Blaufränkisch 2010

| 15. Oktober 2011 | 0 Kommentare ...alles

Jung, wild, überzeugend.

Ein jugendlicher und frischer Blaufränkisch mit Zukunft. Rassig, frech und mit allem was es braucht um einmal gross zu werden.

Winzer/Weingut: Weingut Christian Weinhäusel, Neckenmarkt/Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Dieser Blaufränkisch kommt aus Neckenmarkt im sogenannten ‘Blaufränkischland’ im Mittelburgenland.

Flasche/Etikett: Auf Folie geduckt anstelle von Papier. In Hochglanz und statt ‘normaler’ Silberfarbe sogar richtig verchromt. Sehr technisch sieht es aus. Farblich in dunklem Weinrot gehalten und mit einer Chrom-Bordüre abgeschlossen. Eigenwillig und gewöhnungsbedürftig.

Im Glas: Ein sehr schönes und dichtes kirschrot funkelt aus dem Kelch. Dunkel, dicht und trotzdem klar. Schöne Kirchenfenster setzen sich an der Glaswand fest. Sieht nach einem gehaltvollen Wein aus.

In der Nase: Aus dem Glas strömen rassige Fruchtaromen und eine gewisse Frische. Fast kühl wirkt das Bukett, schön und eine Freude in der Nase. Der jugendliche Übermut breitet sich breitspurig aus und zeigt was er bereits so alles ‘drauf’ hat.

Im Mund: Sofort macht sich im Mund die Jugend ein wenig ungestüm bemerkbar und zeigt wie frisch und knackig sie ist. Etwas rustikal im Auftritt, mit Ecken und Kanten, aber nicht unangenehm. Hier ist die Jugend im Glas und die zeigt sie auch. Die Gerbstoffe sind noch nicht so weich integriert wie im 2009er, aber das tut dem Genuss keinen Abbruch. Man will ja auch was ‘spüren’ und hat genug Gelegenheit dazu.

Der schlanke Körper versprüht eine gewisse Kühle, eine frische Würze am Gaumen. Rassig auf der Zunge und fruchtig-herb im Abgang lässt der 2010er alles raus was er zu bieten hat. Ein ‘Teenager’ durch und durch. Noch ist er etwas holprig und ein wenig ungestüm und braucht auf jeden Fall etwas Luft um sich zu beruhigen. Dann wird er weicher und versteht sich besser zu präsentieren. Auf jeden Fall erweist er sich als frisch-frecher Trinkgeselle.

Der Blaufränkisch 2010 ist noch etwas ‘wild’ und ein Jährchen auf der Flasche tut ihm sicher gut. Knackig frisch und um Aufmerksamkeit haschend kann er seine Jugend nicht verbergen. Trotz allem ist er sofort trinkbar, hat einen tollen Trinkfluss und bietet Weingenuss ohne Reue. Der 2010er ist zwar nicht DAC deklariert, ist aber ebenso ein grundsolider und ehrlicher sowie sortenreiner Blaufränkisch mit Charakter. Und was heute noch nicht ausgezeichnet ist, hat morgen umso mehr Chancen sich den einen oder anderen Titel zu erkämpfen.

Resümee: Der Blaufränkisch 2010 ist ein grundsolider Weine für jeden Tag und zu jedem Anlass. Zwar noch ein wenig wild, was aber dem Trinkgenuss keinen Abbruch tut. Ehrliches Winzerhandwerk und sehr viel Weinwert um wenig Geld. Äusserst süffig und animierend. Um 6 Euro für die Flasche kann man sich diesen Wein ohne Reue ‘auf Lager’ legen und ihn zum täglichen Mittagstisch geniessen. Auch als ‘Anti-Aging Medizin’ bestens geeignet.

Tipp: Eine Stunde Frischluft macht ihn rund und zivilisiert. Köstlich zu Gemüseeintopf oder Schweinsgeschnetzeltem.

Einen ausführlichen Bericht über diesen Blaufränkisch lesen Sie auch hier.

Verkostet wurden im Zuge einer ‘Parallelverkostung’ ein Blaufränkisch 2010 vom Weingut Weinhäusel aus dem ‘Blaufränkischland’ in Neckenmarkt im Burgenland.

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Kategorie: Verkostet, Weingut Weinhäusel

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