Schönleber hat er gelernt und auch auf der berühmten Clos des Lambrays im Burgund hat er sich immenses Wissen angeeignet. Die Rede ist von Johannes Jülg, der gemeinsam mit seinem Vater rund 18 Hektar im Grenzland zwischen Vogesen und Pfälzerwald, dort wo das Elsass die Pfalz berührt, bewirtschaftet. Dort besitzt man kalkhaltige Weinberge auf deutschem wie auf französischem Territorium (40% der Weinberge des Weinguts Jülg liegen auf französischem Staatsgebiet in Wissembourg). „Französische Tradition vereint sich bei uns mit deutscher Innovation und ergibt so einen einzigartigen individuellen Stil”, bringt Johannes Jülg die Philosophie des Hauses auf den Punkt. Neben hervorragenden Weinen macht man aber auch einen Rieslingsekt, der sich keineswegs vor seinen französischen “Kollegen” verstecken muss. Ganz im Gegenteil. Die “Weinwirtschaft” verlieh ihm sogar den Deutschen Sektpreis in der Kategorie Riesling. Ich habe den Rieslingsekt brut 2015, jetzt am Tisch der Wahrheit stehen und freue mich, diesen Sprudel zu verkosten.

9. Dezember 2017 | 0 Kommentare ...alles

Le Coquin 2015

Merlot der rockt

Unkomplizierter, auf alle Schnörkel verzichtender Rotwein für den täglichen Genuss. Ein Alltagstropfen der Lust auf mehr macht.

Winzer/Weingut: Domaine La Louvière, Malviès, Languedoc-Roussillon, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von felsigen Böden am Fuss der Pyrenäen in der AOP Malepère.

La Coquin Allgemeines: Was hat ein Wein mit Wölfen und einer österreichischen Designerin gemeinsam? Mehr als man denkt. Die Rebstöcke der Domaine La Louvière im Languedoc-Roussillon stehen nämlich genau dort, wo sich früher die Wölfe zur Jagd versammelt haben, der Louvière, dem “Wolfsplatz”. Die österreichische Designkünstlerin Cordula Alessandri steuerte das aussergewöhnliche, im Reich der Phantasie angesiedelte Etikettendesign bei und wirkte auch am Gesamtkonzept des Weinguts mit, das 2011 von den beiden Weinliebhabern Nicolas Grohe und Thore Könnecke übernommen wurde. Ich habe heute von den beiden ihren Merlot La Coquin 2015 am Tisch der Wahrheit stehen und bin bereits mehr als gespannt, wie sich dieser “Wolf”, der sich ausnahmsweise nicht im “Schafspelz”, sondern im eleganten Anzug präsentiert, im Glas zeigen wird. Eine halbe Stunde darf er sich in der Karaffe seine neue Umgebung anschauen, dann ist es Zeit für seinen grossen Auftritt. Dann darf er heulen, der Wolf.

7. Dezember 2017 | 0 Kommentare ...alles

Scheurebe 2016

Kein Schischi, dafür umso mehr Hallo

Ein Wein der Eindruck hinterlässt und lange nachwirkt. Aromatisch, gelb und saftig, schlicht ein Prachtstück.

Winzer/Weingut: Weingut Wittmann, Westhofen/Rheinhessen, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von Weingärten, die ohne Herbizide, chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger biologisch bewirtschaftet werden.

Scheurebe 2016 Allgemeines: Philipp Wittmann ist Visionär und Pionier in Sachen ökologischer Weinbau in Deutschland und ein Maßstab in der Bioweinszene. Was immer auch vom Weingut Wittmann aus Westhofen in Rheinhessen kommt, es zählt zum Besten was Deutschland zu bieten hat. Zu diesen zählt auch jener Wein, der heute hier am Tisch der Wahrheit steht, die Scheurebe 2016. Eigentlich möchte Philipp Wittmann auf der Lage auf der sie wächst viel lieber Riesling auspflanzen, doch hindert ihn daran der jährlich wiederkehrende Erfolg den ihm dieser Wein von der so ungeliebten Rebsorte beschert. Teilweise kommen die Trauben sogar aus berühmten Lage Morstein, was den letzten Zweifler von seinen Vorurteilen befreien sollte. Im Grossen Holzfass wurde diese Scheurebe ausgebaut, die Rebstöcke stehen auf kalkhaltigem Braunerdeboden und selbstverständlich wurde spontan vergoren. Jetzt dümpelt sie, die scheue Rebe, bereits seit einer Stunde in der Karaffe vor sich hin, um sich in ihrem schönsten Kleid zu präsentieren.

5. Dezember 2017 | 0 Kommentare ...alles

Grauburgunder *** 2016

Auf dem Weg zum Monument

Wwird in zwei, drei Jahren einfach phänomenal, ein Monument sein und sowohl die Zunge wie den Gaumen ungemein verwöhnen. Jetzt bunkern!

Winzer/Weingut: Holger Koch, Vogtsburg-Bickensohl/Kaiserstuhl, Baden, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von Lößböden auf terrassierten Südlagen in Bickensohl am Kaiserstuhl.

Grauburgunder***2016 Koch Allgemeines:Einiges habe ich bereits verkostet von ihm, von jedem einzelnen Wein war ich bisher begeistert. Die Rede ist von den Weinen Holger Kochs aus Vogtsburg-Bickensohl am Kaiserstuhl in Baden. Holger Koch vergärt seine Weine spontan und baut sie in Holzfässern aus. Schwefel setzt er nur so spärlich ein wie es erforderlich ist. Vor ein paar Jahren hat er auf ökologischen Anbau umgestellt und ist auch zertifiziert. Sein letzter Wein den ich im Glas hatte war der Pinot Noir S 2013, heute habe ich seinen Grauburgunder *** 2016 am Tisch der Wahrheit stehen. Auch den kenne ich bereits, hatte ich ihn erst kürzlich in privater Runde kosten dürfen und war mehr als angetan von diesem feinen Grauburgunder. Heute stelle ich ihn deshalb hier ausführlicher dar. Bevor er aber seinen Weg ins grosse Burgunderglas antreten darf, wird er für eine Stunde in der Karaffe sich selbst und seiner Umgebung überlassen. Weil´s ihm gut tut, wie ich mittlerweile weiss, und weil er an der Luft auch immer feiner wird.

25. November 2017 | 0 Kommentare ...alles