Riesling ‘Hugel’ 2010 AOC

| 5. Juli 2012 | 0 Kommentare ...alles

Riesling für jeden Tag.

Resch, frisch und knackig. So soll ein Riesling für den ‘Alltagsgebrauch’ sein. Dieser hier hat den Härtetest mit Bravour bestanden.

Winzer/Weingut: Hugel & Fils, Riquewihr, Elsass, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von ausgesuchten lokalen, von Lehm- und Kalkstein dominierten Weingärten in und rund um Riquewihr.

Flasche/Etikett: Auch dieses Etikett signalisiert schon von Weitem, dass es sich hier nur um einen Wein aus dem Hause Hugel & Fils handeln kann. Knallgelb, in rot ALSACE in Kapitalen oben drauf und in der Mitte das Familienwappen, welches einen ‘Dreiberg’ (drei Hügel) darstellt.

Darunter wie gehabt in grossen schwarzen Lettern Riesling und die ‘Linie’, nämlich ‘Hugel‘. Der Rest steht dann am Rückenetikett und man sollte schon französisch beherrschen um es auch lesen zu können. Andererseits, es ist ein Riesling in der grünen Flasche und er kommt von Hugel aus dem Elsass. Soviel ‘Info’ muss doch reichen, oder nicht? Dekantieren ist nicht nötig für den ‘jungen Hüpfer’ und aus diesem Grunde kommt der Riesling ohne Umweg in die Gläser. Riesling Samstag vormittags ist immer ein Gewinn und deshalb wird der Tropfen jetzt verkostet.

Im Glas: Äusserst hell steht der Riesling ‘Hugel’ im Glas und blitzt leicht gelbgrün aus ihm heraus. Schon die Farbe an sich strahlt ungemeine Frische aus. In der Nase riecht es knackig frisch, sehr blumig und ebenso lebendig.

In der Nase: Nicht übermässig fruchtdominiert sondern eher auf der floralen Geruchsebene angesiedelt, lässt einem der Riesling ‘Hugel’ schon das Wasser im Mund zusammenlaufen. Ein absolut erfrischendes und animierendes Bukett das hier aus dem Glas strömt. Am ehesten kann man diese Aromen einer frischen blühenden Wiese zuordnen. ‘Irgendwas’ von Pfirsich riecht man und die Nase ist bei aller expressiven Frische trotzdem weich.

Im Mund: Im Mund dann die erwartete Frische, welche sich sofort mittels einer aktiven wie ebenso attraktiven Säure bemerkbar macht. Da ‘zwitschert’ es richtig auf Zunge und Gaumen und man spürt Zitroniges genauso wie die schon in der Nase vorherrschenden Wiesenblüten. Der Riesling ‘Hugel’ ist ein richtig knackiger, frischer und erfrischender Zeitgenosse und verschafft der Zunge richtig Spass. Der Riesling ‘Hugel’ ist sehr klar und sehr voll im Geschmack. Er ist rassig, lebendig und versteckt seine unbekümmerte Jugend in keinster Weise. Er will getrunken werden und er will, dass man einfach Spass an und mit ihm hat.

Was mir persönlich positiv auffällt ist der Umstand, dass der Riesling trotz seiner Säure von immerhin knappen 8 g/l meinem säureempfindlichen Magen nichts anhat und richtig bekömmlich ist. Was sicher auch mit dem niedrigen pH-Wert von 3,29 zusammenhängt. Doch dazu an anderer Stelle demnächst mehr. Jedenfalls ist der ‘Jungspund’ richtig süffig und füllt den Gaumen mit frischen und fruchtigen Zitrusfruchtaromen aus.

Resümee: Mit seinen 12,5% ist der Riesling ‘Hugel’ erfreulich leicht und ermöglicht einem dadurch fantastisch unbeschwerten Trinkspass. Mit seiner blumig-frischen und fruchtig-erfrischenden Art ist er auch ein idealer Begleiter für so ziemlich alles was einem küchentechnisch in den Sinn kommt. Einmal im Mund will man automatisch mehr davon und kaum ist der gute Tropfen ‘unten’ schreit die Zunge und der Gaumen um ‘Nachschub’. In Österreich sagen wir hier ‘resch’ zu so einem Wein und genau das ist er. Interessant ist dabei die Fülle und das Volumen die der Riesling hat, hätte man ob seines wunderbar aktiven und belebend frischen Duftes einen weit ‘dünneren’ Wein erwartet. Hingegen ist der ‘Hugel’ körperreich, richtig saftig im Mund, relativ lang im Abgang und hinterlässt einen leicht floralen Nachhall.

Um durchschnittlich 14 Euro gibt es den Riesling ‘Hugel’ zu erwerben. Dafür bekommt man auch wirklich guten Weinwert ins Glas und wenn man bedenkt, dass es sich hier nur um den ‘Einstiegs-Riesling’ handelt kann man sich gut vorstellen, was auf den ‘höheren Rängen’ los ist. Riesling aus dem Elsass = Riesling von Hugel & Fils. So einfach ist das.

Tipp: Kühlen Sie den Riesling auf 8 bis max. 10º und servieren sie ihn zu Krustentieren, Meeresfrüchten, Fischgerichten, oder zur ‘einfachen’ Brotzeit. Oder süffeln sie den Elsässer einfach solo weg. Geht rasch und reuelos.

Einen Bericht über den Riesling ‘Hugel’ lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Riesling ‘Hugel’ 2010 von Hugel & Fils aus Riquewihr im Elsass, Frankreich.

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Kategorie: Hugel & Fils, Verkostet

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