Rosé Prestige 2013

| 13. Oktober 2018 | 0 Kommentare ...alles

Knackig frischer Luxusblubber

Das Zeug ist einfach absolute Spitze. Mehr prickelndes Vergnügen ins Glas zu bringen ist schon fast unmöglich.

Winzer/Weingut: Reichsrat von Buhl, Deidesheim/Pfalz, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von den besten Lagen der Mittelhaardt.

Rosé Prestige 2013 Allgemeines: Seit 1849, dem Gründungsjahr, steht für feinste Rieslinge aus den besten Lagen der Mittelhaardt ein Name; Reichsrat von Buhl. Seit über 150 Jahren ist das Weingut im Familienbesitz und zählt ebenso lange zum Kreis der renommiertesten Weingüter Deutschlands. Dass man in der schönen Pfalz aber nicht nur edle Weine machen kann, beweist man bei von Buhl auch, und nicht zuletzt, durch das profunde Fachwissen von Mathieu Kauffmann (der von 2001-2012 Kellermeister bei Champagne Bollinger war), mit einigen der besten Sekte Deutschlands. Im konkreten Fall, also heute, steht hier bei mir der Rosé Prestige 2013 am Tisch der Wahrheit und will entsprechend unter die Lupe genommen werden. Ein Rosé Saignée, 100% Pinot Noir, handselektiert, vergoren in Edelstahltanks und 500-Liter Holzfässern, 40monatiges Hefelager, degorgiert ohne Dosage. Soviel zu den Eckdaten dieses Luxussprudels, den man ohne weiteres so nennen darf. Und jetzt ins Glas mit ihm, damit ein wenig Prickeln in die Bude kommt.

Im Glas: Erdbeerlachsorangerosa trifft es wohl am besten, wie der Rosé Prestige vor sich hin perlt.

In der Nase: In den Nasenflügeln machen sich sofort eine Handvoll Hagebutten breit, spielen Vorhut für die roten Beeren die ihnen folgen und im Schlepptau Brioche und Kalk mit sich führen. Ein wahrlich edler Duft, die Hefetöne herrlich weich und elegant, das Fruchtspiel leise und unaufgeregt. Ausgesprochen sinnlich, einnehmend und verführerisch duftet dieser rosarote Sprudel.

Im Mund: Heiliger Bimbam! Etwas völlig anderes als man erwartet hat tritt dann im Mund zur Schau. Glasklar, fast schon kristallin, mit Grapefruit- und Limettentönen bläst der Rosé Prestige zur sensorischen Attacke. Knackig frisch steht er auf der Zunge, wälzt sich höchst lebendig an den Zungenrändern ab und sorgt für breites Grinsen. Man ist geflasht von diesem Sprudel, staunt nur mehr und nimmt den nächsten grossen Schluck um dieses Hochgefühl erneut zu spüren. Und während unten auf der Zunge 180 Puls herrscht, weht am Gaumen der feine Wind von Hefe, Kalk und Hagebutte. Der Tropfen hat Substanz und ist doch filigran, er hat Statur und knallt einem trotzdem mit seiner unbändigen Frische eine hinter die Ohren. Und am Ende ist er knochentrocken noch dazu. Was für ein Spass!

Lässt man dem Rosé Prestige ein wenig Zeit im Glas, offenbart er ständig aufs Neue eine andere Seite. Er wird weicher im Mund, die Hagebutten haben sich mit Erdbeeren zusammengetan, sorgen für eine subtile Fruchtigkeit, die ihrerseits wieder von ein wenig Minze und von Kalk überzogen wird. Der Sprudel zeigt sich kompakt und doch glasklar, er ist weich und doch auch kristallin, er fühlt sich an als würden zwei Seelen in ihm leben die versuchen, beide gleichzeitig ihre beste Seite zeigen zu dürfen. Die Frage die sich stellt (so man nicht wüsste was im Glas ist) würde lauten: Ist das Sekt oder Champagner? Und würde man den Sprudel als Pirat in eine Champagnerverkostung einschleusen, ich bin mir sicher, dass man ihn nicht erkennen würde. Das Zeug ist einfach absolute Spitze. Mehr prickelndes Vergnügen ins Glas zu bringen ist schon fast unmöglich.

Was zu Beginn mit 180 Puls im Mund begonnen hat, ist nach einer geraumen Weile zu einem frischen, von Grapefruit und Limetten dominierten Charakterkopf geworden. Leise moussiert der Rosé Prestige auf der Zunge vor sich hin, ist weich und sanft geworden. Er stellt jetzt mehr die Hefe in den Vordergrund, pinselt mit feinstem Kalk den Gaumen ein und lässt erst spät im langen Abgang ein paar Erdbeeren frei. Es ist ein edles, elegantes Spiel das dieser Sprudel treibt, es ist ein Erlebnis das sich einbrennt in der Geschmackszentrale.

Resümee: Ein Sekt der wahrlich alles hat. Lebendigkeit und Frische, Klarheit und Tiefe, Statur und Feinheit und das Pech, sich nicht Champagner nennen zu dürfen. Aber wer braucht schon Champagner wenn es solche Sekte gibt? Ein höchst eleganter Luxusblubber. Persönlicher Tipp!

Tipp: Am besten mit 6-8º. Verträgt durchaus ein wenig Temperatur und Luft. Zu Meeresfrüchten, feinen Canapés oder überhaupt ganz einfach so ganz ohne alles. Sektvergnügen pur!

Einen Bericht über den Rosé Prestige lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Rosé Prestige 2013 vom Weingut Reichsrat von Buhl aus Deidesheim in der Pfalz, Deutschland. Bezugsquelle: Pinard de Picard, Saarwellingen.

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Kategorie: Pinard de Picard, Verkostet

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