TBA Chardonnay ‘Lüss’ 2007

| 22. April 2013 | 0 Kommentare ...alles

Rotgold ist die Ananas.

Eindrucksvolle Demonstration was eine Trockenbeerenauslese von höchster Qualität von banalem ‘Süsswein’ unterscheidet.

Winzer/Weingut: Angerhof Tschida, Illmitz/Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Aus den um den Neusiedlersee verteilten Lacken und Salzlacken im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel im Burgenland.

Trockenbeerenauslese Chardonnay 2007 Flasche/Etikett: Wie schon bei den beiden Flaschen vorher, wird auch auf dieser das Design der Etiketten konsequent weiterverfolgt. Turmhoch und weiss klebt es auf der Flasche, in der Mitte das goldene Emblem der Süssweinschmiede TSCHIDA. Unten drunter, so golden wie jenes das aus der Flasche leuchtet, Trockenbeerenauslese Chardonnay 2007 aufgedruckt. Oben drauf der runde Sticker mit dem Hinweis, dass dieser Wein vom Sweet Winemaker of the Year ist.

Im Glas: Rotgold, mit einem leichten Drift ins bernsteinfarbige dreht der Chardonnay seine Kreise im Glas. Dick und langsam fliesst der Film an der Glaswand ab.

In der Nase: Kräftig und intensiv steigt ein Duft von saftigen Ananas in die Nase. Eine sehr feine Würze steht daneben und reife, dunkle Blütenaromen mischen sich unter diesen ausgeprägten Duft. Es riecht ausgesprochen süss, gleichzeitig verwoben mit einer kräftigen gelben Würze die dem Wein eine exotische Aromatik verleiht.

Im Mund: Die pure Sünde ist was sich da auf die Zunge ergiesst. Frech ist sie noch dazu, weil dieser dicke, fruchtig-würzige Saft mit einer kräftigen, aber sehr harmonisch eingebundenen Säure auf sie trifft. 240g/l Restzucker sollten an sich reinen, süssen Nektar erwarten lassen, doch ist dem hier nicht ganz so. Dem stehen 11,7g/l Säure gegenüber welche die ausgeprägte Süsse elegant puffert und den Wein zu einem prickelnden Erlebnis auf der Zunge werden lässt. Da mischt sie nämlich alle anderen Mitspieler gewaltig auf und zeigt wer Herr im Haus ist. Sehr konzentriert und ebenso kraftvoll nistet sich der Tropfen auf der Zunge ein, doch kaum beginnt er sich breit zu machen setzt ein wunderbar aktives wie auch attraktives Säurespiel ein. Wie ein Laserstrahl zieht dieser über die Zungenspitze hinweg. Am Gaumen spürt man, wie sich eine exotische, saftige Fruchtwürze anlegt und sich langsam über ihn hinweg zieht.

Trotz seiner satten wie saftigen Süsse fühlt sich der Wein nicht einfach nur banal süss im Mund an. Da steht eine expressive Würze ebenso auf der Zunge wie dunkelgelbe Blütenaromen. Das perfekte Zusammenspiel von Süsse und Säure fühlt sich rasant auf der Zunge an, hat nämlich eindeutig die Säure das Kommando. Deswegen wirkt der Wein nicht plump, sondern richtig aktiv und lebendig, ja sogar frisch. Lange noch steht diese kecke Säure auf der Zungenspitze und man spürt wie sich einem sogar leicht die Mundwinkel zusammenziehen. Ein ganz frecher Tropfen treibt hier sein Unwesen. Am Gaumen zeigt sich die Trockenbeerenauslese füllig und ebenfalls mit dieser dominanten Säure. Es fühlt sich würzig an, etwas rauchig und vor allem richtig saftig. Im Abgang spürt man das Volumen das der Chardonnay hat, wie Nektar fliesst er ab und lässt einen angenehmen, von Säure getragenen Korb voll reifer gelber Früchte zurück.

Resümee: Eindrucksvoll führt diese Trockenbeerenauslese vor, was den Unterschied zwischen banalem ‘süssen Wein’ und Süsswein von höchster Qualität ausmacht. Mit jedem Schluck erfühl-, erleb- und nachvollziehbar. Um die 34 Euro kostet dieser Spass und wer den oben erwähnten Unterschied erleben will, der kommt um diese Investition nicht herum.

Tipp: Um die 10º sind ideal. Universeller Begleiter zu Fruchtdesserts, Bisquits und Schokoladekuchen. Allein genossen ein ebenso frischer wie frecher Zeitvertreib.

Einen Bericht über den Chardonnay ‘Lüss’ TBA lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde eine Trockenbeerenauslese Chardonnay ‘Lüss’ 2007 vom Angerhof Tschida aus Illmitz im Burgenland, Österreich.

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Kategorie: Tschida, Verkostet

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