Riesling Zöbing 2013

| 18. März 2015 | 0 Kommentare ...alles

Nix zum Denken, nur zum Trinken.

Kernig, knackig, frisch und bissig. Ein Riesling dem einfach nur ein Wiener Schnitzel zur absoluten Perfektion fehlt.

Winzer/Weingut: Weingut Hirsch, Kammern/Langenlois, Österreich.

Lage/Herkunft: Von durchschnittlich 15 Jahre jungen Reben von diversen Terrassenweingärten rund um Zöbing.

Hirsch Riesling Zoebing 2013 Flasche/Etikett: Dunkelbraun ist die Schlegelflasche und wie auf allen Lagenweinen von Johannes Hirsch klebt auch auf dieser ein ziemlich düster wirkendes Etikett. Die eine Hälfte in schwarz, die andere in einem dunklen Messington. Im schwarzen Teil in gold Zöbing Riesling Kamptal, sowie der Jahrgang und das Logo der Traditionsweingüter Österreichs. Im messingfarbigen Teil ganz unten HIRSCH mit einem auf den Kopf gestellten H, auf welchem ein – erraten – Hirsch darauf steht. Auf der Seite dann noch Kamptal DAC und leichte 12% vol. Am kleinen weissen Rückenetikett das Namenslogo mit dem Hirsch ganz oben und darunter ein paar Informationen über die Lage sowie die Charakteristik der Rieslinge die von diesen Böden stammen. Zusätzlich noch das Logo der Winzervereinigung respekt, dessen Mitglied Johannes Hirsch auch ist und das europäische Bio-Siegel. Ohne weiteres warten wird die Flasche von ihrem Drehverschluss befreit und der Wein zur Verkostung ausgeschenkt.

Im Glas: In frischem gelbgrün funkelt der Riesling Zöbing aus dem Glas heraus.

In der Nase: Saftiger Pfirsich macht sich sofort in der Nase bemerkbar. Marillen sind dabei und frische grüne Kräuter, als würde man durch eine Sommerwiese spazieren. Im Hintergrund begeleitet eine feuchte Mineralik die überwiegend fruchtigen Aromen. Ein sehr lebendiger, erfrischender Duft der durch die Nasenflügel weht. Belebend, saftig und von Beginn an äusserst mundwässernd. Dafür sorgen kecke Zitrusnoten die sich frech die Nase hochziehen.

Im Mund: Mit festem Biss stellt sich der Riesling Zöbing augenblicklich vor, kaum dass er in den Mund kommt. Knackige Säure steht auf der Zunge, man schmeckt jede Menge Steinobst, grüne Äpfel, weissen Pfirsich und geniesst den doch recht saftigen Eindruck den der Tropfen hinterlässt. Viel weisse Frucht und ebenso viel weisse Mineralik wechseln sich beschwingt ab und sorgen für wohligen Speichelfluss, der sich mit dem Saft des Weins vermengt. Frische Zitrustöne sorgen auch im Mund für dieses Schauspiel. Kernig ist der Riesling Zöbing, knackig, frisch und ‘bissig’. Am Gaumen ausgesprochen mineralisch, weissfruchtig und dank der straffen Säure ein richtiger Speichelzieher. Der Tropfen tanzt im Mund, ist lebhaft, pulsierend und dank seines Saftes doch relativ weich im Mundgefühl. Im Nachhall sogar feine Süsse spürbar die für noch grösseren Trinkspass sorgt.

Immer mehr arbeitet sich mit der Zeit der Saft durch, macht den Wein dichter, fülliger. Die Säure verliert dabei nichts an Biss. Man hat das Gefühl als würde der Riesling Zöbing aufgehen, voluminöser werden und noch mehr Extrakt freisetzen. Weisse Mineralik strömt durch den Mund, am Gaumen unverändert kernig. Auf der Zunge ein harmonisches Zusammenspiel von Ringlotten, Marillen, Äpfeln und und Zitronenscheiben. Überhaupt ist der Tropfen ein fruchtiger Geselle der mit seiner gelbgrünen Charakteristik flott die Kehle runter zischt. Trinkt sich leicht, strengt überhaupt nicht an und sorgt dank seinem äusserst kecken Säurespiel für mächtig Spass im Mund. Dafür, dass die ganze Sache nicht zu fruchtig oder gar zu süss wird, sorgt eine unaufdringliche wie auch feine Mineralik, die wie ein dünner Film über allem mitschwebt. Und wenn der Riesling dann den Gaumen hinter sich gelassen hat, bleibt auf diesem ein saftiger, extraktsüsser Film zurück.

Resümee: Je länger der Riesling Zöbing Luft aufnimmt umso mehr hat man das Gefühl, dass die Mineralik immer vordergründiger wird. Der Wein wird auf der Zunge wie auch am Gaumen weicher, etwas ganz dezent buttrig-nussiges taucht plötzlich auf und sorgt für kurzes Staunen. So rasch wie es da war ist es wieder weg und was bleibt ist ein warmer lehmiger Nachhall. Völlig unerwartet hat sich der Tropfen gedreht, hat sich konsolidiert und ist zu einem runden, weichen Saft geworden, der jetzt sogar so etwas wie zarte Hefenoten freisetzt. Die Säure hat sich etwas beruhigt, sich tiefer in den Saft eingebuddelt und die weisse Mineralik hat sich mehr in den Vordergrund gedrängt. Man schmeckt noch Aprikosen, etwas gelbe Ringlotte, die Zitrustöne haben sich verflüchtig. Das einzige was jetzt noch fehlt ist ein grosses Wiener Schnitzel. Das schreit nach diesem Riesling, der nicht zum Denken sondern einfach nur zum Trinken da ist.

Tipp: 1 Stunde Luft ist empfehlenswert. Legt weiter zu. 10-12º Trinktemperatur, nicht mehr. Macht mächtig Spass zu Forelle, Hecht und Saibling und macht das Backhuhn und das Wiener Schnitzel unwiderstehlich. Solo ein knackiger Tropfen der wie von alleine läuft.

Einen Bericht über den Riesling Zöbing lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Riesling Zöbing 2013 vom Weingut Hirsch aus Kammern/Langenlois, Österreich. Bezugsquelle: rotWEISSrot, München.

Tags: , , , , ,

Kategorie: rotWEISSrot, Verkostet

Ihr Kommentar