Montepeloso A Quo 2015

| 24. Januar 2019 | 0 Kommentare ...alles

Die totale Lebenslust

Knackt vor Lebenslust und geht, ganz leicht gekühlt, glatt als Erfrischungstrunk durch. Eine richtig frische Köstlichkeit.

Winzer/Weingut: Azienda Agr. Montepeloso, Maremma/Toskana, Italien.

Lage/Herkunft: Von Rebstöcken die auf Silex und versteinerten Tonböden stehen.

Montepeloso A Quo Allgemeines: Mitten in den malerischen Hügeln der mediterranen Macchia in der Maremma, liegen die 30 ha der Azienda Agr. Montepeloso. Fabio Chiarelotto macht dort Weine, die weit entfernt von heiss und konzentriert sind, vielmehr hat er sich darauf verlegt, Finesse und Eleganz in jeden Wein zu bringen, was in der hitzereichen Toskana nicht immer ein leichtes Unterfangen ist. Einen dieser Weine, der A Quo 2015, steht heute hier am Tisch der Wahrheit und will erkundet erden. Eine Cuvée aus Montepulciano, Sangiovese und Cabernet Sauvignon, mit kleineren Anteilen von Marselan und Alicante Bouschet. Die Rebstöcke stehen auf Silex und versteinertem Ton, 12 Monate reift der A Quo, was soviel wie „Beginn einer Idee/Anfang eines Projektes“ heisst, im Barrique, dann noch etwa 9 Monate in der Flasche. Die Jahresproduktion beläuft sich auf ungefähr 60.000 Flaschen. Heute hat er, nachdem er eine Weile in der Karaffe rum gedümpelt ist, seinen vorbestimmten Weg ins Glas gefunden.

In der Nase: Reinsetzen möchte sich am liebsten in diesen verführerischen, vor allem aber ausgesprochen frischen Duft nach Schattenmorellen und edelster Criollo Schokolade. Ein paar Johannisbeeren blitzen in der Nase auf, für die Hintergrundmusik sorgen braune Gewürze und kühler Feuerstein. Der A Quo vibriert im Riechorgan, ist fein und elegant. Ein Schuss Oregano verleiht dem Tropfen die finale mediterrane Note. Was für ein Duft, ich will sofort in die Maremma und mich vor Ort von diesem Wein verführen lassen.

Im Mund: Himmel, Herrgott, ist das gut was da im Mund ankommt. Eindeutig und unverkennbar angeführt von Sangiovese und Montepulciano, übernehmen Johannisbeeren und Sauerkirschen das Kommando auf der Zunge. Frech und flott ziehen diese mittig über sie hinweg, necken sie mit ihrem frischen Puls, bringen richtig Leben in die Luke. Lustig, fruchtig, fast verspielt ist der A Quo im Mund. Am Gaumen zeigt sich eine noble Würze von ihrer wunderbarsten Seite, das Tanninkleid ist so fein und elegant wie teure Seide. Was jedoch am meisten fasziniert ist dieses impulsive Säurespiel. Der Tropfen knackt vor Lebenslust und geht, ganz leicht gekühlt, glatt als Erfrischungstrunk durch. Was für ein Spass im Futterzentrum, was für eine frische Köstlichkeit.

Die totale Lebenslust

Einfach traumhaft ist das, was der A Quo im Zentrum des Geschmacks abhält. Lange nicht so einen frischen Tropfen auf der Zunge gespürt, so eine Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Das Fruchtspiel grandios, der Säurebogen phänomenal, das Mundgefühl schlicht einzigartig. Alles da, von edler Würze über Schokolade, von Frucht bis Feuerstein, alles in einem wunderbaren Kontext, nichts bricht aus, alles passt perfekt zusammen. Man nimmt den Mund gern mehr als voll mit diesem ausgelassenen Freudenspender, man kaut und rollt ihn, saugt ihn förmlich ein und will augenblicklich mehr von ihm. Der Trinkfluss mehr als rasant, und wenn er Luft bekommt wird auch das Gerbstoffkleid immer verführerischer. Haftung auf höchstem Level. Kaschmir, Seide, Supersüffigkeit. Ein Traum.

Die Frage die einem in Anbetracht der 14,5 PS die der A Quo hat in den Sinn kommt, lautet schlicht und einfach “Wo in aller Welt sind diese nur versteckt?” Keine Sekunde kommt das Gefühl auf, dass man hier einen Henker im Mund hätte, vielmehr läuft der Stoff durch die Kehle als gäbe es kein morgen. Natürlich spürt man sehr subtil die Kraft im Hintergrund, doch ist der Gesamtcharakter derart fein und frisch, ja gar geschliffen, dass man nicht anders kann als sich der totalen Lebenslust die der A Quo versprüht widerstandslos hinzugeben.

Resümee: Für mich persönlich das beste was ich seit Ewigkeiten aus der Maremma getrunken habe. Eine echte Entdeckung und der Beginn einer neuen grossen Liebe. Der Stoff ist einfach genial.

Tipp: Verträgt eine halbe Stunde Luft und frische 16º im Glas. Ein perfekter Begleiter zu rotem Fleisch, zu Käse, Geflügel und zur Pasta. Ganz ohne alles ein Wein der mächtig Spass macht und sich von alleine weg trinkt.

Einen Bericht über den A Quo lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Montepeloso A Quo 2015 von der Azienda Agr. Montepeloso in der Maremma/Toskana, Italien. Bezugsquelle: Fine Wine Shop, Illmitz.

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Kategorie: Kracher, Verkostet

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