Roter Traminer Steintal 2012

| 2. Februar 2014 | 0 Kommentare ...alles

Pures Aromatikfeuerwerk.

Betört mit Individualität, verführt mit Persönlichkeit und überzeugt mit Eleganz und Esprit. Aromatik pur.

Winzer/Weingut: Weingut Neumeister, Straden/Südoststeiermark, Österreich.

Lage/Herkunft: Von der Erste STK® Lage Steintal mit leicht kalhhaltigen Böden aus feinen Tertiärsedimenten, Schotter und Sandstein..

Roter Traminer Steintal 2012 Flasche/Etikett: Wie schon auf der Flasche des Morillon, klebt auch auf dieser ein mannshohes blassvanillegelbes Etikett. War ich dort schon vom einfachen und doch eleganten Design angetan, so weiss ich jetzt woran es mich erinnert. An die Etiketten auf Apotherkflaschen. Klassische Typo, Übersichtlichkeit und ohne jegliches Beiwerk. Nur Text, gut leserlich, sonst nichts. Oben in Kapitalen NEUMEISTER, unterstrichen. Darunter Roter Traminer und die Lage ebenso in Grossbuchstaben. In der Mitte des Etiketts die Herkunft und unten drunter das was sonst noch an Information relevant sein könnte. Einzig der Jahrgang ist in knalligem rot eingedruckt. Das war´s dann auch schon mit Text. Den Flaschenhals ziert eine Manschette mit dem eingedruckten Logo der STK® (Steirische Terroir- und Klassikweingüter), deren Mitgliedsbetrieb man ist. Auch hier kein Rückenetikett, es ist bereits am vorderen alles gesagt. Um dem Tropfen etwas Luft zu verschaffen wird er für eine halbe Stunde in die Karaffe umgefüllt. Dann kann es losgehen mit dem Riechen und dem Kosten.

Im Glas: Grünlichgelb schimmernd dreht der Rote Traminer seine Runden im Glas. Es sieht schon optisch relativ konzentriert darin aus.

In der Nase: Ohne Vorwarnung springt einem eine expressive Aromatik in die Nase. Es ist würzig, dicht und kraftvoll. Kräuternoten strömen konzentriert der Nasenwand entlang, man riecht deftigen Honig genauso wie vollreifen Holunder. Ein Duft der unter hundert anderen sofort erkennbar ist. Traminerduft bis in die letzte Ritze, sozusagen. Aromatisch wie keine andere Rebsorte, intensiv, trotzdem keineswegs laut oder erschlagend. Zwingt einen förmlich zum Schnüffeln.

Im Mund: Entgegen der Vermutung der Wein könnte üppig auf die Zunge kommen, fliesst er relativ fein auf selbige. Keine Spur von dick oder konzentriert, vielmehr fühlt es sich frisch, äusserst trocken und sogar etwas herb am Gaumen an. Zuvor aber lässt einen der Rote Traminer seinen Saft spüren und auch schmecken. Honig ist dabei, Holunder trabt durch die Gegend und eine dichte gelbrote Aromatik steht im Mund. Keinesfalls überzeichnet, sondern ungemein zivilisiert, gezähmt und in die Ausgehuniform gesteckt. Ist in der Nase eindeutig intensiver als im Mund. Dort spürt man fast einen leichten Bitterton der den Tropfen noch viel animierender macht. Saft und bitter, ja das geht. Und es fühlt sich richtig sexy an. Im Abgang wieder aromatisch, herb und ein wenig rauchig im Nachhall.

In der elegant opulenten Textur die der Rote Traminer im Mund zeigt, verstecken sich Pfirsicharomen, etwas Honigmelone und auch Litschis. Richtig neckisch macht ihn die feine Extraktsüsse die in ihm steckt. Sie macht ihn charmant, ein wenig exotisch und verleiht ihm ein gewisses asiatisches Flair. Die Kombination von Kräutern, Honig und Rosengarten ist so intensiv wie spannend und ergibt eben jene Aromatik, welche die Rebsorte Traminer so einzigartig macht. Dieser hier weht trotz seiner Saftigkeit sehr trocken über den Gaumen, brennt dort seine gesamte Aromatik ein und zieht dann mit einem feinen herben Hauch von ihm ab. Man bleibt mit einem warmen, angenehmen, intensiven Geschmack im Mund zurück. Um schon beim nächsten Schluck wieder ‘aufs Ganze’ zu gehen, um den Wein in seinem vollen Saft zu erleben. Man beisst sich quasi durch diese gelbrote Aromatik durch, man kaut sie, lutscht sie, spielt mit mit ihr auf Zunge. Vinophiler Oralsex, sozusagen.

Resümee: Der Rote Traminer Steintal ist ein Wein für Leute die auf Feuerwerk stehen. Und einer, der manchen erst im zweiten Anlauf zugänglich wird. Er ist opulent was Aromatik angeht, er ist elegant, er ist expressiv und er sorgt für ein echtes Sinnesfeuerwerk. Braucht etwas Luft um richtig aufzugehen, zeigt dann aber ungeschminkt was Sache ist. Betört mit Individualität, verführt mit Persönlichkeit und überzeugt mit Eleganz und Esprit. Wein für Leute die gern etwas mehr an Aromatik lieben, keine Angst vor ‘anders’ haben und gewillt sind, sich einem Wein auch einmal auszuliefern. Ich mag den Steintal. Weil er anders ist und dazu steht.

Tipp: 30 Minuten in die Karaffe mit dem Tropfen. 8-10º Trinktemperatur, nicht mehr. In der asiatischen Küche ist er zuhause. Da gehört er hin. Als Solist ein fast schon esoterisch anmutender Wonntetropfen und charismatischer Begleiter.

Einen Bericht über den Roter Traminer Steintal lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Roter Traminer Steintal 2012 vom Weingut Neumeister aus Straden in der Südoststeiermark, Österreich.

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Kategorie: Neumeister, Verkostet

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