Les Terrasses 2014 Terrasse du Larzac

| 17. Januar 2017 | 0 Kommentare ...alles

Saftig, süss & sinnlich

Erst süsse Sünde, dann wilder Charakterkopf. So geht Verführung, so macht sie richtig Spass.

Winzer/Weingut: Domaine La Barthassade, Languedoc, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von eisenhaltigen Böden mit roter Erde auf dem Plateau Terrasses du Larzac.

les-terrasses-2014 Allgemeines: Von Guillaume Baron, der mit seiner Frau Hélène die kleine Domaine la Barthassade im Languedoc betreibt, kommt der Wein der heute hier am Tisch der Wahrheit zur Verkostung ansteht. Bevor die beiden aber ihre eigene Domaine gegründet haben waren sie bei Sylvain Pataille im Burgund sowie bei einigen anderen Betrieben auf der ganzen Welt unterwegs um reichlich Erfahrungen zu sammeln und diese dann in ihren eigenen Betrieb einfliessen zu lassen. Die Reben für den Wein der heute vorgestellt wird stehen auf Böden von eisenhaltiger, roter Erde auf dem weltberühmten Plateau Terrasses du Larzac. Im Keller verzichten die beiden auf jegliche Eingriffe und lassen ihre Weine einfach “werden”. Die Cuvée Les Terrasses 2014 ist eine Cuvée aus Syrah, Grenache, Mourvèdre und einem Schuss Cinsault. Ausgebaut wurde der Wein im Holz und im Stahltank. Nachdem der Wein bereits seit einer Stunde in der Karaffe Sauerstoff geatmet hat wird er nun seiner Bestimmung zugeführt.

Im Glas: In dunklem, fast schwarzem Violett steht der Les Terrasses eindrucksvoll im Glas.

In der Nase: Der Duft überrascht mit feiner saftiger Frucht von Sauerkirsche die sich aus einem Aromenkorb von frisch gepflückten Kräutern hervor zwängt. Etwas schwarze Johannisbeere ist dabei und sorgt für den gewissen Frischekick. Oliven riecht man, schwarze, und auch eine höchst eindrucksvolle süsse Würze treibt ihr Spiel im Riechorgan. Ein flotter Duft, belebend, animierend und verführerisch. Macht grosse Lust auf den ersten Schluck.

Im Mund: Ich würde sagen, der Les Terrasses ist ein saftig-würziger Fruchtikus. Nicht im Sinne davon, dass er mit Frucht um sich wirft, vielmehr ist es sein saftiges Extrakt mit dem er auf der Zunge steht und sich auch des Gaumens annimmt. Reife Sauerkirsche schmeckt man, es fühlt sich rund im Mund an und aus dem Hintergrund treten langsam schwarze Oliven und frische Kräuter der Garigue hervor. Was einen staunen lässt ist aber dieser sündig saftige Körper, der, trotz seiner gewissen Süsse, nicht fett oder breit wirkt. Es ist frisch im Mund, leicht rauchig und der Abgang ist ein langer der sich langsam in einer Wolke aus Kirschen und Oliven auflöst. Sinnlichkeit ist das was dieser Wein vermittelt.

Man kann es drehen und wenden wie man will, der Les Terrasses ist eine süsse Sünde. Man spürt und schmeckt die Hitze des Südens bei jedem Schluck und wundert sich, wie man diese auf so kühle, erfrischend elegante Art einfangen kann. Das Gerbstoffkleid ist fein wie edle Seide, nichts ist adstringierend, vielmehr liebt man es wenn die Tannine weich und sanft über den Gaumen ziehen. Man spürt den Saft wie er sich langsam über die Zunge wälzt, wie er füllig über die Zungenränder abfliesst und sich am Ende mit rotem Fleisch und schwarzen Oliven vermengt. Fleischig ist das Wort das dieses tolle Mundgefühl wohl am treffendsten beschreibt. Fleischig, saftig und extraktreich. Und trotzdem frisch und kühl. Harmonie pur.

Resümee: Die Wandlung des Les Terrasses erfolgt dann an der Luft. Je länger er mit Sauerstoff in Kontakt ist, umso wilder wird er, umso mehr zieht sich seine süsse Ader zurück und lässt einer kühlen, samtig feinen Frische den Vortritt. Jetzt spürt man das Tanninkleid und die schwarzen Oliven richtig und ist verzückt von dieser rustikalen Würze die sich plötzlich breit macht. Jetzt schmeckt man Bleistift, Eisen und getrocknete Kräuter. Jetzt steht die Würze voll im Saft und kleidet fein den Mund aus. Die Wandlung ist vollzogen, von der süssen Sünde zum wilden Charakterkopf. Nur ganz am Schluss blitzt sie noch einmal auf, die Süsse. Wenn sich der Tropfen Richtung Abgang aufmacht und ganz weit hinten noch einmal den Extraktknopf drückt. Dann taucht noch einmal die Sauerkirsche auf und singt die letzte Strophe ihres süssen Liedes. So geht Verführung, so macht sie Spass.

Tipp: Eine Stunde Karaffe ist zu empfehlen. Mit kühlen 16º am besten zu geniessen. Zu Braten, zu Lamm und auch Gratins ein Highlight. Als Solist ein Wein der etwas Zeit braucht um sich nachher umso mehr von seiner schönsten Seite zu zeigen.

Einen Bericht über den Les Terrasses lesen Sie auch hier.

Wein & und Winzer-Info:

les-terrasses-2014
Wein: Les Terrasses 2014
Winzer: Domaine la Barthassade
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: – 2018+
Boden: Rote Erde
Ausbau: Holz & Edelstahl
Besonderes: In Umstellung
Dekantieren: Ja

Den Wein gibt es in der Weinfachhandlung K&U Weinhalle in Nürnberg zu beziehen.

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Kategorie: K&U Weinhalle, Verkostet

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