Riesling ‘Kamptal’ DAC 2012

| 4. Juni 2013 | 0 Kommentare ...alles

Lebhaft, prickelnd, übermütig.

Mit seinen 12,5% ein bestens geeigneter, frisch-fröhlicher ‘Verputzungs- und Vernichtungswein’ für heisse Sommertage.

Winzer/Weingut: Fred Loimer, Langenlois/Kamptal, Österreich.

Lage/Herkunft: Von alten Weinbergslagen rund um Langenlois mit den Gemeinden Zöbing, Gobelsburg, Schiltern und Mollands.

Riesling Kamptal DAC 2012 Flasche/Etikett: Auch der Riesling ist in der langen Schlegelflasche abgefüllt und auch die Farbe dieses Etiketts ist der totale Farbschock. Knallorange springt es einem in die Augen. In der Mitte wieder der Frosch der keiner ist, sondern ein Fruchtbarkeitssymbol aus Polynesien darstellt. Diesmal nicht in gelb, sondern rot. Unten drunter, in schwarz, ganz einfach LOIMER. Beides wieder hochgeprägt und partiell lackiert. In rot der Jahrgang am unteren Eck, sowie Rebsorte und Herkunft in weiss aufgedruckt. Das war´s schon, wie beim Veltliner.

Das Rückenetikett ist auch orange und auch dort finden sich wieder nur die notwendigsten Informationen über den Wein. Natürlich auch auf diesem Etikett der Hinweis, dass dieser Wein aus Trauben ist, die sich in Umstellung auf biologische Landwirtschaft befinden. Da auch auf diesem Stück Papier nicht viel mehr zu erfahren ist wird kurzerhand der Schraubverschluss nach rechts gedreht und eingegossen.

Im Glas: Helles strohgelb schimmert aus dem Glas heraus. Leichte grünliche Reflexe zeigen sich.

In der Nase: In die Nase strömen schöne Fruchtaromen von reifen Marillen. Sehr saftig fühlt es sich an und ein Hauch von ‘Omakaffee’ (3/8 Kaffee, 5/8 Milch) zieht ebenso die Nasenflügel hoch. Es ist kein lauter, stahliger Duft der im Glas steht, vielmehr wirkt es leise, warm und weich. Es sind die Marillen die dominieren, die für den richtigen Fruchtkick sorgen, ohne dabei exaltiert zu wirken. Es riecht voll, körperreich und lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Der Wein duftet richtig, nur riechen wäre zu banal. Sehr schönes, saftig-fruchtiges Bukett.

Im Mund: Mit straffer Säure zieht der Riesling ‘Kamptal’ in den Mund und breitet sich recht rassig auf der Zunge und am Gaumen aus. Es fühlt sich rund und saftig an und doch treibt eine freche Säure ihr Spiel am hinteren Ende der Zunge. Lebhaft, prickelnd, fast übermütig hebt sie ihre Hand und sorgt für richtig Spass im Mund. Sie fühlt sich noch intensiver als beim Grünen Veltliner ‘Kamptal’ an, ist noch pulsierender, verabschiedet sich allerdings in einem leicht rauchigen Finale. Man schmeckt ein wenig Banane, spürt eine sehr schöne elegante Würze und erfreut sich über den lebenslustigen Charakter dieses Tropfens. Beginnt der Riesling ‘Kamptal’ frech und fröhlich aufgrund seiner straffen Säure, so wird er realtiv weich und rund am Ende, fühlt sich balanciert an. So wie die Säure kommt verschwindet sie auch wieder und lässt auf der Zunge einen warmen Geschmack von Bananen-Marillenmus zurück.

Beide Weine, sowohl der Grüne Veltliner ‘Kamptal’ DAC wie auch der Riesling ‘Kamptal’ DAC zeichnen sich durch ihr rassiges Säurespiel aus. Der Riesling endet weicher, hüllt die Zunge in wärmeren Rauch ein, ist ruhiger und insgesamt um eine Spur saftiger. Es dominieren mehr Fruchtaromen, die Mineralik bleibt eher im Hintergrund, ohne aber deswegen nicht wahrnehmbar zu sein. Sie fühlt sich wärmer an, lehmiger. Mit Luft machen sich sehr schöne Milchkaffeearomen bemerkbar und hüllen jene der Marillen in ein weiches Kleid. Kommt der Wein in den Mund merkt man wie trocken er vorne beginnt und wie saftig-frisch er hinten aufdreht. Knappe 7 g/l Säure hauchen dem Riesling ‘Kamptal’ Leben ein und machen ihn zu einem lustigen Gesellen. Über den Gaumen zieht er würzig hinweg und endet in einem fruchtig-mineralischen Finale.

Resümee: Der Riesling ‘Kamptal’ DAC hat wie schon der Grüne Veltliner einen ebenso hohen Verdunstungsfaktor und sollte eine Steigerung von 2º Trinktemperatur in der Regel nicht erleben. Was auch empfehlenswert ist, da er um die 10º zu absoluter Höchstform aufläuft. Auch der Riesling hat gerademal 12,5% und eignet sich schon deshalb zum fröhlichen ‘Verputzungs- und Vernichtungswein’ – um die Reihe von verhassten Synonymen mit einer wienerischen Erfindung zu erweitern. Um die 13 Euro im österreichischen Weinfachhandel zu beziehen und somit als Alttagstropfen durchaus geeignet.

Tipp: Aufdrehen, einschenken. Bei 8-10º am besten zu geniessen. Passt zu Grillhuhn, Sommersalaten und Fischgerichten ausgezeichnet. Als Alleinunterhalter ein flotter, unkomplizierter und überhaupt nicht nachtragender Zeitvertreiber.

Einen Bericht über den Riesling ‘Kamptal’ lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Riesling ‘Kamptal’ DAC 2012 von Fred Loimer aus Langenlois/Niederösterreich, Österreich.

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Kategorie: Loimer, Verkostet

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