Condrieu “La Combe de Malleval” 2013

| 6. Juni 2017 | 0 Kommentare ...alles

Geht unter die Haut, berührt die Seele

Anders, fremd und ungewohnt. Und doch irgendwie vertraut weil man davon berührt wird. Groses Kino. Wein der die Seele streichelt.

Winzer/Weingut: Domaine Ogier, Ampuis, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von den Parzellen La Combe und Malleval in Condrieu, deren Rebstöcke auf Granitböden stehen.

La Combe de Malleval Allgemeines: Condrieu. Allein der Name sorgt bei mir bereits dafür, dass mir das Wasser im Mund zusammen läuft. Der Grund heisst Viognier. Eine Rebsorte mit der man ganz viel Mist, aber auch ebenso geniale Weine machen kann und denen man, so man wenig Säure bevorzugt, hoffnungslos verfällt. Einer, der besonders gut mit Viognier umgehen kann, ist Stéphane Ogier aus Ampuis an der Côte Rotie. Nicht nur seine Cotes du Rhone und Syrah sind Weltklasse, auch was er aus Viognier macht ist einzigartig. Deshalb steht heute auch sein Condrieu “La Combe de Malleval” 2013 am Tisch der Wahrheit. Dieser Wein stammt von den zwei kleinen Parzellen die Stéphane Ogier in Condrieu besitzt, von La Combe und Malleval. 100% Viognier, gewachsen auf Granit, was bereits auf eines hinweist das Stéphane Ogiers Weine immer besonders auszeichnet; Mineralität. Ich freue mich auf diesen edlen Tropfen und bevor er in das Glas darf, wird er für eine Stunde in der Karaffe zu seiner Akklimatisierung sich selbst überlassen.

Im Glas Stahlend gelb lugt der La Combe de Malleval aus seinem Becher raus.

In der Nase: Der Duft ein Traum. Papaya, Mango und auch Litschis, vereint mit Hibiskusblüten und einem Tick Akazie. Ungemein tief und dicht und doch so fein weil auch pikant. Über allem eine Würze die sehr schwer beschreibbar ist. Gelbherb trifft es wohl am ehesten. Verführerisch, animierend, eine echte Schnüffelnase. Speichelfluss inklusive.

Im Mund: Irre! Einfach überwältigend das Mundegfühl. Butterweich strömt der La Combe de Malleval auf die Zungenmitte und setzt augenblicklich Aromen von weissen Blüten, von Akazie, Honig, Litschis und Papayas frei. Er ist cremig und doch alles andere als breit. Die Würze unbeschreiblich, weil so enorm und beeindruckend. Am Gaumen druckvoll und wie von Zauberhand extrem leicht und fein gemacht. Man kann den Boden spüren, ihn fast atmen und man ertappt sich, wie man plötzlich einen richtig grossen Schluck von diesem Tropfen nimmt um ihn in seiner ganzen Pracht im Mund zu spüren. Was ist das für ein Spass, wie wunderschön fühlt sich das an, wie herrlich schmeckt das herbe Gelb. Ein Traum der niemals enden möge.

Viognier ist sicher nicht jedermanns Sache. Die Rebsorte geizt mit Säure und protzt in der Regel mit Alkohol, ist oft füllig und alles andere als fruchtig, obwohl Marille, Mango und Papaya ihre ständigen Begleiter sind. Was Stéphane Ogier allerdings daraus macht ist Weltklasse. Was der La Combe de Malleval im Mund abhält ist richtig grosser Gaumenzirkus. Weich und doch frisch, füllig aber nie breit, enorm würzig und zart unterfüttert von herber Frucht. Am Zungenrand klar und fast schon salzig, im Abgang einfach endlos. Der Witz daran ist, dass der Tropfen rund und weich ist und sich trotz allem immer äusserst fein anfühlt was letztlich seiner phantastischen Mineralität geschuldet ist. Man muss den Kerl einfach lieben.

Immer vielschichtiger wird der La Combe de Malleval an der Luft, immer beeindruckender sein Duft und seine unbeschreibliche Aromatik. Man will nie mehr Süsses, nur mehr saftig Herbes. Man will nur mehr riechen dran und am Ende dieses Fremde spüren und schmecken, es umarmen und sich darin baden. Das ist Viognier der absoluten Spitze, das ist Condrieu in seinem bezauberndsten Kleid.

Resümee: Gelb, herb, blütig, mineralisch, fruchtig, weich und fein und rund und klar und … dieser Wein berührt die Seele, geht unter die Haut. Der La Combe de Malleval ist Emotion und wer sich erst mit ihm ein wenig arrangiert hat, schwört ihm danach bedingungslose Treue. Ich verehre Condrieu, ich schätze Viognier, ich liebe diesen Wein. Persönliche Empfehlung.

Tipp: 30-60 Minuten in die Karaffe damit und mit 10-12º geniessen. Asiaküche ist sein Favorit, da kommt sonst nicht wirklich viel mit. Ohne alles genossen ein Wein der einen träumen, fliegen, leiden, weinen und genauso unbeschreiblich glücklich sein lässt.

Einen Bericht über den La Combe de Malleval lesen Sie auch hier.

Wein & und Winzer-Info:

Condrieu La Combe
Wein: La Combe de Malleval
Winzer: Domaine Ogier
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: -2018+
Anbau: Naturnah
Ausbau: Holzfass > 300 l
Besonderes: Extrem säurearm
Dekantieren: Ja

Den Wein gibt es in der Weinfachhandlung K&U Weinhalle in Nürnberg zu beziehen.

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Kategorie: K&U Weinhalle, Verkostet

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