Cider Jorasses sec (Apfel)

| 14. Februar 2017 | 0 Kommentare ...alles

So geht Durstlöscher

Um Klassen besser und erfrischender als jede banale Apfelschorle. Dieser Cider rockt und trinkt sich weg wie Wasser.

Winzer/Weingut: Cidro Maley, Brissogne/Aostatal, Italien.

Lage/Herkunft: Von 100-150 Jahre alten Apfelbäumen auf knapp 1000 Metern Seehöhe.

Cidre Jorasses Allgemeines: Auf 900 bis 1200 Metern Seehöhe wachsen die Apfelbäume Gianluca Tellolis von Cidro Maley im Aostatal. Der Name Maley kommt sowohl vom alten Valdostano-Namen für Apfel (Malus, lat.) wie auch vom aus dem 19. Jahrhundert stammenden Namen für Mont Blanc (Mont Malais). In Saint Marcel, in der historischen Brauerei La Valdôtaine, macht er von den geernteten Äpfeln seine Cider. Einen davon habe ich heute hier am Tisch der Wahrheit stehen; den Jorasses sec. Die Äpfel für diesen Obstwein stammen von 100-150 Jahre alten Bäumen auf welchen die autochthone Sorte Raventze wächst. Die Ernte selbst ist mühsam, muss man doch auf teils 14 Meter hohe Leitern klettern um die Äpfel zu pflücken. Hergestellt wird der Cidre Jorasses genauso wie Champagner, also nach der “Methode Champenoise”. Doch genug erzählt, der leichte Sprudel (er hat gerade einmal 7,5%) wartet darauf in den Becher zu kommen. Nehmen Sie bitte niemals ein Champagnerglas. Da drin erstickt er! Am besten trinken Sie ihn aus einem Tonbecher, oder, so keiner vorhanden ist, aus einem einfachen Wasserglas.

In der Nase: Würde es nicht nach Äpfeln riechen wäre es verdächtig. Dafür perlt der Jorasses umso schöner im bereits erwähnten Wasserglas. Zusätzlich zum frischen Apfelduft sind noch Aromen von frischem Heu und angematschten Schalen zu entdecken. Weisse Blüten stehen drüber und sorgen für einen feinen herben Kick. Es fühlt sich reif an in der Nase, es ist erfrischend und es animiert den ersten Schluck zu nehmen.

Im Mund: Wer jetzt geglaubt hat, einen banal mit Kohlensäure versetzten Apfelwein zu schmecken, irrt gewaltig. Erstens ist der Jorasses brutal trocken und zweitens ist das was man im Mund spürt hoch reif und ungemein mineralisch. Apfelgeschmack wie man ihn in unseren Gegenden nicht kennt, weil die Apfelsorte hier gar nicht erhältlich ist. Auf der Zunge perlt der Cider fröhlich vor sich hin, versetzt ihr kleine feine Stiche und fühlt sich dabei richtig gut an. Man spürt ein wenig Körper und kaum hat man sich darauf eingestellt, ist der Sprudel auch schon verdampft. Am Gaumen bleibt der Geschmack von reifer Apfelschale und einer leicht erdigen Mineralik übrig, während sich der Tropfen bereits im Abgang in völliger Trockenheit auflöst. So geht zisch.

Und jetzt der totale Geheimtipp: Füllen Sie den Jorasses in die Karaffe um und geben sie ihm etwas Zeit darin. Je mehr Luft er bekommt umso besser fühlt er sich. Sie werden staunen wie der aufgeht. Frische Säure gräbt sich durch, der Sprudel klart völlig auf, wird richtig schlank und rassig und entwickelt einen Grip im Mund der wunderbar ist. Die weissen Blütenaromen treten stärker in den Vordergrund und letztlich kracht der Tropfen vor nackter Mineralität. Auf der Zunge spürt man einen herrlich feinen herben Film, man spürt die absolute Trockenheit und wie alles zu schweben scheint. Erst am Gaumen tauchen ganz hinten am Ende wieder die reifen Apfelschalen auf um auch im Abgang lange anzuhalten.

Was ist das für ein erfrischender wie auch überraschend mineralischer Cider. Der Jorasses geht glatt als Durstlöscher durch, weil da nichts Süsses ist das stört, weil er so leicht im Mund ist und so klar. Dazu noch seine edle herbe Note, einfach traumhaft. Das alles animiert zum Trinken und es macht riesengrossen Spass sich davon ein paar Gläser zu genehmigen.

Resümee: Besser als jede banale Apfelschorle, da ist richtig Trinkfluss im Becher. Ein Glas gönne ich mir noch, den Rest gibt´s dann zum Essen. Oder am Abend. So er so lange überlebt. Ich habe leise Zweifel. Also, essen Sie mehr Äpfel. Oder trinken sie die Dinger einfach. Zum Wohl.

Tipp: Geben Sie ihm eine halbe Stunde in der Karaffe. Mit 8-10º aus dem Wasserglas geniessen. Zum Essen brauchen Sie dazu eigentlich nichts. Der wird gegen den Durst getrunken und macht auch durstlos richtig Spass.

Einen Bericht über den Jorasses lesen Sie auch hier.

Wein & und Winzer-Info:

Cider Jorasses
Wein: Cider Jorasses
Winzer: Cidro Maley
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: – 2017+
Boden: Basalt
Ausbau: Edelstahl
Besonderes: Methode Champenoise
Dekantieren: Nein

Den Wein gibt es in der Weinfachhandlung K&U Weinhalle in Nürnberg zu beziehen.

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Kategorie: K&U Weinhalle, Verkostet

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