Morillon Hochegg 2013

| 9. Januar 2016 | 0 Kommentare ...alles

Der schmeckt und fühlt sich toll an

Feine Würze in Verbindung mit leichtem Hauch von Holz und einer kecken Apfelnote machen diesen Wein zu einem höchst eleganten Charmeur.

Winzer/Weingut: Weingut Schauer, Kitzeck/Sausal, Österreich.

Lage/Herkunft: Von der Lage Hochegg mit rotem und grauem Schiefer.

Morillon Hochegg 2013 Allgemeines: Als dritter und letzter Wein vom Weingut Schauer aus Kitzeck im Sausal in der Südsteiermark, steht heute der Morillon Hochegg 2013 am Tisch der Wahrheit. Die Lage Hochegg besteht aus rotem und grauem Schiefer und ist mit 25-jährigen Chardonnay-Rebstöcken bepflanzt. Sie gehört zu den jüngsten Lagen des Weinguts und weist stolze 60 % Hangneigung auf 530 Metern Seehöhe auf und ist ausschliesslich per Handarbeit bewirtschaftbar. Auf solchen Neigunen würden sogar Pferde kläglich scheitern. Der Ausbau dieses Morillons, so nennt man den Chardonnay in der Südsteiermark, erfolgte im 500l Holzfass und weil ich grosser Chardonnay-Freund bin freue ich mich mich ganz besonders auf diesen Wein. Bevor der Morillon Hochegg der Lage Hochegg aber in den blank polierten Burgunderkelch darf, wird er für eine Stunde sich selbst in der Karaffe überlassen um sich auf seine neue Umgebung vorzubereiten.

Im Glas: In hellem, leicht grünlich schimmerndem Gelb dreht der Morillon Hochegg seine Runden im grossen Becher.

In der Nase: Sehr frisch ist das was in die Nasenflügel strömt. Grüner Apfel, grüne Wiese und ein paar Tabakblätter dominieren. Dazu zeigt sich eine frische Zitrusnote, vermengt mit etwas junger Ananas. An sich ist alles da wonach Chardonnay so duftet, was fehlt ist die Opulenz in der Nase. Dadurch wirkt alles frischer und klarer. Fast wirkt es ein wenig übermütig durch die doch reichlich vorhandene grüne Aromatik. Ein pikanter Duft ganz allgemein und animierend noch dazu.

Im Mund: Die Stunde Luft hat dem Tropfen merkbar gut getan. Ziemlich cremig gleitet er auf die Zunge um sich auch dort in einer grünen Aromatik zu entfalten. Saftig steht der Morillon Hochegg auf ihr, man schmeckt grünen Apfel, spürt eine dunkle Mineralik, atmet etwas frischen Tabak und fühlt wie frisch und klar der Wein im Mund ist. Wiesenkräuter tauchen auf, darin versteckt ein paar Scheiben Ananas und Litschis. Nicht wirklich breit im Mund, eher neckisch durch die lebendige Säure die für Geschwindigkeit sorgt. Unmittelbar nach dem Öffnen opulent und cremig wie Vanillepudding, ist der Morillon Hochegg nach einer Stunde doch recht fein geworden und glänzt mit einer dezenten Holzwürze die bestenfalls begleitet und stützt als dominiert. Im Abgang leicht apfelig mit einem Schuss Vanille die sich in der grünen Wiese auflöst.

Immer mehr entblättert sich der Morillon Hochegg an der Luft, entwickelt Grip sowohl auf der Zunge wie auch am Gaumen. Man schmeckt typischen Chardonnay und doch ist da dieses Detail, das ihn anders macht. Es ist diese grüne Note die sich wie ein roter Faden durch den Wein zieht. Heller Tabak, junge Ananas und Wiesenkräuter gemeinsam ergeben ein Mundgefühl, das so saftig wie animierend ist. Es scheint als würde der Wein immer leichter auf der Zunge, ohne dadurch an Struktur zu verlieren. Fast scheint es als hätte man etwas Zitrone in die Vanille geträufelt und das Holzrad auf ganz leise gedreht. Man spürt zwar, dass Holz vorhanden ist, doch geht dieses in einer minimalen Süsse und der frischen Säureader auf. Im Nachhall schmeckt und spürt man wieder den grünen Apfel der für feinen Speichelfluss im Mundraum sorgt.

Resümee: Der Morillon Hochegg erinnert mich aufgrund seiner grünen, pikanten Aromatik, an einen erst kürzlich getrunkenen Chardonnay aus Meursault. Nur dass hier die Apfelaromen noch mehr dominieren. Immer mehr gräbt sich die dunkle Mineralik durch und auch die Tabaknoten verstärken sich um den kessen Apfel in Zaum zu halten. Saft strömt an den Wangen abwärts, fliesst frech pulsierend über die Zungenränder und sorgt für eine animierende Lebendigkeit im Mund. Am Gaumen griffig, dabei trozdem cremig und weich. Die feine Würze in Verbindung mit dem leichten Hauch von Holz und der kecken Apfelnote macht den Morillon Hochegg zu einem höchst eleganten Charmeur. Von dem will ich mehr, der schmeckt und fühlt sich toll an.

Tipp: Ein bis zwei Stunden in die Karaffe damit. Um die 10-12º geniessen. Zu klassischer französischer wie auch zu lokaler Küche einsetzbar. Als Solist ein eleganter Begleiter.

Einen Bericht über den Morillon Hochegg lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Morillon Hochegg 2013 vom Weingut Schauer aus Kitzeck im Sausal in der Südsteiermark, Österreich.

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Kategorie: Schauer, Verkostet

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