Vinho Verde ‘Loureiro’ 2011

| 31. Mai 2013 | 0 Kommentare ...alles

Der perfekte Mineralwasserersatz.

Gehört zu den besten Weinen Portugals und hat dank seines frischen, frechen und lebenslustigen Charakters allerhöchsten Verdunstungsfaktor.

Winzer/Weingut: Anselmo Mendes, Vila Nova de Gala, Portugal.

Lage/Herkunft: Von Sand- und Lehmböden aus der Gegend von Vila Nova de Gaia im Norden Portugals.

Muros Antigos Viñho Verde Flasche/Etikett: In einer langen und schlanken Schlegelflasche steht der Loureiro am Tisch der Wahrheit. Die Farben die das Etikett dominieren sprühen vor Frische und vor Lebensfreude. Richtig bunt geht es zu am oberen Teil des Etiketts, welches eine gelb-rosa-grünlich-weisse Wolke ziert. Platz für Interpretationen. Ist es der aquarellistisch aufgelöste Boden oder zeigt es den sommerlichen portugiesischen Himmel? Alles ist möglich. Unterhalb in klarer Typo LOUREIRO in gelbgrün und MUROS ANTIGOS in schwarz. Ein sehr elegantes, modern und überaus frisch wirkendes Design. Auch wenn auf dem Bild ein 2010er abgebildet ist, der 2011er sieht genauso aus. Zuviel Loureiro hier :-)

Am hinteren Etikett erfährt man alles über den Wein von Anselmo Mendes und findet auch das offizielle Siegel der Comissão de Viticultura dos Região Vinhos Verdes, der wohl informativsten Seite im Internet wenn es um Vinho Verde geht. Eine kurze Beschreibung mit sensorischen Infos gehört ebenso dazu. Da der Loureiro ein Wein zum Trinken ist wird er auch einfach aufgemacht und eingeschenkt.

Im Glas: In sehr hellem Gelb mit einem schönen Stich ins Grüne steht der Loureiro im Glas. Verde eben.

In der Nase: Schon der Duft der einem in die Nase strömt ist etwas völlig unbekanntes. Ungemein frisch, mit einer pikanten Note, dann wieder weich und kristallklar. Ein Dufterlebnis das einen augenblicklich in Besitz nimmt und förmlich zwingt seine Nase immer wieder ganz tief ins Glas zu stecken. Aromatisch kann man den Duft bezeichnen und ist gleichzeitig überrascht wie weich sich der Wein trotz seiner frischen Art anfühlt. Etwas Gewürzduft schwebt im Hintergrund vorbei und je mehr man daran riecht umso mehr spürt man wie sich an den Wangeninnenseiten das Wasser zu stauen beginnt und sich reger Speichelfluss bemerkbar macht.

Im Mund: In den Mund kommt der Loureiro in einer Vielfalt wie man sie sich öfter wünschen würde. Da ist Rasse im Spiel, die sich aber brav in einem durchaus weichen Körper zu benehmen weiss. Es fühlt sich etwas salzig an und wenn der Vinho Verde fühlbar grün über die Zungenränder abfliesst spürt man wie klar er eigentlich ist. Es fühlt sich saftig an und der Schuss Salz auf der Zunge verleiht dem Loureiro eine lustig-freche Note. Es ist frisch im Mund, es lebt und pulsiert, ist aber dennoch weich und vor allem trocken wie die Wüste Gobi. Man ist ein wenig verwirrt wenn man diesen Wein zum ersten Mal im Mund spürt, weil er so anders schmeckt, sich so anders anfühlt und so anders nachwirkt. Der Loureiro sorgt während man ihn im Mund hat für regen Speichelfluss und lässt einen das was man im Glas hat, fünfmal schneller trinken als man es von anderen Weinen gewohnt ist.

So wie sich der Loureiro im Mund anfühlt ist es schwer sich ihm zu entziehen. Er hüllt einerseits sehr saftig und weich die Zunge ein, zeigt sich aber ebenso klar wie ein Bergsee, strahlt vor Frische und Lebendigkeit und hinterlässt diese feine salzige Spur auf ihr. Schmeckt man ihr hinterher, fühlt man wie weich und aromatisch sich das anfühlt. Obwohl mit einer attraktiven Säure ausgestattet spürt man diese nicht, man nimmt den Wein als mild wahr. Diese Kombination macht ihn auch so trinkig. Frisch und fröhlich, aber auch weich und rund. Versetzt mit einem Schuss Salz welcher die Zunge in schaurig-schöne Verzückungen versetzt. Vinho Verde zum Verlieben! Der Loureiro von Anselmo Mendes räumt nicht umsonst jedes Jahr aufs Neue einen Preis nach dem anderen ab; weltweit! Loureiro geht hier wie Mineralwasser. Schmeckt nur um Klassen besser!

Wie fühlt sich der Tropfen am Gaumen an? Trocken, knochentrocken. Aromatisch, sogar ein Hauch von grünen Gewürzblättern steht im Raum. Und mild fühlt es sich an. Auch wenn es verboten ist einen Wein als ‘bekömmlich’ zu bezeichen – drauf gehustet. Der Loureiro ist es. Vor allem für Leute die Probleme mit Säure haben. So mild wie sich der Tropfen trinkt und anfühlt, so verträglich ist er für säureempfindliche Mägen.

Resümee: Ich trinke Anselmo Mendes´ Loureiro nun seit mehr als zwei Jahren regelmässig, sowohl im Sommer wie auch im Winter (da hat er seinen eigenen Reiz, wird fast ‘gelb’ geschmacklich) und möchte diesen Wein hier nicht mehr missen. Schlanke 12% Alkohol steuern ihr Übriges dazu bei, dass man diesen Spasswein einfach auf- und ziemlich rasch wieder wegmacht. Gefahrlos, ohne Nebenwirkungen oder sonstige unerwünschte Begleiterscheinungen. Von dem Tropfen verputzen sie die Flasche ebenso mal, weil es draussen heiss, oder weil ihnen ganz einfach danach ist. Um 8,50 Euro ein Vergnügen das man sich locker täglich ‘antun’ kann. Gehört zu meinen Lieblingsweinen.

Tipp: Aufmachen, einschenken und einfach Spass damit haben. 9-11º (maximal) sind ideal. Und werfen Sie die Küche an! Gemüse, Salate, Fisch, Meeresfrüchte, gegrillt, gebraten oder wie auch immer essbar gemacht. Passt zu allem was südlicher als von Wien kommt! Oder machen Sie den Wein einfach so weg. Der geht immer, überall, zu jeder Zeit und jedem Anlass.

Einen Bericht über den Loureiro lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Vinho Verde ‘Loureiro’ 2011 von Anselmo Mendes aus aus Vila Nova de Gala, Portugal. Der Wein stammt aus eigenem Bestand, der laufend via K&U Weinhalle aus Nürnberg entsprechend liebevoll und regelmässig aufgefüllt wird.

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Kategorie: K&U Weinhalle, Verkostet

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