Riesling ‘Setzer’ 2009 – Sven Leiner

| 9. März 2012 | 0 Kommentare ...alles

Riesling mit geschmacklichem Mehrwert.

Als kleinen Bruder des ‘Kalmit’ bezeichnet man ihn oft, doch braucht sich dieser Riesling keineswegs hinter dem sogenannten ‘Grossen’ zu verstecken.

Winzer/Weingut: Sven Leiner, Weingut Jürgen Leiner, Ilbesheim/Pfalz, Deutschland.

Lage/Herkunft: Vom Setzer-Berg, der in nördlicher Richtung gegenüber der Kleinen Kalmit auf der Westseite Richtung Pfälzer Wald liegt.

Flasche/Etikett: Auf der braunen Schlegelflasche klebt dem Corporate Design folgend das klare, in weiss gehaltene Etikett mit dem Logo des Weingutes, der Rebsorte in den typischen drei feinen Linien (wie in einem Notenblatt) und dem Namen des Weines. Gross und golden darauf wieder einer der wertvollen und unverzichtbaren ‘Mitarbeiter’ aus Sven Leiners Weinberg-Team.

Dabei handelt es sich um eine ‘Ichneumonida’, dem Laien so gut wie nichts sagend, Kennern als Schlupfwespe bekannt. Obwohl, man muss Schlupfwespen nicht kennen, das ‘Basiswissen’ um die Rebsorte reicht allemal. Sven Leiner gibt damit ein klares Statement für die Umwelt ab. Was uns in der Regel lästig vorkommt ist für ihn willkommene Hilfe im Weinberg und nützlich noch dazu.

Im Glas: In sattem goldgelb steht der Wein im Glas und zeigt leichte grünliche Reflexe. Ein vollflächiger Film legt sich an der Glaswand an und läuft als ebensolcher wieder ab.

In der Nase: In der Nase gibt sich der Riesling vorerst ein wenig verschlossen. Es duftet verhalten nach Ananas und gelben Früchten und man spürt trotz aller Zurückhaltung eine gewisse Kraft in diesem Bukett. Eine leichte Würze und auch ein Hauch von Mineralik kommt mit der Zeit dazu. Das Bukett entfaltet sich nur langsam und lässt sich Zeit dabei, alles von seiner Vielfalt preis zu geben.

Im Mund: Auf den Gaumen treffen dann volle Fruchtaromen, verbunden mit einer präsenten Würze. Es ist ein dichtes Geschmackserlebnis, körperreich und üppig. Man schmeckt die reife Frucht im Wein und wie sie sich am Gaumen durchsetzt. Füllig strömt der Wein über die Zunge. Was sofort nachdem man den ‘Setzer’ im Mund hat auffällt, ist wie säurearm dieser Riesling über die Zunge rollt und wie weich er sie umspült. Auch die Mineralik ist eine weichere, sattere als man von herkömmlichen Rieslingweinen gewohnt ist. Sie ist dichter und präsentiert sich nicht so leichtfüssig ‘rieselnd’ wie man erwartet hätte. Der Wein hat eine schöne, ansprechende Textur und zeigt sich komplex und körperreich. Der Abgang ist weich, fast balsamisch, aber trotzdem frisch und hinterlässt einen trockenen, leicht würzigen Nachhall.

Mit der Zeit tritt die Mineralität mehr in den Vordergrund und die Frucht zieht sich etwas zurück. Der Riesling ‘Setzer’ wird frischer, präziser, klarer definiert, verliert aber nicht seine seidige Textur mit welcher er die Lippen belegt.

Sven Leiners ‘Setzer’ hinterlässt einen wohltuenden Eindruck im Mund und zeigt, dass Riesling nicht immer packend in der Säure sein muss und man durchaus einmal Fülle und Dichte spüren und schmecken darf. Man spürt den Wein förmlich ob seines Volumens und wie er sich füllig im Mund ausbreitet. Trotz dieser Üppigkeit bleibt er trocken und klar und versteckt seine Mineralität keineswegs. Sie fällt nur anders aus und gibt sich runder, ‘rieselt’ weniger und ist fester eingebunden in die reife Frucht. Fast ölig flutscht der ‘Setzer’ die Kehle runter und noch lange kann man die feine Würze am Gaumen spüren.

Resümee: Seine 13% untermauern die Kraft und Fülle die der Riesling ‘Setzer’ erst ins Glas und dann in den Mund bringt. Auf keinen Fall ist er ein ‘schlanker’ Wein den man so zwischendurch wegtrinkt. Er verlangt Muße und will zelebriert sein. Am besten zu kräftiger Aromakücke oder asiatischen Küchenkreationen. Unbedingt zu beachten ist bei diesem Wein, dass er nicht zu warm serviert wird. Geben Sie ihm 12-14º, dann kommt er am besten zur Geltung. 12 Euro ab Hof sind ein fairer Preis für einen Riesling mit Anspruch und der Weinwert den man dafür bekommt könnte besser nicht sein. Sven Leiners Riesling ‘Setzer’ reiht sich nahtlos in sein umfangreiches und beeindruckendes Sortiment ein.

Tipp: Servieren Sie diesen Wein auf keinen Fall zu ‘warm’. 12-14ºC lassen ihn am besten zur Geltung kommen und seine vollen Geruchs- und Geschmacksaromen entfalten.

Einen ausführlichen Bericht über den Riesling Setzer lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Riesling ‘Setzer’ 2009 von Sven Leiner aus Ilbesheim in der Pfalz, Deutschland.

Tags: , , , ,

Kategorie: Sven Leiner, Verkostet

Ihr Kommentar