Rosé Burgenland ‘Wine and roses ain’t quite over’

| 2. August 2014 | 0 Kommentare ...alles

Led Zeppelin auf rosarot.

Hommage an eine der grössten Rockformationen aller Zeiten. Und dazu schmeckt der Tropfen auch noch richtig gut.

Winzer/Weingut: Uwe Schiefer, Welgersdorf, Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Von Reben die auf Kalk- und Schieferböden des Leithagebirges stehen.

Rosé 2013 Flasche/Etikett: Schon der erste Blick auf die Flasche mit dem rosa Inhalt zeigt ein vollkommen von der bisherigen Designlinie abweichendes Etikett. Auf dem weisssen Stück Papier ragt von links eine Hand als Strichzeichnung ins Bild hinein, mit ausgestrecktem Mittelfinger den ein Ring mit Totenkopf ziert. Darüber steht von oben nach unten in rosa wine and rosés ain’t quite over, was wie bereits oben erwähnt eine Textzeile aus dem Led Zeppelin-Lied “For Your Life” ist. Das Wort rosé in schwarz gedruckt ergibt ein tolles Wort- und Farbspiel und deutet wohl auch die Verspieltheit dieses Weines an. Unten drunter schiefer wie gewohnt in Kleinbuchstaben und am rechten Rand des Etiketts Rosé 2013 Burgenland sowie der Hinweis, dass es sich um unfiltrierten Wein handelt. In zartem rosa For Your Life – A song by the beloved Led Zeppelin. Womit a) klar ist, dass Uwe Schiefer Led Zeppelin-Fan und b) die Musikbegleitung für heute eindeutig vorgegeben ist. Der Tropfen wird von seinem Kork befreit und ohne weiteres Zuwarten eingegossen.

Im Glas: Lachshimbeerrosa trifft wohl am besten jene Farbe, mit welcher der Tropfen aus Glas heraus leuchtet.

In der Nase: Eher verhalten duftet es in selbigem, kein Gebrüll, ganz leise, fast schüchtern. Etwas Rhabarber, etwas frisch gewaschene Erdbeeren, viel Steine, ein Schuss rosa Grapefruit. Ganz hinten eine feine Zitrusnote, auf feiner brauner Würze. Es riecht einerseits fruchtig, wird aber von einem dichten lehmig-steinigen Dunst begleitet was dem Duft Substanz und Dichte verleiht. Rotbeerig trifft es wohl am besten was den Gesamteindruck in der Nase angeht.

Im Mund: Ziemlich saftig strömt der Rosé Burgenland auf die Zunge, fühlt sich sehr geschmeidig an und rollt üppig an den Zungenrändern ab. Dabei ist er staubtrocken, was man aufgrund des Mundgefühls erst gar nicht glauben mag. Man schmeckt wieder Erdbeeren und Rhabarber, auch die Grapefruit taucht wieder auf und vereint sich mit den anderen Aromen zu einem durchaus fruchtigen Geschmackserlebnis. Gepuffert wird von einer feinen Miineralik die den Wein schön in Balance hält und Fluchtversuche einzelner Fruchtaromen gekonnt unterbindet. So bleibt alles harmonisch, die Frucht zieht vorne weg, die Zügel hält die Mineralik in der Hand und eine milde Säure trägt ihr Übriges zu einem ausgewogenen Mundgefühl bei. Am Gaumen dann, im Abgang, taucht wieder kurz die Zitrone auf und sondert frech einen Spritzer ihres Saftes ab. Im Nachhall ist der rosa Freudenspender herrlich trocken, trotzdem saftig und wohltuend frisch.

Interessant ist, dass der Rosé Burgenland mit etwas Luft noch trockener wird im Mund. Es taucht mehr die mineralische Note im Vordergrund auf, alles wird ‘steiniger’ und die Frucht spielt nun die Zweite Geige. Auch die Säure taumelt aus ihrem Versteck hervor und zeigt sich plötzlich mehr präsenter. Am Gaumen bleibt sogar ein feiner herber Film haften. Es wird ein wenig würziger auf der Zunge, der Saft ist klarer und feiner geworden und man spürt den Wein jetzt relativ schlank auf der Zunge stehen. Die anfängliche Dichte ist etwas aufgegangen und fühlt sich nun erheblich leichter und eleganter an.

Rosé & Veggie-Topf Geblieben ist diese Erdbeer-Rhabarber-Kombination die sehr harmonisch wirkt und auch die rosa Grapefruit die für etwas Lustigkeit im Hintergrund sorgt. Der Tropfen macht jetzt richtig Spass im Mund, ist agil, aktiv und lebendig. Erst jetzt spürt man wie trocken er tatsächlich ist und auch der letzte Tick von Süsse ist komplett weg. Eine Stunde hat ihn total verwandelt und was man nun erlebt ist einfach richtig feiner Trinkspass.

Resümee: Ich glaube nicht, dass es sich hier um 100% Blaufränkisch handelt, da ist noch etwas anderes mit im Spiel. Sollte ich mich täuschen, ist auch nichts passiert und sollte zu verschmerzen sein. Der Rosé Burgenland macht Spass, ist süffig, unkompliziert und bestens für den sommerlichen Hitzegau geeignet. Geht ‘fast’ als Provencalier durch.

Tipp: Geben Sie ihm 30 Minuten Luft und trinken Sie ihn kühl bei 8 – max. 10º. Zu sommerlichen Salaten, zum Grillbuffet, zu Fisch und die echte Überraschung zu gebratenem Brokkoli und Blumenkohl mit Limetten und Sardellen. Als Solist einfach weil es Spass macht rosa zu geniessen.

Einen Bericht über den Rosé Burgenland lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Rosé 2013 Burgenland ‘Wine and roses ain’t quite over’ von Uwe Schiefer aus Welgersdorf im Südburgenland, Österreich.

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Kategorie: Uwe Schiefer, Verkostet

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