Spätburgunder Rotwein 2008, trocken

| 15. Juli 2011 | 0 Kommentare ...alles

Domestizierung eines Störrischen.

Spätburgunder können zickig und störrisch sein und einem das Leben schwer machen. Dass es auch anders geht zeigt dieser “Rote” eindrucksvoll.

Winzer/Weingut: Weingut Kiefer, Eichstetten, Baden, Deutschland.

Lage/Herkunft: Der Kaiserstuhl in Baden ist das grösste und bekannteste Weinanbaugebiet Deutschlands und wird auch als die “Sonnenterrasse” Deutschlands bezeichnet.

Flasche/Etikett: In der klassischen Burgunderflasche mit einem Etikett das gerade das Notwendigste enthält. Kein Kunstwerk, kein Anspruch an optische Perfektion, nur schnörkellose Präsenz des Wesentlichen. Irgendwie typisch deutsch. Zumindest für einen Österreicher.

Im Glas: Kräftige rubinrote Farbe, die trotzdem relativ transparent ist. Wie ein klarer Bergsee der einen Blick auf seinen Grund gewährt. Ein richtiger Genuss von oben in den Burgunderkelch zu schauen.

In der Nase: Aromen von Kirschen und dunklen Beeren machen sich breit, unterlegt von einer leichten Mineralik. Fast blumig und äusserst leichtfüssig.

Im Mund: Jung, teenagerhaft, fast schüchtern, aber trotzdem mit gewissem Charme. Keine Geheimnisse die es zu erforschen gilt, der Spätburgunder gibt das preis was er ist und was er kann. Ohne Umwege. Er zeigt sehr schöne Aromen von dunklen Beeren und schmiegt sich sanft am Gaumen an. Keine Spur von Marmelade sondern einfach ausgeprägte aber trotzdem dezente Frucht. Sehr angenehm im Mund mit feiner Struktur, nicht nervig oder gar aufdringlich.

Kein Wein der sich in der Mundhöhle festsetzt und einen nicht enden wollenden Abgang hat. Vielmehr zeigt er sein verspieltes Fruchtfeuer und seine Jugend, lässt sie einen kurz “anfassen” um mit seinem angenehmen Nachhall sofort Freude auf den nächsten Schluck aufkommen zu lassen.

An diesem Wein ist nichts gekünstelt, er ist echt, er ist frisch, jung und trotzdem sehr erwachsen. Keine Spiele, nur Genuss. Mit seinen 12,5% trägt er zusätzlich dazu bei intensiver “erforscht” zu werden. Dazu reicht ein frisches Baguette oder ein schönes Stück Olivenbrot vollkommen. Auch solo trinkt sich dieser Spätburgunder wie von selbst.

Resümee: Der Wein ist sicher nicht der Überflieger oder eine sonstige Perle der Weinkultur. Das wäre auch vermessen anzunehmen. Auf jeden Fall aber ist er, speziell für Freunde dieser komplizierten Rebsorte, ein gefälliger, ehrlicher und immer freundlicher Begleiter. Der 2008er QbAist der ideale Einstieg in das restliche Spätburgunder-Sortiment des Weinguts. Die € 7,50 ist der Spätburgunder aber allemal wert.

TIPP: 20 Minuten Belüftung tun dem Wein sehr gut. Die Jugend kann sich so in der Karaffe ein wenig austoben.

Einen ausführlichen Bericht über diesen Spätburgunder lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Spätburgunder Rotwein QbA 2008 trocken vom Weingut Kiefer aus Eichstetten am Kaiserstuhl, Deutschland.

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Kategorie: Verkostet, Weingut Kiefer

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