‘La Rocca’ Soave Classico DOC 2015

| 5. Mai 2018 | 0 Kommentare ...alles

Besser geht´s nicht. Weltklasse.

Vergessen Sie am besten alles was sie je über Soave gehört oder gelesen haben. Das hier ist die reinste Sünde.

Winzer/Weingut: Pieropan, Soave/Venetien, Italien.

Lage/Herkunft: Vom Berg Monte Rocchetta mit vulkanischen, basaltreichen Böden

La Rocca 2015 Allgemeines: Soave. Vor nicht allzu langer Zeit noch ein Schimpfwort für Wein. Billigfusel von der Tanke. Alles Vergangenheit. Heute, unter anderem dank der Azienda Vitivinicola Leonildo Pieropan aus Soave, kurz Pieropan genannt, wieder auf einem Niveau, das Weltklasse ist. Vom Berg Monte Rocchetta, der knapp unterhalb der mittelalterlichen Burg, dem Wahrzeichen der Region, liegt, kommt der La Rocca. Ein Soave Classico DOC bianco 2015. 100% Garganega, 100% von den kargen Kalksteinböden dieser Lage. Wie “genial” der La Rocca ist, untermauert eine Bourgogne Blanc-Verkostung des Gambero Rosso, wo man eine Flasche als Pirat versteckte und auf Anhieb den zweiten Platz damit belegte. Mehr Lob ist fast nicht möglich. Ich habe den La Rocca heute hier am Tisch der Wahrheit stehen und werde mir in aller Ruhe und genüsslich meinen Tag damit vertreiben. Weiss ich nämlich schon was mich erwartet, aber heute wird das auch veröffentlicht. In diesem Sinne, ran an die Flasche.

Im Glas: Wie poliertes Rotgold leuchtet der La Rocca saftig aus dem Glas.

In der Nase: Sein Duft schlicht überwältigend. Dunkler Honig, Salbei, Nuss und auch Brioche tummeln sich im Riechorgan. Wuchtig einerseits und tief und dicht, doch letztlich fein und überhaupt nicht schwer. Röstaromen oben drüber, Zedernholz und weisser Flieder als Begleitmusik. Phänomenal, betörend, einfach grandios was da im Glas steht. Ein Hammerduft der süchtig macht und einem seine Nase tief darin versenken lässt.

Im Mund: Einfach unglaublich. Das ist wahrlich grosses Kino. Weich und cremig trifft der La Rocca in der Zungenmitte ein, um sich dort in seinem ganzen frischen Saft über die Ränder zu ergiessen. Schlank, frisch, und kugelrund. Mango schmeckt man, Grapefruit und auch Maracuja. Glattpoliert, geschliffen wie ein Diamant, so nimmt man diesen Tropfen wahr sobald er sich der Zunge angenommen hat. Dabei ist er am Gaumen griffig, zeigt eine ultrafeine herbe Note die dem Kalk geschuldet ist, und geht in ein Finale über, das beeindruckender nicht sein könnte. Feine Röstnoten, dezente Vanille, Flieder, ein Schuss Brioche und eine braune Nuss. Das soll Soave sein? Himmel, ja! So KANN Soave sein, wenn man Soave kann. Welch grandioser Tropfen, welch schaurig schönes Gaumenspiel.

Wie in aller Welt ist es möglich Honig und Nuss, Mango und Flieder, Brioche und Salbei so gekonnt unter einen Hut zu bringen. Wo jeder jedem Platz zur eigenen Entfaltung lässt, wo keiner keinen stört oder nach hinten drängen will. Und wie schafft man es, einem Wein der so cremig wie rund im Mund ist, eine Säureader einzupflanzen, die ihn am Ende frisch, fast frech und knackig mineralisch wirken lässt? Es fühlt sich ungefähr so an, als würde man weiche Propolis-Pillen mit Zitronengeschmack lutschen. Einfach abgefahren. Bekommt der La Rocca dann auch noch ein wenig Luft, so wird er fein und zärtlich herb am Gaumen, verliert fast an Gewicht und zieht wie ein feiner Nebel Richtung Ausgang. Vergessen Sie am besten alles was sie je über Soave gehört oder gelesen haben. Das hier ist die reinste Sünde.

Könnte man Farbe schmecken, so wäre der La Rocca wohl dunkelgelb. Von gold umrahmt. Die saftige Exotik in diesem Wein ist derart dominierend, dass man sich fühlt als wäre man in der Karibik. Am Anfang reife Frucht, danach die feinen Nuss-Briochearomen und dezente Noten von Vanille. Ganz am Ende dann der leise Hauch von Röstung.

Resümee: Ein Soave der alles in den Schatten stellt was bisher da war. Und zur Erinnerung: einer der bei der Gambero Rosso Bourgogne Blanc-Verkostung als Pirat versteckt, den zweiten Platz belegte. Mehr muss man dazu nicht mehr sagen. Ausser, dass man sich von diesem Tropfen kistenweise Vorrat sichern sollte. Der La Rocca hat locker zehn wunderbare Jahr sich und wird von Jahr zu Jahr erneut begeistern. Persönliche Empfehlung.

Tipp: Gewinnt mit Zeit und Luft an Persönlichkeit. Am besten mit 10-12º geniessen. Zur Pasta, zur Gemüseküche und zu frischen Fischgerichten an heller Sauce. Oder solo, da macht er richtig grossen Trinkspass.

Einen Bericht über den ‘La Rocca’ Soave Classico lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein ‘La Rocca’ Soave Classico DOC bianco 2015 von Pieropan aus Soave, Venetien, Italien. Bezugsquelle: Pinard de Picard, Saarwellingen.

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Kategorie: Pinard de Picard, Verkostet

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