Weissburgunder 2013 Kaliber 9

| 3. Mai 2015 | 0 Kommentare ...alles

Wie ein kleines Feuerwerk.

Saftig, säurefrech und trotzdem weich auf der Zunge, während er am Gaumen ein wahres Feuerwerk abbrennen lässt.

Winzer/Weingut: Adams Wein, Ingelheim/Rhein, Rheinhessen, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von der Lage Schlossberg mit Löss-Lehmböden mit deutlichen Kalkmergel Einschlüßen.

Adams Weissburgunder Kaliber 9 2013 Flasche/Etikett: Jung, frisch und modern wirkt das reinweisse Etikett das auf der Burgunderflasche klebt. Grafisch klar und schnörkellös ist es durch das hochgestellte ADAMS WEIN in eine linke und eine rechte Hälfte getrennt. Rechts steht schlicht und einfach Kaliber 9 und in der linken Hälfte liest man alles was technisch und gesetzlich über den Wein und dessen Herkunft angeführt sein muss. Ganz oben steht quer über allem 2013 Weissburgunder und ganz unten in magenta das Logo AW für Adams Wein. Fertig ist das äusserst ansprechende Etikett, das eher an das Cover eines Grafikmagazins erinnert als an Wein. Rückenetikett gibt’s keines weil alles was gesagt werden muss bereits am vorderen platziert ist. Damit sich der Weissburgunder ein wenig konsolidieren kann bevor er durch die Gegend ballert, wird er für eine halbe Stunde in die Karaffe gefüllt. Nur so zur Vorsicht. Man weiss ja nie wie gefährlich es wirklich werden kann.

Im Glas: Sehr helles strohgelb steht im Glas, geht fast schon ins Weisse.

In der Nase: Im Duft wirkt der Kaliber 9 anfänglich relativ verhalten, fast schon schüchtern. Sehr floral ist es was die Nase hoch zieht, weisse Blüten und zarte Vanilletöne riecht man, etwas später kommt ein wenig Zitrusaromatik hinzu. Es ist leise, weich und sanft. Im Hintergrund steht eine feine Mandelnote die dem Duft ein wenig Würze einhaucht. Mit Luft kommt auch noch etwas Pfirsich und ein Stück Orangenschale dazu.

Im Mund: So weich sich der Kaliber 9 in der Nase angefühlt hat, so weich kommt er auch in den Mund. Doch kaum ist er am Ende der Zunge angelangt, breitet sich ganz vorne eine richtig neckische Säureader aus. Auf einmal ist es würzig am Gaumen, fast schon erdig, während über die Zungenränder ein frischer, belebender Saft abfliesst. Da ist richtig Schärfe drin in diesem Weissburgunder, es ist ungewohnt, unerwartet und ungewöhnlich. Weisser Pfeffer, der sich aus einem supersoften Körper zwängt und auf der Zunge wie auch am Gaumen für ein kleines aber feines Feuerwerk sorgt. Fast so als würde es gerade abgefeuert werden und auf der Zunge Schmauchspuren hinterlassen. Und während man überlegt und versucht die richtigen Worte zu finden, schleichen sich ganz heimlich still und leise ein paar Fetzen von Orangenschalen ein.

Man kennt ja vieles was sich in einem Weissburgunder so herum treibt, aber weissen Pfeffer würde man dann doch nicht wirklich erwarten. Dabei ist es gerade dieser weisse Pfeffer, der das was an Pfirsich, an Orangen und an Gänseblümchen da ist, so immens viel Leben einhaucht. Der Kaliber 9 geht auf je mehr er atmet und er wird immer feiner, auch kalkiger. Die Säure ist präsent und sorgt für Puls auf der Zunge, die Frucht ist da, doch nie zu viel oder zu laut. Am Gaumen herrscht kompakter Grip, da ist nix mit weichgespült und rundgehobelt. Letztlich ist der Kaliber 9 ein sehr würziger Vertreter seiner Gattung. Im Abgang pfeffrig, erdig und leicht angeraut. Das macht Spass und verlangt nach einem weiteren Glas gefüllt mit scharfer Munition. Obwohl eindeutig als Weissburgunder zu erkennen, ist man überrascht ob dieser ‘Schärfe’. Nicht brennend, vielmehr befeuernd steht der Kaliber 9 saftig, säurefrech und trotzdem weich auf der Zunge, während er am Gaumen so richtig ein Feuerwerk abbrennen lässt. Sogar im Nachhall riecht und spürt man noch diesen pyrotechnischen Charakter und ist schlichtweg davon begeistert.

Resümee: Ich bin generell ein Fan von Burgunderweinen aller Art, ganz speziell von jenen die in weiss gehalten sind. Doch soviel Feuer, soviel steinige Mineralität gepaart mit soviel Pfeffer ist mir bis jetzt noch nicht wirklich untergekommen. Dabei vergisst der gute Tropfen nicht auf seine ureigensten Tugenden und presst laufend den Saft von Pfirsich und Orange, wenn auch nur in homöopathischer Dosis, aus seinem dichten Körper raus. So schmeckt das also, so fühlt sich das also an wenn Jägerinnen Wein machen. Nun denn, dann mach’ ich auch den Jagdschein und schiess mir einen Weissburgunder. Knappe 11 Euro für einen Schuss sind ja wirklich alles andere als teuer.

Tipp: Eine Stunde geben Sie ihm in der Karaffe. Dann mit 9-11º zu Fisch, Pasta, Geflügel und Salat vernichten. Oder sich am Schiessstand auf der Terrasse, am Balkon oder wo auch immer einfach ein richtig scharfes Vergnügen mit ihm gönnen. Der Wein hat Pfeffer im Hintern und macht mächtig Spass.

Einen Bericht über den Kaliber 9 lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Weissburgunder 2013 Kaliber 9 von Adams Wein aus Ingelheim am Rhein, Rheinhessen, Deutschland. Bezugsquelle: Furore, München.

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Kategorie: furore, Verkostet

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