Les Cloux 2013 Auxey-Duresses

| 19. November 2016 | 0 Kommentare ...alles

Zieht alle Sinne in den Bann

Von dem hier kann man sich locker drei, vier Kisten in den Keller legen und über alle die sich schwer verschulden um an Schätze zu gelangen, lachen.

Winzer/Weingut: Boisson-Vadot, Meursault, Burgund, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von kalkhaltigen Böden von Village-Lagen, ausschließlich aus Meursault.

les-cloux-2013 Allgemeines: Vor genau elf Monaten hatte ich von Bernard Boisson, dem burgundischen Urgestein aus Meursault, seinen Auxey-Duresses Les Clous 2012 verkostet. Heute steht der Jahrgang 2013 am Tisch der Wahrheit und der heisst nicht Les Clous, wie damals, sondern Les Cloux. Warum auch immer. Fakt ist jedoch, dass, hat man erst einmal angefangen sich durch Meursault, Puligny-Montrachet, Auxey-Duresses, Volnay, etc. zu kosten, es unmöglich ist, von diesen Weinen wieder loszukommen. Diese Weine gehören ohne jeden Zweifel zum Besten, was es in der Welt der Weissweine gibt. Ob, wie der Les Clous 2012, auch der Les Cloux 2013 mit jenen von Coche-Dury verglichen werden kann, dafür werde ich mich jetzt auf die Erkundung machen. Denn wer so etwas schafft, dem sollte man auch entsprechend Aufmerksamkeit entgegen bringen. Für eine Stunde landet aber der Les Cloux 2013, 100% Chardonnay übrigens, in der Karaffe, um unter gleichen Bedingungen wie jener aus 2012 angetrunken zu werden.

Im Glas: Kraftvolles Gelb leuchtet aus dem grossen Kelch.

In der Nase: Feine Zitrustöne strömen hoch, etwas geriebene Nuss und ein guter Brocken Salz sorgen für Spass in der Nase. Ein Tick von weissem Honig macht sich bemerkbar, bringt ein wenig Fülle in den Duft des Les Cloux. Kalk weht über allem; fein, leise, sehr verhalten. Es ist ein eleganter, ein ruhiger Duft der unaufgeregt durch die Nasenflügel zieht. Stein und Salz dominieren ihn und lassen ihn dabei erfrischend wirken.

Im Mund: Und wieder macht es bumm und ich bin hin und weg. Zuerst fällt auf, dass 2013 weicher als 2012 ist, dabei aber genauso rassig wie auch frisch im Mund agiert. Zitrusfrucht als Dominator, dann gleichauf die Meersalzfraktion. Was für ein frisches Spiel auf Zunge wie auch Gaumen. Weisser Honig ganz weit hinten sorgt für zarte Fülle, vorne aber glänzt der Stein der feinst von Salz, Zitronen und auch frischen Kräutern eingepinselt wurde. Ein wahres Fest im Mund, das ist Chardonnay mit Weltklasseformat. Am Gaumen etwas Apfel, gelb und knackig, der Abgang einfach nur betörend. Weich, rund und doch so belebend. Weisser Kalk über allem sorgt für Haftung, lässt einen den Les Cloux sprichwörtlich fühlen. Zu allem gesellen sich noch ein paar gelbe Blütenblätter die den Tropfen endgültig zu einem richtigen Charmeur machen. Ich liebe diesen Wein!

Je länger der Les Cloux Sauerstoff aufnimmt, umso faszinierender wird er. Immer mineralischer wird der Tropfen, der Kalk ist mehr als spürbar, der nasse Stein das tragende Element. Richtig rassig zieht der Wein über die Zunge, Salz und Zitrusfrucht wechseln sich in ihrem neckischen Spiel harmonisch ab. Hinter allem trabt der gelbe Apfel artig hinterher und tritt bestenfalls im Schatten dieser beiden lustigen Protagonisten auf. Der Wein wird karger, klarer, feiner und auch nackter. Ein Traum von Mundgefühl, ein Traum von Geschmack. Überhaupt ist dieses Wechselspiel von Geschmack und Gefühl auf Zunge und Gaumen grosses Kino. Da Zitrone, dort Stein, hier Kalk, dort Apfel. Darunter feiner Honig, darüber feiner Blütenstaub. Ein Auf und Ab das beide Sinne in ihren Bann zieht. Ein Naturschauspiel, das niemals enden möge.

Wie schon beim 2012er treten auch beim Les Cloux 2013 immer mehr Nuss- und Aprikosenaromen aus dem Glas aus. Auch im Mund passiert das Gleiche wie “damals”. Der Wein wird weicher, er wird enorm griffig, als würde man in einem Bergwerk stehen und den Steinstaub atmen. Mürber Keks taucht auf, der Apfel hat an Grösse zugelegt, das Salz ist weicher geworden, der Stein leicht aufgetrocknet. Geschmack und Gefühl parallel im Mund, zeitgleich, synchron, unbeschreiblich.

Resümee: Sie lieben Chardonnay? Sie mögen kein Holz? Sie wollen Burgund das leistbar ist? Mit 30 Euro sind Sie mit dem Les Cloux in der Weltklasse angekommen. Ist zwar kein Coche-Dury, dafür können Sie sich von dem hier locker drei, vier Kisten in den Keller legen und über alle die sich schwer verschulden um an Schätze zu gelangen, lachen. Am Ende ist der Les Cloux die Antwort auf die “Luxusfraktion” aus dem Burgund. Dieser Wein hat es nicht nötig sich vor grossen Namen zu verstecken. Persönliche Kaufempfehlung!

Tipp: Zwei Stunden in der Karaffe sind ideal. Mit 10-12º aus dem grossen Glas trinken. Klassiker der französischen Küche begleitet er ebenso gekonnt wie feine regionale Gerichte. Als Solist ganz grosses Burgunderkino!

Einen Bericht über den Les Cloux lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Auxey-Duresses Les Cloux 2013 von der Domaine Boisson-Vadot aus Meursault im Burgund, Frankreich. Bezugsquelle: Pinard de Picard, Saarwellingen.

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Kategorie: Pinard de Picard, Verkostet

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