Muskateller 2013 Fred Loimer

| 27. Mai 2014 | 0 Kommentare ...alles

Aromatischer Trinkspass.

Bringt Würze in den heissen Alltag, tanzt auf der Zunge beschwingt und unbeschwert herum und sollte viel öfter getrunken werden.

Winzer/Weingut: Fred Loimer, Langenlois, Niederösterreich, Österreich.

Lage/Herkunft: Von 10-15 Jahre alten Reben die auf lehmigen Sand- und schottrigen Tonböden stehen.

Muskateller 2013 Flasche/Etikett: Fred Loimer liebt es bunt. Das steht ausser Zweifel. In diesem Fall klebt auf der langen Schlegelflasche ein knallrotes Etikett, welches einem schon von einem Kilometer Entfernung in die Augen hüpft. Einmal ist es quietschgrün, dann knallgelb oder signalorange, und dann eben, wie hier, knallrot. Und weil die Farbe im Vordergrund steht, hält sich die Information auch auf diesem Etikett sehr bedeckt und gibt nur das von sich, was wichtig ist. LOIMER mit dem bereits bekannten polynesischen Fruchtbarkeitssymbol darüber in der Mitte und links unten in gelb der Jahrgang und Muskateller. Rechts noch Niederösterreich und fertig ist das Warnsignal nicht zu übersehende Etikett. Am Rückenetikett, das ebenfalls in knallrot gehalten ist erfährt man, dass der Wein aus der Umstellung auf biologische Landwirtschaft und Fred Loimers Weingut Mitglied der Traditionsweingüter Österreichs ist. Perfekt gekühlt wird der Muskateller jetzt dem Weinschrank entwendet und von seinem Schraubverschluss befreit.

Im Glas: Wie ein kleiner schüchterner Albino steht der Muskateller in ebensolchem weiss im Glas. Als wäre ihm die Farbe ausgegangen.

In der Nase: Sofort hüpfen einem, nicht laut sondern eher weich, intensive Rosenblüten und der unverkennbare Duft der Muskatnuss in die Nase. Eine feine Würze macht sich breit im Riechorgan und man nimmt ebenso Orange und weisse Blütenaromen wahr. Wenn man bedenkt wie ordinär und schmerzend vor Aromaüberzeichnung manche Muskateller riechen, dann gehört dieser Duft zu den elegantesten die man sich die Nasenwände hochziehen darf. Mundwässernd, neugierig und ungeduldig machend will man endlich diesen Wein im Mund haben.

Im Mund: Da kommt Grinsen in die Mimik! Mit einer richtig lebhaften Säurespur kommt der Muskateller auf die Zunge, um sich sofort über die Wangeninnenseiten herzumachen und ihnen alles zu entlocken was an Speichel vorhanden ist. Man schmeckt sogar den Duft des Weines, während die Säure ihr Unwesen im Mund treibt. Trocken wie ein Staubsaugerbeutel und rassig wie ein Wiesel ist der Wein und man weiss erst gar nicht was aktuell mehr im Vordergund steht; das Schmecken oder das Spüren. Die Zunge entwässert sich als wäre sie löchrig geworden, während der Saft mild im Mund steht. Eine ausgeprägte aber doch ungemein feine Würze schmeckt man und am Gaumen fühlt sich der Tropfen aromatisch und lebendig an. Im Abgang wieder die unverkennbare Muskatnuss, ein Garten voller Rosen und eine milde Empfindung des vollen Lebens das in diesem Wein steckt.

Mit seinem leichten Körper breitet sich der Muskateller duftig-würzig im gesamten Mundraum aus und belebt mit einer lebendigen Frische. Der Tropfen hat Durstlöscher-Qualität und trinkt sich so einfach wie unkompliziert weg. Kein lautes oder überzeichnetes Nebengeräusch stört, die typische Muskatellerwürze ist sehr elegant, die Rosenblüten ständig präsent aber niemals zu viel. Es ist eine gelungene Duft- wie Geschmackskombination die auf der Zunge steht und den Gaumen fein benetzt. Leicht, rassig und frisch, mit dem gewissen Extra der Muskataromatik steht der Muskateller für aromatischen Trinkspass der niemals anbiedernd, sondern einfach nur erfrischend ist.

Resümee: Was etwas enttäuscht ,ist, dass ‘guter’ Muskateller generell nicht jene Aufmerksamkeit erfährt die jedem anderen Weisswein ohne viel Tamtam zuteil wird. Ist es tatsächlich die ‘Aromatik’ im Wein? Ist es dieses ungewohnte Konzert aromatischer Würze? Oder ist es einfach weil der Massengeschmack nicht darauf konditioniert ist? Eigentlich schade, denn dieser Muskateller zählt zu den wirklich Feinen seiner Gattung und macht unendlich grossen Spass sowohl in der Nase wie im Mund. Seine Duftigkeit, seine Leichtigkeit und sein gesamtes Mundgefühl lassen Verlangen nach mehr aufkommen. Ein ‘Sommerwein’ der tatsächlich Würze in den heissen Alltag bringt, der auf der Zunge beschwingt und unbeschwert tanzt und am Gaumen gerade soviel Spuren hinterlässt, dass man ihm nachgreift wenn er abgeht. Um dann aber trotzdem sehr lange im Nachhall haften zu bleiben mit seiner aromatischen Würze, der man gerne lange nachschmeckt. Ein Wein der Spass macht und viel öfter getrunken werden sollte.

Tipp: Aufschrauben, einschenken und geniessen. Am besten mit 8-10º. Perfekt zu asiatischer und orientalischer Küche, Sushi, Curryhuhn und ähnlichem. Als Solist ein aromatischer und lebendiger Erfrischungskünstler.

Einen Bericht über den Muskateller lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Muskateller 2013 von Fred Loimer aus Langenlois/Niederösterreich, Österreich.

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Kategorie: Loimer, Verkostet

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