Autor: weinsegler

Der Weinsegler ist ein Freund von guten Weinen und “segelt” sozusagen von einem Tropfen zum anderen. Immer darauf achtend, dass die Trinkkultur hoch gehalten, der Wein entsprechend respektiert und sein Erzeuger auch entsprechend gewürdigt wird. Ist es doch gerade dieser, der einen Wein zu einem guten Wein macht und der aus “schlichten Trauben” das schönste und beste Getränk der Welt zaubert.

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Rosé de Meunier Extra Brut

Markenzeichen “Freche Schnauze”

Ein Highlight in rosarot, ein Sprudel der nach Sommer, Sonne, Strand und mehr schreit. Zur Not tut´s auch der Garten oder der Balkon.

Winzer/Weingut: Laherte Frères, Chavot/Champagne, Frankreich.

Lage/Herkunft: Aus Vallée de la Marne in Chavot, von Reben die auf Kalk- und Kreideböden stehen.

Rosé de Meunier Allgemeines: 1889 hat Jean-Baptiste Laherte das Weingut Laherte Frères gegründet. Seit 2005 betreibt der junge Aurélien Laherte – heute bereits in der siebenten Generation – den Betrieb und setzt auf biologischen und biodynamischen Anbau sowie auf totalen Purismus seiner Champagner. 80% der Grundweine werden im Holzfass vergoren und reifen dort auch langsam heran. Der Champagner der heute von ihm bei mir am Tisch der Wahrheit steht ist sein Rosé de Meunier, also ein Schwarzriesling, der aus 30% mazeriertem Rotwein und 60% weiß gekeltertem Pinot Meunier besteht und mit 10% Rotwein für mehr Farbe versetzt wurde. 50% der Weine sind Reserveweine. Sechs Monate Hefelager und 2,5 g/l Dosage sind die restlichen Paramater. Die Trauben für diese Cuvée stammen aus Vallée de la Marne in Chavot, der Boden dort besteht hauptsächlich aus Kreide/Kalk. Und jetzt ist Schluss mit dem Gelabere, jetzt wird dieser Sprudel von seinem Kork befreit weil ich schon ungeduldig bin und wissen will, wie dieser rosarote Panther schmeckt.

19. Juni 2018 | 0 Kommentare ...alles

Fino del Lagar “Electrico”

Fino der elektrisiert

Das ist Fino auf höchstem Level; Weltklasse. Und wer ganz mutig ist, gerade jetzt im Sommer, wirft eine Scheibe Zitrone oder Limette rein und staune.

Winzer/Weingut: Bodega Toro Albalá, Aguilar de la Frontera, Córdoba, Spanien.

Lage/Herkunft: Von kargen pulverig weißen Albariza-Böden von Montilla-Moriles.

Electrico 2017 Allgemeines: Sherry und Andalusien gehören zusammen wie Brot und Butter. Pedro Ximenez (PX) heisst die Rebsorte, die für die weltbekannten und unverkennbaren Süssweine dieser Region verantwortlich zeichnet. Doch muss es nicht immer süss sein, es geht auch trocken. Und zwar richtig trocken. Zu vergleichen mit einem guten Sherry, und hier kommt das Wort Amontillado ins Spiel. In Antonio Sanchez Romeros Bodega Toro Albalá, die in Spanien den allerbesten Ruf besitzt, keltert man aus Pedro Ximenez den legendären hellen und knochentrockenen Fino “Electrico”, der nach dem ehemaligen Elektrizitätswerk, in dessen Gemäuern er auch produziert wird, benannt ist. Zehn Jahre hat der Electrico in der Solera verbracht (ohne aufgespritet zu werden) und dort seine natürlichen 15 Vol.% durch die natürliche biologische Reifung unter der Florhefeschicht erreicht. Heute kommt der Electrio ins Glas und ich bin gespannt, wie “elektrisierend” diese trockene Legende wirklich ist.

5. Juni 2018 | 0 Kommentare ...alles

Halenberg Auslese 2016

Immer viel zu wenig da

Der Tropfen ist die pure Wonne. Sinnlich, sexy, rassig, kurvig. Und darunter eine herrlich feine Schieferwürze.

