Syrah 2010 ‘Elegance’

| 10. August 2011 | 0 Kommentare ...alles

Wenn Syrah den Shiraz besiegt.

Edelrebe in Bestform. Sortenrein bis auf den Flaschenboden nimmt es dieser Tropfen locker mit US-amerikanischen und australischen Syrahs auf.

Winzer/Weingut: Joseph Castan, Languedoc-Roussillon, Frankreich.

Lage/Herkunft: Dieser Syrah kommt von Schiefer- und Kalksteinhängen im West-Languedoc in Südfrankreich.

Flasche/Etikett: Der Auftritt der Flasche folgt konsequent dem Corporate Design der “Elegance”-Linie. Auch auf diesem Etikett steht vornehme Zurückhaltung im Vordergrund und zeigt unmissverständlich worum es geht. Prominent prangt auch hier auf weissen Untergrund der Name der Rebsorte, unterlegt von einem hellgrauen S. Auch hier nur die notwendigste Information, abgeschlossen von der Bordüre in schwarz mit goldenem “Elegance”-Schriftzug. Edel und elegant.

Im Glas: Eine schöne granatrote Farbe mit tollen violetten Reflexen leuchtet dann tiefdunkel im Glas auf. Fette Kirchenfenster schmiegen sich an der Wand entlang und hinterlassen schöne Schlieren.

In der Nase: Wie schon der verkostete Cabernet Sauvignon macht sich auch beim Syrah eine vorerst vornehme und zurückhaltende Nase bemerkbar. Eine sehr feine Blume, nach roten und schwarzen Beeren duftend und mit der typischen Syrah-Würze unterlegt strömt aus dem Glas. Kein aufdringlicher Duft sondern ein gesitteter Auftritt in der Nase. Eine leichte Zimtnote kommt zum Vorschein und rundet das fruchtig Bukett stimmig ab. Veilchen und Lavendel setzen die vorherrschende Duftnote.

Im Mund: Im Mund zeigt sich eine angenehme Fülle. Der Wein wirkt noch etwas verschlossen, lässt jedoch schon erahnen wo die Reise hin gehen wird. Die Gerbstoffe sind vorhanden, halten sich aber vornehm zurück und sorgen so für einen runden Geschmack. Im Moment noch mit relativ wenig Körper behaftet verströmt der Wein eine kühle Frische im Mund die eine gewisse Mineralität freigibt. Auch die Veilchen und der Lavendel setzen sich wie schon in der Nase durch und sorgen für ein eigenständiges Geschmackserlebnis. Sogar eine gewisse Pfeffrigkeit macht sich bemerkbar. Noch fehlt ihm das typische Feuer, die Expressivität eines erwachsenen Syrah. Man merkt ihm unweigerlich seine Jugend an.

Am Gaumen hinterlässt er einen leichten Pelz, was sehr angenehm ist und für einen guten und sauberen Nachhall sorgt. Jedenfalls ist dieser Syrah kein fruchtdominierter Tropfen sondern vielmehr ein auf Würze und Mineralität bedachter Wein. Sehr gut vorstellbar zu allem was gegrillt ist wie auch zu Hahn und Henne. Fruchtfanatiker werden eher enttäuscht sein, Freunde von Blumen und Gewürzen jedoch sind hier gut aufgehoben.

Resümee: Generell ist zu sagen, dass auch diesem Landwein ein wenig Luft gut tut. Er wird zum zweiten Glas hin weicher, runder und wirkt konsolidierter. Ein glatter Wein ohne Ecken und Kanten, fein geschliffen und sauber gemacht, süffig und klar im Auftritt. Ein Wein der sich seinen Weg über den oberen Gaumen hin zur Zunge sucht, sein wahres Gesicht aber sicher erst in ein, zwei Jahren zeigen wird. Seine 13,5% Alkohol merkt man vorerst nicht, sie schleichen sich sanft und leise “von hinten” an. Einfaches und unkompliziertes Trinkvergnügen ohne Reue.

Tipp: 10 Minuten belüften und einfach geniessen.

Einen ausführlichen Bericht über diesen Syrah lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Syrah 2010 Pays d’Oc von Joseph Castan Fine Wine aus Baillargues im französischen Languedoc-Roussillon.

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Kategorie: Joseph Castan, Verkostet

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