Spätburgunder Rotwein QbA 2005 ‘Barrique’

| 16. August 2011 | 0 Kommentare ...alles

Kein Wein für Frucht-Junkies.

Nichts für Freunde von Fruchtbomben oder Marmeladetöpfen. Aus diesem edlen Fass kommt ein richtiger Brummer geflogen.

Winzer/Weingut: Weingut Kiefer, Eichstetten, Baden, Deutschland.

Lage/Herkunft: Der Kaiserstuhl in Baden ist das grösste und bekannteste Weinanbaugebiet Deutschlands und wird auch als die “Sonnenterrasse” Deutschlands bezeichnet.

Flasche/Etikett: Wie es sich “gehört” wird auch dieser Burgunder in der klassischen Flasche kredenzt. Die grosse Ausnahme dabei ist das Etikett. Weg vom üblichen zurückhaltenden Design, prangt auf dieser Flasche ein turmhohes Stück Papier. Zwar mit allen notwendigen und wichtigen Informationen versehen, aber der Stil ist schon fast “Retro”. Wahrlich kein Blickfang. Somit musste der Wein im Glas beweisen was er konnte. Und das tat er auch.

Im Glas: Tiefdunkelrot, nicht so klar und transparent wie seine “klassisch ausgebauten” Brüder aus dem grossen Kieferschen Spätburgunder-Sortiment, zeigt sich dieser Tropfen im Glas. Wesentlich blickdichter aber trotzdem gewisse Einblicke erlaubend.

In der Nase: WOW! Der erste Eindruck als ich meine Nase in das Glas steckte. Alles andere als man von “herkömmlichen” Spätburgundern kennt. Würzig und vanillig. Aber auch mit viel Frucht ausgestattet sowie voll und kräftig. Es springt einem förmlich das Holzfass entgegen und man muss sich erst einmal langsam an den ungewohnten Duft gewöhnen. Keine Frucht die da aus dem Bottich hüpft und keine blumigen Aromen die sich einem anbiedern. Dieser Wein verströmt Komplexität in der Nase, typische vanillige Barrique-Noten und will sensorisch eingehend erforscht werden.

Im Mund: Der Spätburgunder wird weniger von seiner Frucht als von der typischen Fass-Charismatik getragen. Die dunklen Beerenaromen sind fein mit dem Holz verwoben und blitzen immer wieder eindrucksvoll durch. Er präsentiert sich in all seiner Fülle mit seinem Volumen und seiner Kraft am Gaumen und ist definitiv kein Wein für Fruchtliebhaber oder Freunden von “auf den Punkt kommender” Tropfen. Obwohl viele dunkle Beeren durchkommen übernimmt die Frucht nie das Kommando über diesen Wein. Dieser Spätburgunder setzt gewisse Erfahrung voraus. Ich weiss nicht warum, aber nach dem ersten Glas bekomme ich einen Flash auf einen dicken, fetten Cheeseburger. Man verzeihe mir diese Barbarei. Könnte am Holz liegen.

Resümee: Knappe € 15,- sind nicht unbedingt ein Preis der einen zu täglichem Konsum verleitet. Aber dafür ist dieser Wein auch gar nicht gemacht. Vielmehr bietet dieser Spätburgunder die Möglichkeit, sich und seinen Gästen einmal einen Tropfen “abseits des Mainstreams” zu kredenzen und neue Erfahrungen zu ermöglichen. Ich selbst tendiere nach wie vor mehr zum “klassisch” ausgebauten, bin aber aufgrund dieses Erlebnisses bereit wieder öfters “vom Fass” zu kosten. Ein Wein für Kenner und sicher nichts für Freunde weichgespülter Flüssigkeiten.

Tipp: Wenn möglich, unbedingt aus dem Burgunderkelch geniessen. Das grossvolumige Glas gibt ihm genug Platz um die vollen Barrique-Aromen freizusetzen.

Einen ausführlichen Bericht über den Spätburgunder Barrique lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Spätburgunder Rotwein QbA 2005 “Barrique” vom Weingut Kiefer aus Eichstetten am Kaiserstuhl, Deutschland.

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Kategorie: Verkostet, Weingut Kiefer

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