Winzer/Weingut: Emrich-Schönleber, Monzingen/Nahe, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von der legendären Monzinger Lage Halenberg.

Halenberg Auslese 2016 Allgemeines: Wer Nahe und Riesling sagt, muss auch Emrich-Schönleber sagen. Was das Duo Frank und Werner Schönleber aus seinen legendären Monzinger Lagen “Frühlingsplätzchen” und “Halenberg” Jahr für Jahr hervor zaubert ist schlicht phänomenal. Seit Jahren singt man Hymnen auf deren Rieslinge, die Riege internationaler Journalisten, allen voran Parker, Reinhardt und Co., überschlägt sich nur mit Lobgesängen. Die Auslesen von Emrich-Schönleber gehören zu den besten die man bekommen kann, und eine solche, nämlich die Monzinger Halenberg Riesling Auslese 2016, habe ich heute hier am Tisch der Wahrheit stehen. Vor fast genau einem Jahr hatte ich die Freude, den Riesling Mineral 2015 verkosten zu dürfen und war hin- und hergerissen von diesem grandiosen Tropfen. Nicht minder erwartungsfroh mache ich mich deshalb heute über die Auslese her und erwarte mir ein ebensolches Furioso wie ich es bereits erleben durfte. Die Gläser sind poliert, ich bin neugierig, es kann also fröhlich losgehen.

29. Mai 2018 | 0 Kommentare ...alles

Trebbiano d´Abruzzo DOC 2014

Ein humorbefreiter Avantgardist

Der Kerl ist komplett humorbefreit und nur für Freunde karger, aber saftiger und dichter Mineralität geeignet.

Winzer/Weingut: Emidio Pepe, Torano Nuovo/Teramo, Abruzzen, Italien.

Lage/Herkunft: Von durchschnittlich 30 Jahre alten Reben rund um Torano Nuovo.

Trebbiano Pepe 2014 Allgemeines: Seit mehr als fünfzig Jahren macht Emidio Pepe in Torano Nuovo/Teramo, Abruzzen, Wein. Wein, der weit abseits des Mainstreams wandelt, dem der Zusatz von Hefen ein Fremdwort ist. Handlese und Spontanvergärung sind selbstredend. Anzufügen sei, dass das Emidio Pepe ständig als einer der besten und treuesten Interpreten von Trebbiano anerkannt wird und jedes Jahr tiefe und wunderbare Weine produziert, deren Mineralik und Geschmack unverkennbares Markenzeichen der Region sind. Vor einer Weile stand hier sein Montepulciano d´Abruzzo zur Verkostung an, heute steht Emidio Pepes Trebbiano d´Abruzzo DOC 2014 am Tisch der Wahrheit. Wie schon der Montepulciano ist auch der Trebbiano ungeschönt, unfiltriert, unmanipuliert und so natürlich wie möglich belassen und kaum geschwefelt. Einzig der Ausbau erfolgte nicht im Holz, sondern im Betontank. Wie es sich für die Weine des grossen Meisters gehört, darf sich auch der Trebbiano erst einmal für eine Stunde in der Karaffe akklimatisieren.

22. Mai 2018 | 0 Kommentare ...alles

Albesani 2013 Barbaresco

Daran führt kein Weg vorbei

Reif, dicht, saftig, füllig, fein, rot, würzig, edel, unerreicht. Man weiss bereits jetzt ohne jeden Zweifel wo diese Reise hingehen wird.

Winzer/Weingut: Cantina del Pino, Barbaresco/Langhe, Piemont, Italien.

Lage/Herkunft: Von den besten Barbaresco-Lagen des Weinguts.

Albesani 2013 Barbaresco Allgemeines: Barbaresco. Schon der Name löst bei mir erhöhten Speichelfluss aus. Gehört die Rebsorte Nebbiolo nicht umsonst zu meinen absoluten Lieblingen. Wenn dieser dann auch noch von Renato Vaccas Cantina del Pino aus Barbaresco im Piemont kommt, dann ist die Freude umso grösser. Wie alle Weine, ist auch der Albesani 2013 welcher heute am Tisch der Wahrheit steht, ungeschönt und unfiltriert. Es ist Philosophie des Weinguts nicht am Wein “rumzuschrauben”, sondern ihn ohne Manipulation einfach “werden” zu lassen. Mit dem köstlichen Langhe Nebbiolo 2013 und dem Dolcetto d´Alba 2013 hatte ich bereits die Ehre, der Barbaresco Albesani 2013 stellt hier und heute das Highlight der Verkostung dar. Und weil der gute Tropfen für etwas Sauerstoff auch mehr als dankbar ist, darf er sich in der Karaffe eine Stunde mit frischer Luft anreichern, bevor er seinen grossen Auftritt hat. Die Wurst ist aufgeschnitten, das Brot ebenso, das Glas ist poliert, von mir aus kann es losgehen mit dem freudigen Ereignis.

