Stichwort: Burgenland

Darscho 2011 Chardonnay

Sensorische Geschmacksorgie.

Erotisch, opulent und sündhaft. Der Wein ist Sünde pur. Wer sich auf diesen Tropfen einlässt, der wird ihm für immer hoffnungslos verfallen.

Winzer/Weingut: Weinbau Velich, Apetlon/Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Von Sand-, Lehm- und Geröllböden im Nationalpark Neusiedlersee/Seewinkel im tiefsten Burgenland.

Darscho Flasche/Etikett: Auf der dunklen Burgunderflasche klebt ein so einfaches wie auch gefälliges Etikett. In schlichtem gedeckten weiss und blau gehalten, steht im weissen Teil in schwarz in Grossbuchstaben DARSCHO und unterhalb ganz klein der Jahrgang drauf. Das war’s dann auch schon wieder. Weniger ist mehr. Im blauen, schmäleren Teil in weiss VELICH Apetlon und am unteren Rand das was unbedingt auf einem Weinetikett angeführt sein muss. Mehr gibt es nicht. Auch kein Rückenetikett wo man erfahren könnte, was in dieser Flasche drin ist. Weiss man oder recherchiert man. Am besten auf der schön gestalteten Webseite des Weinguts. Eingefasst ist die Flasche mit einer gelben Kopfmanschette auf welcher das Logo der Renommierte Weingüter Burgenland, dessen Mitglied das Weingut Velich ist, prangt. Bevor der Darscho aber den Beweis antreten darf und muss, dass er nicht von dieser Welt ist, kommt er für eine Stunde in die Karaffe.

Im Glas: In strahlendem gelbgrün steht der Darscho im Burgunderglas.

17. Dezember 2014 | 0 Kommentare ...alles

Blaufränkisch Reihburg 2011

Elegantes Monument in feinstem Tuch.

Blaufränkisch auf die Spitze getrieben. Monumental, elegant sowie seidig kühl und fein. Für die grossen und ganz besonderen Momente.

Winzer/Weingut: Uwe Schiefer, Welgersdorf im Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Von eisenhaltigen Lehm- und Schiefer, sowie Quarz- und Schotterböden der burgenländischen Eisenberg-Region.

Reihburg 2011 Flasche/Etikett: Bestens bekannt ist das auffällige Etiketten-Design, welches auch die letzte dunkle Burgunderflasche mit dem kostbaren Inhalt ziert. In diesem Fall noch dunkler als gewohnt, nur mehr ganz wenig von rot und violett zu sehen, fast schwarz in seiner gesamten Erscheinung ist die Grafik die sich tief in den weissen Bereich der Weinbeklebung zieht. In schwarz rechts aussen wie gehabt schiefer, leicht angeprägt und partiell lackiert. Im linken Teil Blaufränkisch ‘r’ und unterhalb in rot Reihburg 2011.

Auch dieses Etikett ist in einem Stück gefertig und so steht auch hier am rechten schwarzen Rand in weisser Schrift alles drauf was sonst noch wesentlich und wissenswert ist. Wie bereits der Jahrgang 2009 weist auch der Jahrgang 2011 einen Alkoholgehalt von 13,5 %vol. auf. Und wie schon 2012 dem 2009er wird auch 2014 dem 2011er zwei Stunden Zeit in der Karaffe gegeben um unter gleichen Voraussetzungen ins Glas zu kommen.

Im Glas: Dichtes dunkelrot mit kräftigem violetten Schimmer steht im Glas. Fast blickdicht im Kern, annähernd schwarz.

1. Dezember 2014 | 0 Kommentare ...alles

Blaufränkisch Szapary 2012

Schwereloses Trinkvergnügen.

Blaufränkisch auf die absolute Spitze getrieben. Hat mit konventionellen Marmeladepressungen überhaupt nichts am Hut.

Winzer/Weingut: Uwe Schiefer, Welgersdorf im Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Von eisenhaltigen Lehm- und Schiefer, sowie Quarz- und Schotterböden der Lage Szapary im Burgenland.

