Saint-Auguste, VdP du Var 2014

| 26. Mai 2017 | 0 Kommentare ...alles

Auf Terrassen und zwischen den Flüssen geboren.

Einfach unbeschwert geniessen und Spass haben. Sehr viel Wein für richtig kleines Geld.

Winzer/Weingut: Domaine de Triennes, Nans-les-Pins, Provence, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Weingärten in der Provence mit Lehm- und Kalksteinböden.

Saint-Auguste Allgemeines: Wer die Domaine de Triennes aus der Provence bis heute noch nicht kennt, der hat echt was versäumt. Macht man dort nämlich Weine die nicht nur grandios gut sind, nein, sie sind auch allesamt mehr als leistbar. Höchste Qualität quasi “spassbepreist”. Warum das so ist, ist ganz einfach erklärt. Die zwei Herren die dort am Werk sind, sind niemand geringere als Jacques Seysses von der Domaine Dujac und Aubert de Villaine von Romanée-Conti. Ich glaube, mehr muss man zu diesen Namen nicht sagen. Die beiden wollten einfach leistbare Weine für alle machen und haben aus diesem Grund eben die Domaine de Triennes aus der Taufe gehoben, von wo mittlerweile die mintunter besten Weine aus der Provence kommen. Einen hatte ich bereits, den Rosé de Triennes, ein Rosé zum Träumen. Heute steht der Saint-Auguste, eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Syrah, Merlot am Tisch der Wahrheit und auch von dem habe ich bereits gekostet und war hin und weg davon. Aber alles dazu hier mit allergrösster Freude in ungekürzter Version.

Im Glas: In dunklem kirschrot steht der Saint-Auguste im Glas.

In der Nase: Es duftet verführerisch nach Pflaumen, schwarzen Kirschen und einem Schuss Nelke. Es fühlt sich saftig in der Nase an, ist richtig frisch und das Büschel feiner getrockneter Kräuter sorgt dafür, dass man die Provence tatsächlich riechen kann. Etwas Laub im Hintergrund, Thymain, Lavendel und der Duft von Unterholz komplettieren diesen dunkelwürzigen Duft, der grosses Verlangen nach dem ersten Schluck aufkommen lässt.

Im Mund: Einfach phantastisch! Kaum kommt der Tropfen auf der Zunge an, legt er aus dem Stand so richtig los. Trocken wie ein Wüstensturm bläst er durch die Luke, lagert dabei feinstes Tannin auf der Zunge und am Gaumen ab, lässt die Aromen reifer Kirsche und auch Pflaume schmecken und schiebt einen Spritzer Muskat hinterher. Dabei rieselt es im Mund, man kann den Wein fast beissen. Eine Säureader die vor Frische bebt, ein Gerbstoffkleid das so fein wie kühl ist und eine Würze die betört. Das alles zeigt der Saint-Auguste mit einer unaufgeregten Selbstverständlichkeit die schlicht verblüfft. Den Tropfen muss man spüren im Mund um zu begreifen was da wirklich abgeht. Der lebt, der pocht, der knistert vor Spannung.

Im Viertelstundentakt legt der Saint-Auguste zu, wird immer würziger, immer mineralischer. Helle Tabakblätter haben sich dazu gemischt. Auf der Zunge steht in der Zwischenzeit ein Wein der weit im Hintergrund schwarze Johannisbeeren erkennen lässt, sich aber sonst nur über seine enrome Würze und Mineralität definiert. Erst wenn er etwas an Temperatur gewinnt trauen sich die dicke Pflaume und die Kirsche wieder aus ihrem Versteck hervor, treten aber ziemlich schüchtern auf. Hinter den Lippen treiben seidige Tannine ihr neckisches Spiel, über den Gaumen zieht eine Wolke feinster Kräuter und edlem Tabak. Der Abgang lang und kraftvoll, der Nachhall herrlich dunkelwürzig. Ein Fest im Mund, bei dem man gern der letzte Gast ist.

Nach ungefähr zwei Stunden hat der Saint-Auguste seine “Reiseflughöhe” erreicht. Dann glänzt er mit wirklich saftiger Frucht, mit subtiler Mineralik, mit edler Würze und einem Mundgefühl, das durch die Harmonie der lebendigen Säureader und dem seidigen Gerbstoffkleid schlichtweg phantastisch ist. Dann ist er kompakt und feingliedrig zugleich, ist lebhaft und frisch, sorgt für enormen Trinkfluss und betört mit allem was die Provence an Kräutern und Gewürzen anzubieten hat.

Resümee: Der Saint-Auguste ist sehr viel Wein für richtig kleines Geld, macht Spass, verführt, hat Charakter und eignet sich hervorragend für die Lagerung. Der legt in den nächsten Jahren noch enorm zu und wird für das eine oder andere Weinhighlight sorgen. Ich hab mir (m)eine Kiste bereits gesichert. Und Sie?

Tipp: Geben Sie ihm eine Stunde in der Karaffe und trinken sie ihn mit frischen 16º zu allem was vom Grill kommt. Oder ohne alles, da macht er auch Spass!

Einen Bericht über den Saint-Auguste lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Saint-Auguste, VdP du Var 2014 von der Domaine de Triennes aus Nans-les-Pins in der Provence, Frankreich. Bezugsquelle: Pinard de Picard, Saarwellingen.

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Kategorie: Pinard de Picard, Verkostet

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