Rosé vom Zweigelt & Pinot Noir 2013

| 17. Mai 2015 | 0 Kommentare ...alles

Zisch – frisch – Keli Rosé.

Ein Leichtgewicht von dem man sich locker ein zweites und auch drittes Glas genehmigen kann, ohne gleich in den Siesta-Modus zu verfallen.

Winzer/Weingut: Fred Loimer, Langenlois/Niederösterreich, Österreich.

Lage/Herkunft: Von Urgesteinsböden mit Gneis, Braunerde und Löss aus dem Kamptal in Niederösterreich.

Loimer Rosé 2013 Flasche/Etikett: Gelb waren sie bis jetzt, manche auch grün und rot und orange, viele auch einfach weiss. Die Etiketten auf Fred Loimers Flaschen. Dieses hier ist perfekt dem Inhalt angepasst und leuchtet einem in rosarotestem rosarot entgegen. In der Mitte das bereits bestens bekannte polynesische Fruchtbarkeitssymbol (sagen Sie niemals Frosch zu dem Ding) in knallrot und drunter LOIMER in weiss. Am unteren Rand in weiss der Jahrgang 2013 und in rot Rosé vom Zweigelt & Pinot Noir. In weiss darunter Niederösterreich und fertig ist das bunte Teil auf der Burgunderflasche. Am Rückenetikett das ebenfalls in rosa gehalten ist noch alles Notwendige in weiss aufgedruckt und der Hinweis Wein aus der Umstellung auf biologische Landwirtschaft. Sommerlich entspannte 12% wecken die Vorfreude auf den rosaroten Luftbefeuchter. Ohne weiteres warten wird die Flasche deshalb von ihrem Glasverschluss befreit und ein Teil des Inhalt ins Glas verfrachtet.

Im Glas: Erdberrosa in welches man am liebsten auf der Stelle reinbeissen möchte leuchtet aus dem Glas heraus.

In der Nase: Aromen von Erdbeeren, Himbeeren und auch roten Johannisbeeren hüpfen einem in die Nase und was augenblicklich auffällt und durchaus überrascht, ist eine ganz feine Hefenote die sich warm und weich nach oben schlängelt. Fast riecht es als hätte man Rosé-Champagner im Glas. Eine dezente Kräuterwürze rundet das Bukett harmonisch ab und macht Lust darauf den ersten Schluck im Mund zu spüren.

Im Mund: Ist es Zitrusfrucht oder einfach frische Säure, mit der sich der Rosé vom Zweigelt & Pinot Noir da augenblicklich bemerkbar macht im Mund? Jedenfalls strömt er extrem schlank auf die Zunge, ist dabei rund im Gefühl und ungemein belebend. Er steht neckisch in der Zungenmitte und fliesst mit einer kräutrig-rotbeerigen Spur an deren Rändern ab. Dabei ist er sowohl fruchtig wie auch knochentrocken. Am Gaumen zeigt er sich fast herb, trocknet dort recht rasch auf und hinterlässt ein Gefühl von Himbeeren im Staubmantel. Der Zweigelt kämpft wie wild um seine roten Früchte zeigen zu dürfen und wird doch immer wieder vom Pinot Noir und seiner Würze festgehalten. Kurz ist es fruchtig, dann wieder kräutrig, mal ist es rot, dann richtig weinig. Es ist saftig und doch macht der dezente Grip und die feine Hefenote im Hintergrund den Wein zu einem untypischen Rosé aus Österreich.

Sobald der Rosé vom Zweigelt & Pinot Noir zu atmen beginnt und sich mit Sauerstoff anreichert merkt man, wie sich immer mehr diese feine Hefenote in den Vordergrund spielt. Er wird weicher, noch trockener als er schon ist und die Hefenote verleiht ihm richtig Stoffigkeit. Gleichzeitig schmeckt der Wein nach Wein (auch wenn sich das bescheuert anhört), begleitet von zarten Aromen roter Johannisbeeren. Auf der Zunge steht er nun saftig, leicht und fein. Kein Gewicht das drückt, nur rank und schlank wie ein Adonis. Eingehüllt in rosarotes Tuch. Am Gaumen weinig und trocken wie Viledas Staubtuchkollektion. Im Abgang wieder Johannisbeeren in rot, mit Zitrone beträufelte Erdbeeren und ein Bund von grünen Wiesenkräutern. Belebend, frisch und rasant verdunstend.

Der Rosé vom Zweigelt & Pinot Noir zischt wie nichts die Kehle runter und hinterlässt ein Gefühl vom Glückseligkeit. Das wirklich Begeisternde an diesem Rosé aber ist seine Textur. Superfeine Gerbstoffe sorgen für Charakter. So saftig, leicht und fein der Wein im Mund steht, so sehr sorgen diese für “Gefühl” und verleihen dem Wein Profil und Ausdruck. Begleitet von einer zurückhaltenden Fruchtigkeit vermengt sich alles zu einem erfrischenden, belebenden und leichtfüssigen Trinkgenuss der noch dazu vollkommen ungefährlich ist.

Resümee: Schlappe 12% machen diesen Rosé zu einem wahren Leichtgewicht von dem man sich locker ein zweites und auch drittes Glas genehmigen kann, ohne gleich in den Siesta-Modus zu verfallen. Hiess es früher einmal “Zisch – Frisch – Keli”, so kann man diesen Spruch in diesem Fall getrost auf Fred Loimers Rosé vom Zweigelt & Pinot Noir übertragen. Nur dass hier kein Zucker drin ist und deshalb alles noch um eine Klasse besser schmeckt.

Tipp: Aufmachen und mit 8-10º zu frischer Sommerküche wie zu Gegrilltem und Gebratenem verputzen. Sorgt als Solist für frischen, unkomplizierten und vor allem ungefährlichen Trinkspass ohne Reue.

Einen Bericht über den Rosé vom Zweigelt & Pinot Noir lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Rosé vom Zweigelt & Pinot Noir 2013 vom Weingut Loimer aus Langenlois, Österreich. Bezugsquelle: rotWEISSrot, München.

Tags: , , , , , ,

Kategorie: rotWEISSrot, Verkostet

Ihr Kommentar