Szapary 2012 Flasche/Etikett: Auf der dunkelbraunen Burgunderflasche klebt wie gewohnt das typische “Schiefer-Etikett” mit jener Grafik die an einen blutigen Daumenabdruck oder an eine rot verfärbte Zunge erinnert. Im Fall des Szapary ist die Grafik dunkelrot gestaltet. Violette Einschlüsse sorgen für farblichen Kontrast. blaufränkisch “s” steht in feiner Schrift in Kleinbuchstaben im linken unteren Bereich und drunter in rot szapary 2012. Im rechten Eck ganz unten in schwarz wie üblich schiefer, ebenso in Kleinbuchstaben eingedruckt und noch dazu ein wenig hoch geprägt und partiell lackiert. Wenn schon, denn schon. Am rechten äusseren Rand der wieder ganz in schwarz gehalten ist, steht in weiss alles drauf was drauf sein muss. Den Rest findet der neugierige Weinfreund in der Flasche. Da der Szapary noch ein richtig junger Hüpfer ist, kommt er bevor er sich im Glas austoben darf, für eine Stunde in die grosse Karaffe um sich an die frische Luft zu gewöhnen.

Im Glas: Dunkles rubinrot mit einem leicht violetten Schimmer funkelt aus dem Glas heraus.

29. November 2014 | 0 Kommentare ...alles

Pinot Noir 2011 Uwe Schiefer

Eleganz im Barbour-Style.

Ein Spätburgunder für das Moor, das schottische Hochland, oder für die unendlichen Weiten des regionalen Flachlands.

Winzer/Weingut: Uwe Schiefer, Welgersdorf, Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Von den Lagen Hannersberg, Königsberg und dem Rechnitzer Weinberg.

Pinot Noir 2011 Flasche/Etikett: Schwarz wie die Nacht ist nicht nur die wuchtige Flasche, sondern auch das Etikett das auf ihr klebt. Das einzige weisse Teil das sich von der dunklen Fläche abhebt ist ein Komet. Oder Meteorit. So genau weiss man das nicht und ist auch nur schwer festzustellen. Auf jeden Fall hat es etwas ‘ausserirdisches’ an sich. Unten steht in weiss dann noch der Jahrgang 2011, ebenfalls in weiss. Schiefer ist in schwarz auf schwarz gedruckt und nur erkennbar weil es ganz leicht hochgeprägt ist und sich durch die Spiegelung verrät. Rechts aussen am einteiligen Etikett in weiss wieder alles was man wissen muss über diesen besonderen Wein, der nur in besonderen Jahren erscheint. Irgendwie hat diese Erscheinung etwas mystisches, exterritoriales an sich und macht richtig neugierig auf das was drin ist. Damit sich der Komentenwein aber auch entsprechend auf seinen Eintritt in die Erdatmosphäre vorbereiten und an sie gewöhnen kann wird er, um jedes Schockerlebnis zu vermeiden, für eine Stunde in die Karaffe befördert.

Im Glas: Erdbeerhimbeerrot mit leicht orangebräunlicher Tönung leuchtet der Wein aus dem Glas heraus.

1. November 2014 | 0 Kommentare ...alles

Merlot ‘m’ 2012

Vorschub wie eine alte Antonow.

Ein Wein der mit Bedachtsamkeit genossen werden solte. Mit diesem Serum kann man nämlich Elefanten jagen.

Winzer/Weingut: Uwe Schiefer, Welgersdorf, Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Von eisenhaltigen Lehm- und Schiefer, sowie Quarz- und Schotterböden der burgenländischen Eisenberg-Region.

Merlot m 2012 Flasche/Etikett: Dick und dunkelschwarz ist das Gebinde in welchem der Merlot m vor sich hin schlummert. Beklebt ist die Flasche mit dem typischen Schiefer’schen Etikett. In diesem Fall in violett und schwarz gestaltet, dunkel wie der Wein der sich dahinter verbirgt. Tiefgründig und so opulent wie es vielleicht die Alkoholangabe bereits vermuten lässt? Durchzogen ist der tiefviolette Tropfen, Daumenabdruck bzw. die blau verfärbte Zunge von einem silbernen Faden. Am Ende hängt so etwas wie eine Ananas, in silber, was jedoch wohl eher eine Beere darstellen soll. Unten steht im scheeweissen Teil schiefer wie gewohnt in Kleinbuchstaben fett gedruckt und in silber merlot ‘m’ 2012. Den rechten, tiefschwarzen Bereich des einteiligen Etiketts füllen wieder sämtliche relevanten Informationen über den Wein. Wie schon erwähnt, springen einem hier die 14,5 %vol. sofort ins Auge und sorgen bereits vor dem Antrunk für ein wenig Ehrfurcht. Bevor der Merlot m aber ins Glas kommt wird er in die grosse Karaffe umgefüllt und darf dort für zwei Stunden reichlich Luft aufnehmen.

