Spätburgunder 2007 ‘Gutsabfüllung’

| 25. August 2011 | 0 Kommentare ...alles

Ein Flaggschiff unter den Burgundern.

Der Luxusliner unter den Kieferschen Spätburgundern. Eine Wein die vieles verspricht und noch viel mehr erwarten lässt.

Winzer/Weingut: Weingut Kiefer, Eichstetten, Baden, Deutschland.

Lage/Herkunft: Der Kaiserstuhl in Baden ist das grösste und bekannteste Weinanbaugebiet Deutschlands und wird auch als die “Sonnenterrasse” Deutschlands bezeichnet.

Flasche/Etikett: Auch das Flaggschiff der Kieferschen Spätburgunder ist in der klassischen Burgunderflasche abgefüllt.

Auch dieses Etikett ein turmhohes Stück Papier, das irgendwie nicht im 21. Jahrhundert ankommen will. So brav, so ordentlich und so… ich weiss nicht. Aber auf das Etikett kommt es nicht an.

Im Glas: Ein tiefdunkles Rubin, das aber trotzdem einen sehr schönen und klaren Einblick gewährt. Beim Schwenken benetzt der Wein die gesamte Fläche was auf einen gehaltvollen Tropfen hin deutet.

In der Nase: In der Nase offenbart sich dann aber nicht das gewohnt fruchtige Spätburgunder-Bukett, sondern ein würziger, sogar rauchiger Duft. Barrique, bin ich ziemlich überzeugt. Auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig, ist sie doch komplett anders als jene des “Prachtstücks”. Ein Duft der erforscht werden will und der fordert.

Im Mund: Hier zeigt sich die “Gutsabfüllung” von einer äusserst interessanten Seite. Rauchig, nicht von Frucht getragen. Sehr verhalten lässt sie die Aromen von dunklen Beeren durchblitzen. Umhüllt von einer sehr eleganten Würze. Der Mund muss sich erst an das was sich hier Spätburgunder nennt gewöhnen. Die “Gutsabfüllung” erinnert sehr stark an den 2005er Barrique-Spätburgunder. Nur ein wenig zurückhaltender, feiner geschliffen und eleganter. Ist der 2005er “Barrique” die gehobene Klasse, dann ist die “Gutsabfüllung” sozusagen der Luxusliner.

Am Gaumen hinterlässt dieser Spätburgunder einen nachhaltigen rauchigen Eindruck der aber elegant von Frucht unterfüttert ist. Die Gerbstoffe sind so fein eingebunden, dass sie niemals in den Vordergrund treten. Spätburgunder-Freunde sind ja an sich viel Frucht und Leichtigkeit gewohnt, müssen aber hier ein wenig die Handbremse öffnen. Dieser Wein ist mehr als nur der leichtfüssige Pinot Noir von der Stange. Dieser Wein hat Körper, Kraft und Tiefgang und hinterlässt einen schwer verwöhnten Gaumen.

Ich habe den Wein in eine kleine Karaffe umgefüllt damit er sich mit Luft so richtig öffnet. War das erste Glas noch etwas rustikal aufgrund des rauchigen Aromas, so hat sich die Frucht nach einer halben Stunde sehr schön arrangiert und für einen gediegenen Auftritt gesorgt. Wahnsinns-Trinkfluss! Der Wein flutscht nur so die Kehle runter. Mit seinen 13% liegt der Spätburgunder im guten Durchschnitt, sie machen sich aber in diesem rauchig-würzigen Kleid wesentlich stärker bemerkbar als bei fruchtdominierten Mitstreitern.

Resümee: Mit Euro 19,50 gehört die “Gutsabfüllung” definitiv nicht zu den Weinen für jeden Tag, was auch gar nicht bezweckt ist. Man fährt das Cabrio ja auch nicht bei jeder Witterung. Ein Wein der jeden Euro wert ist und der Spass macht aufgetischt zu werden. Mit Freunden oder auch einmal ganz für sich selbst.

Tipp: Umfüllen empfohlen und 30 Minuten atmen lassen. Es zahlt sich aus.

Verkostet wurde ein Spätburgunder QbA 2007 “Gutsabfüllung” vom Weingut Kiefer aus Eichstetten am Kaiserstuhl, Deutschland.

Einen ausführlichen Bericht über den Spätburgunder Gutsabfüllung lesen Sie auch hier.

Wer noch mehr über die “Gutsabfüllung” erfahren möchte, der findet auch beim Captain Cork einen Bericht dazu. Das Video sollte jedoch nicht allzu ernst genommen werden.

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Kategorie: Verkostet, Weingut Kiefer

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