Rosato 2012

| 3. Juli 2013 | 0 Kommentare ...alles

Cremig-herb & konzentriert.

Rosé für jene Tage, an denen der Sommer nicht so recht weiss ob er gerade aus dem Frühling kommt oder bereits auf seinem Weg in den Herbst ist.

Winzer/Weingut: Castello di Ama, Gaiole/Chianti, Siena, Italien.

Lage/Herkunft: Mittels Saignée, aus dem Vorlauf des Chianti Classico gewonnen. Von steinigen Kalkstein-Lehmböden.

Rosato 2012 Flasche/Etikett: Auch der Rosato ist in der schlanken Bordeauxflasche abgefüllt. Von der es übrigens 41.000 mit dem rosaroten Inhalt gibt. Auch diese Flasche ziert das turmhohe crémefarbige Etikett mit dem in einer Rüstung auf einem Pferd sitzenden Ritter bei dem es sich um den den italienischen Condottiere Guidoriccio da Fogliano handelt. Darunter wieder der IGT-Hinweis sowie diesmal der Name des Weines, entsprechende dem Inhalt angepasst, in dunklem Rosa. Unterhalb auch hier wieder das Logo des Castello di Ama, die zwei Wappenschilder. In Ermangelung eines Rückenetiketts steht auch auf dem das Wichtigste am unteren Ende und das war´s dann auch auf diesem Etikett. Ein Hinweis darauf was drin ist, Fehlanzeige. Muss man eben wissen. Wie es sich für einen echten rosaroten Freundenspender gehört, ist der Rosato auf Knopfdruck ‘einsatzbereit’ und kommt direkt aus der Flasche in die leeren Gläser.

Im Glas: Leuchtend rot wie ein Kirschkracherl funkelt der Rosato kristallklar aus dem Glas heraus.

In der Nase: Im Duft ist er realtiv verhalten, überfällt einen nicht mit allem was er hat. Man riecht Kirschen und auch Waldbeeren ohne dass diese sich um die Vorherrschaft streiten. Interessanterweise mischt sich eine durchaus mineralische Note unter die Aromen, etwas leicht Steiniges. Erst nach ein paar Minuten im Glas und intensivem Schwenken öffnet sich der Duft immer mehr, wird kräftiger, frischer, klarer und sogar etwas würziger. Er nimmt Fahrt auf und eine leichte Grapefruitnote sticht durch. Ein erfrischendes wie auch einladendes Bukett das echten Spass macht in der Nase.

Im Mund: Butterweich, aber mit lebendiger und aktiver Säure kommt der Rosato auf die Zunge. Vordergründig sehr fruchtig, wechselt der Wein aber augenblicklich seinen ‘Modus’ und stellt eine durchaus ausgegrägte Mineralik in den Vordergrund. Nimmt man zuerst reife Kirschen wahr, drückt es einem unmittelbar danach eine frische Säure auf die Zunge die für ein zitroniges Lächeln sorgt. Dafür verantwortlich zeichen nicht ganz reife Erdbeeren welche am Zungenende für ein lustiges Prickeln sorgen. Vom Mundgefühl her ist der Rosato rund, weich, fast cremig, büsst aber dadurch nichts von seiner belebenden Frische ein. So wie er sich zeigt ist er kein Rosé für Dandys, hat durchaus Kraft und ist alles andere als ein einfaches rosarotes Wässerchen.

Als bekennender Provence-Rosé-Liebhaber ist es immer wieder interessant Rosés aus anderen Regionen und Ländern sowie die damit verbundenen Unterschiede kennenzulernen. Der Rosato kommt mit einer komplett anderen Stilistik daher, ist molliger aber trotzdem frisch, ist fruchtbetonter aber deswegen nicht nur banal fruchtig. Er zeigt eine schöne mineralische Note auf der Zunge, die gepaart mit der lebendigen Säure für richtig Leben auf ihr sorgt. Über den Gaumen zieht der Rosato dann mit einem cremig-herben Film und beschert einem einen ebensolchen Abgang. Erst da kommt die volle Mineralik des Rosatos so richtig zum Ausdruck. Man spürt auch, dass dieser Rosé dem Saignée-Verfahren entstammt und nichts mit den meisten südfranzösischen Rosés die mittels Direktpressung hergestellt werden gemein hat. Er wirkt konzentriert im Mund, dicht, und kraftvoll. Er ist weich, hat Körper und Volumen, schafft es aber gesittet schlank dabei zu bleiben.

Resümee: Trotz seiner 13% gelingt es dem Rosato leichter zu wirken als er tatsächlich ist. Er schafft den Spagat wirklich fruchtige Frucht, vornehmlich die der Kirsche, mit steiniger Mineralität zu vereinen. Er hat einerseits genug Kraft um den Tag in der Hängematte ausklingen zu lassen, andererseits wird er niemals breit, bleibt eher schlank und fit wie ein Turnschuh. Zu unterschätzen ist er trotzdem nicht. Für mich persönlich ein idealer Grill-Rosé sowie für jene Tage geeignet, an denen der Sommer nicht so recht weiss ob er gerade aus dem Frühling kommt oder bereits auf seinem Weg in den Herbst ist. Auf jeden Fall aber ein Rosé der Spass macht und auch entsprechende Qualität abliefert.

Tipp: Aufmachen und Spass haben. Ein paar Minuten öffnen ihn duftmässig. Um die 10-12º geniessen. Zu Tomatendominierten Pastagerichten, zu Meeresfrüchten aber auch zu korrekt gegrillten Teilen von toten Tieren geeignet. Als Solist ein Tropfen mit dem man gerne seine Hängematte teilt.

Einen Bericht über den Rosato lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Rosato 2012 vom Weingut Castello die Ama aus Gaiole in Chianti, Siena, Italien.

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Kategorie: Castello di Ama, Verkostet

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