‘ZaZin’ Zinfandel Lodi 2009

| 16. Dezember 2012 | 0 Kommentare ...alles

Macht die Welt schöner.

Ein kraftvoll konzentrierter Muskelprotz, der mächtig Power unter der Haube hat. Wein zum Träumen und zum Fliegen.

Winzer/Weingut: Terra Divina Vineyards, Central Valley, Kalifornien, USA.

Lage/Herkunft: Von einem mehr als 100 Jahre alten Weinberg in Lodi im kalifornischen Central Valley.

Flasche/Etikett: Die dunkle Bordeauxflasche ist mit einem langen Etikett beklebt, das sich farblich in zwei Hälften teilt. Oben steht auf gedecktem Rot mit Riesenbuchstaben !ZA ZIN in schwarz darauf, der untere Teil ist in vanille gehalten, um einen starken Kontrast zu setzen. Auf diesem Teil der Name des Weins, der Hinweis auf die alten Reben und die Herkunft aufgedruckt. Ebenso der Jahrgang und die ‘Winery’. Ein sehr klar und durchaus modern gestaltetes Etikett mit einem hohen Wiedererkennungswert. Ganz unten, fast versteckt und winzig klein, der zarte Hinweis auf die PS die ZaZin unter der Haube hat.

Am etwas kleineren Rückenetikett erfährt der interessierte Weinfreund alles über die Lage und den Weinberg, sowie den Ausbau des Weines in französischen und amerikanischen Eichenfässern. Wie es sich gehört wird der Dekanter ausgepackt und ZaZin für eine Stunde an die Luft gesetzt. Dort darf er seine Runden drehen bevor er in die Gläser kommt.

Im Glas: Bläulichrot steht der ZaZin im Glas, ist dicht und lässt nicht allzu tief blicken. An der Innenseite läuft ein fetter Film die Glaswand runter.

In der Nase: Positiv überraschend ist, dass einem nicht gleich dieses typisch zinfandlerische, oft überkonzentrierte Zimt- und Nelkengewumms, sowie der gewohnt banale Weihnachtsgewürzkorb in die Nase steigt. Der ZaZin zieht eher mit einer kraftvollen würzigen Note das Riechorgan hoch. Erst hinterher kann man erahnen, dass so etwas wie ‘Weihnachtsstimmung’ aufkommt, sehr verhalten und deshalb äusserst angenehm. Dunkle, fette Beeren und auch etwas Pflaume riecht man und alles wirkt in Kombination mit der präsenten Würze richtig saftig.

Im Mund: Der erste Schluck dann eine echte Wohltat. Fast süss lässt sich ZaZin auf der Zunge nieder, kraftvoll, warm und mächtig. Das ist kein Faserschmeichler der hier seinen Auftritt hat, sondern ein echter, voluminöser Muskelprotz. Auch im Mund nicht dieses typische Nelkenaroma, vielmehr fette Pflaume, triefend vor Saft und aufgepeppt mit einem Korb dunkelster Gewürze. ZaZin haut rein, ist opulent und doch klar und frisch. So kraftvoll und konzentriert wie er sich zwischen den Backen ausbreitet, so lange bleibt er auch im Geschmack erhalten, tränkt die Zunge und die Wangen förmlich in seinem Früchtekorb ein und überzieht alles mit einer nicht minder kräftigen und doch feinen Würze. Ein leichter Pelz bleibt am Gaumen haften, überhaupt nicht unangenehm, vielmehr fühlt es sich an wie feinster Samt. ZaZin hebt mehr als eine Hand und zeigt wozu Zinfandel fähig ist.

Im Duft wird ‘Old ZaZin‘ immer mächtiger, immer ausgeprägter und betörender. Man will am liebsten in ihn eintauchen und ein Bad darin nehmen. Auf der Zunge steht er mächtig konzentriert und geizt auch nicht mit Gerbstoffen, ohne aber den Trinkspass dadurch zu beeinträchtigen. Eher ist es so, dass diese etwas ‘bäuerliche’ Struktur ihn noch sympathischer wirken lässt, weil man sonst Gefahr laufen könnte dieses ‘Elixier’ einfach mit dem Löffel zu sich zu nehmen. Was jetzt nicht heisst, dass ZaZin dick und fett ist, ganz im Gegenteil. Er wirkt trotz allem kühl und frisch, er ist nur so konzentriert, dass man den Saft in ihm nicht nur schmecken, sondern richtig spüren kann. Es macht einfach Spass ihn im Mund zu fühlen, wie er sich breit macht, wie er süss die Wangen einhüllt und wie er kraftvoll würzig den Gaumen umweht. Sowie er über diesen die Kehle hinunter zieht schmeckt man noch einmal den ganzen süssen Saft der dicken, fetten dunklen Beeren, man spürt ihn noch einmal so richtig konzentriert im Mund und erlebt ein unendlich langes, intensives Finale mit einem nicht minder langen Nachhall. Was bleibt ist eine Zunge, die sich leicht benebelt ständig den letzten Rest des süssen Saftes von den Lippen leckt, dabei merkt wie deftig ZaZin eigentlich ist und wie sehr man sich an seine etwas ‘grobe’ aber durchaus liebenswerte Art gewöhnt hat.

Resümee: ZaZin ist Konzentrat aus uralten Rebstöcken, ohne Wenn und Aber und mit soviel Dampf im Kessel, dass einem fast das Blech weg fliegt. ZaZin haut rein und es ist durchaus zu empfehlen sich ein wenig zu beherrschen mit dem Tropfen. Im Grunde genommen ist er genau das, was man sich klischeehaft unter einem Winter- und Kaminwein vorstellt. Nur mit echter Qualität. Um 17 Euro brennt dann auch mehr als nur das Holz im Ofen und wenn der Weihnachtsmann Verspätung hat, dann ist es dank ZaZin auch kein allzu grosser Beinbruch.

Tipp: Eine Stunde sollte er Luft im Dekanter schnuppern. Danach am besten bei 16-18º geniessen. Kühl getrunken wird er fast ‘gefährlich’ weil er sich zu einfach trinkt. Zum Essen meiner Meinung nach viel zu schade, als Couchwein der ideale Tropfen um sich die Welt schön zu zimmern.

Einen Bericht über den ZaZin lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein ‘ZaZin’ Old Vine Zinfandel Lodi 2009 von Terra Divina Vineyards in Lodi im Central Valley, Kalifornien, USA. Der Wein wurde uns von der K&U Weinhalle aus Nürnberg zur Verfügung gestellt.

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Kategorie: K&U Weinhalle, Verkostet

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