12. Mai 2018 | 0 Kommentare ...alles

Sulzfelder Blauer Silvaner 2016

Brennt sich ein, geht nicht mehr weg

Silvaner aus einer anderen Galaxie, Silvaner der einen innehalten lässt und Emotionen auslöst.

Winzer/Weingut: Zehnthof Luckert, Sulzfeld am Main, Unterfranken, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von der Lage Maustal welche an den Mainhängen südlich von Sulzfeld liegt.

Blauer Silvaner 2016 Allgemeines: Zurück in Franken. Zurück beim Silvaner. Zurück bei den Weinen der beiden Vollblutwinzer Wolfgang und Ulrich Luckert vom gleichnamigen Zehnthof Luckert in Sulzfeld am Main. Die Luckerts bewirtschaften ausschließlich ihre in Sulzfeld in den Lagen Maustal und Cyriakusberg liegenden Weinberge. Was waren das für tolle Tropfen die ich bereits von den beiden verkostet habe, was haben der Blaue Silvaner Maustal und der Gelbkalk Sonnenberg Spass gemacht. Unvergessen sind sie. Heute habe ich das Vergnügen wieder einmal einen Blauen Silvaner am Tisch der Wahrheit zu haben, und zwar den Sulzfelder Blauer Silvaner 2016, der wie der Grüne Silvaner von den Muschelkalkböden aus dem Maustal kommt. Nur dass die Trauben des Blauen Silvaner eine zart rote Färbung haben. Ausgebaut wurde auch dieser Tropfen im traditionellen Holzfass. Und weil ich die beiden anderen Weine bereits kenne, wird auch der Sulzfelder Blauer Silvaner in die Karaffe umgefüllt und dort für eine Stunde sich selbst mit seiner Umgebung überlassen. Aber nicht in Franken, sondern hier bei mir, in Wien.

8. Mai 2018 | 0 Kommentare ...alles

‘La Rocca’ Soave Classico DOC 2015

Besser geht´s nicht. Weltklasse.

Vergessen Sie am besten alles was sie je über Soave gehört oder gelesen haben. Das hier ist die reinste Sünde.

Winzer/Weingut: Pieropan, Soave/Venetien, Italien.

Lage/Herkunft: Vom Berg Monte Rocchetta mit vulkanischen, basaltreichen Böden

La Rocca 2015 Allgemeines: Soave. Vor nicht allzu langer Zeit noch ein Schimpfwort für Wein. Billigfusel von der Tanke. Alles Vergangenheit. Heute, unter anderem dank der Azienda Vitivinicola Leonildo Pieropan aus Soave, kurz Pieropan genannt, wieder auf einem Niveau, das Weltklasse ist. Vom Berg Monte Rocchetta, der knapp unterhalb der mittelalterlichen Burg, dem Wahrzeichen der Region, liegt, kommt der La Rocca. Ein Soave Classico DOC bianco 2015. 100% Garganega, 100% von den kargen Kalksteinböden dieser Lage. Wie “genial” der La Rocca ist, untermauert eine Bourgogne Blanc-Verkostung des Gambero Rosso, wo man eine Flasche als Pirat versteckte und auf Anhieb den zweiten Platz damit belegte. Mehr Lob ist fast nicht möglich. Ich habe den La Rocca heute hier am Tisch der Wahrheit stehen und werde mir in aller Ruhe und genüsslich meinen Tag damit vertreiben. Weiss ich nämlich schon was mich erwartet, aber heute wird das auch veröffentlicht. In diesem Sinne, ran an die Flasche.

5. Mai 2018 | 0 Kommentare ...alles