Im Glas: Dunkelkirschblutrot bis violett steht der Merlot m im Glas und fliesst nur langsam wieder von der Glaswand ab.

31. Oktober 2014 | 0 Kommentare ...alles

Welschriesling 2013 Schmelzer

Frisch und voll im Mundgefühl.

Einfach und doch mit dem gewissen Touch, ein unkomplizierter Begleiter für so gut wie jeden Anlass.

Winzer/Weingut: Georg Schmelzer, Weingut Köllan, Gols/Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Von den besten Lagen rund um Gols am Neusiedlersee.

Welschriesling 2013 Flasche/Etikett: Wie alle anderen Etiketten ist auch dieses unverkennbare, turmhohe Stück Weinbeklebung mit der Urpflanze aus Goethes Metamorphosenlehre abgebildet. Riesengross steht sie in der Mitte des in drei Teilen aufgebrachten Etiketts. Oben Schmelzer in einer Art Frakturschrift, darunter eben Goethes Monumentalgewächs und ganz unten welschriesling 2013, ebenfalls in Frakturschrift. Wie gewohnt das Hauptetikett in der Mitte in Form eines Trichters gestanzt um den Verlauf in die Tiefe zu symbolisieren.

Am rechten Etikett Das Mailied, ein Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe vollständig aufgedruckt und am linken Teil der Etikettentrilogie alles was über den Wein zu sagen und zu wissen ist. Inklusive einer kurzen Erläuterung über die Böden, die Herstellung sowie ein paar sensorische Bemerkungen. Eine Lagekarte von Gols am Neusiedlersee sowie das Demeter-Siegel komplettieren alles. Ohne weiteres Warten wird der Wein von seinem Schraubverschluss befreit und eingegossen.

Im Glas: Klares strohgelb dreht seine Kreise im Glas.

22. Oktober 2014 | 0 Kommentare ...alles

Königsberg 2012 Alte Weingärten

Rassig & elegant wie eine 59er Corvette.

Auf neudeutsch würde man wohl sagen “der Wein ist mehr als sexy, er ist einfach heiss”. Grandioses Weinerlebnis!

Winzer/Weingut: Uwe Schiefer, Welgersdorf, Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Vom Königsberg bei Hannersdorf, wo die Böden von Kalk dominiert werden.

Königsberg 2012 Flasche/Etikett: Auf der wuchtigen Burgunderflasche klebt das vertraute Etikett mit der so vielfältig interpretierbaren Grafik. In diesem Fall auf weissem Untergrund in dunkelrot, schon ins violett abdriftend. Laut Uwe Schiefers Auskunft soll jeder frei entscheiden können was er sich darunter vorstellt, der Grundgedanke war jedoch eine Zunge mit ihren Verfärbungsgraden darzustellen. Unterhalb der Grafik in dicker fetter Schrift in Kleinbuchstaben schiefer und am unteren Rand blaufränkisch “k” alte weingärten in schwarz und königsberg 2012 in rot. Rechts aussen, im gänzlich schwarzen Teil des Etiketts wieder alles was sonst noch angeführt sein muss und fertig ist das Kunstwerk. In einem Stück gedruckt und aufgebracht spart man so ein zweites Stück Papier und auch einen Arbeitsdurchgang. Clever. Um dem Königsberg Alte Weingärten entsprechend die Möglichkeit zu geben sich in seiner ganzen Pracht zu zeigen, darf er sich für eine Stunde in der grossen Karaffe akklimatisieren.

Im Glas: Dunkles Granatrot steht klar im Glas. Violette Reflexe blitzen auf.

1. Oktober 2014 | 0 Kommentare ...alles