Riesling HUGEL ‘Sélection Grains Nobles’ 2000

| 19. Dezember 2012 | 0 Kommentare ...alles

Für die grossen Momente gemacht.

Ein aussergewöhnlicher Tropfen für die ganz grossen Momente oder Ereignisse im familiären und freundschaftlichen Rahmen.

Winzer/Weingut: Hugel & Fils, Riquewihr, Elsass, Frankreich.

Lage/Herkunft: Selektiertes Lesegut aus den besten Parzellen der Grand Cru-Lage Schoenenbourg in Riquewihr.

Riesling Hugel Selection de Grains Nobles Flasche/Etikett: Wie schon bei der Linie Vendange Tardive unterscheidet sich auch dieses in obligatem Gelb gehaltene Etikett durch einen Extra-Hinweis an dessen Kopfbereich. Auch da ist in Gold eingefasst der Hinweis drauf, dass es sich bei diesem Wein um einen der edelsüssen Luxuslinie Sélection Grains Nobles aus dem Hause Hugel & Fils handelt. Jeder einzelne dieser Weine ist purer Nektar und sündig süss. Soviel kann vorab schon verraten werden. Wie üblich in Rot ALSACE und ebenso in Rot der Dreiberg, das Familienwappen, auf gewohnt goldenem Untergrund aufgedruckt. Darunter in gewohnter Weise in übergrossen Buchstaben Riesling HUGEL, damit jeder weiss was drin ist in der Flasche. Ebenso wie üblich alles in französisch über Weingut, Lage, Herkunft am kleinen weissen Rückenetikett.

Im Glas: Knappe 300g/l Restzucker fliessen mit einem bernsteinfarbigen Kern sowie in kräftigem Orange gehaltenen breiten Rändern in das kleine Süssweinglas. Fast rötlich schimmert es darin und der Film an der Innenwand ist so dick, dass er fast nicht mehr abrinnt.

In der Nase: Purer Saft steigt die Nase hoch, wie süssester Likör. Dunkler, kräftiger Honig sowie überüberreife Bananenaromen stehen im Glas und benebeln einen förmlich. Es duftet so süss, dass die sogenannte ‘Edelfäule’ ihrem Namen mehr als gerecht wird. Edler kann Fäulnis nicht riechen und süsser kann sie sich fast nicht mehr in der Nase anfühlen. Ein Killer-Bukett.

Im Mund: Schon wenn der Riesling SGN über die Lippen fliesst spürt man, dass da was ganz was Dickes unterwegs ist. Es ist nicht nur süss wie reinster Nektar, es ist dermassen konzentriert und dicht, dass man unweigerlich versucht alles gleichmässig im Mund zu verteilen, was aber nicht gelingt. Der Wein steht förmlich auf der Zunge und fliesst mit einem leicht morbiden Hauch über deren Ränder ab. Oder besser gesagt er ölt sie ein und zieht den Film schwer hinter sich her. Überraschend ist dabei die feine Säure die aus dieser ungehemmten Süsse hervorblitzt und dem Wein sogar noch Temperament einhaucht. Lässt man den ‘Edelfaulen’ eine Weile zwischen den Lippen stehen und sich dort austoben merkt man, dass eine feine rauchige Note aufsteigt die zwar nicht das Gefühl der Süsse mindert, sie aber zum Abgang hin ein wenig auflöst und diesen gefälliger macht. Man fühlt den Honig richtig und man spürt eine leise Fäule die dem Ganzen einen leicht morbiden Touch verleiht.

Lässt man den Wein ein wenig nachwirken, dann fühlt es sich nach ein paar Minuten an als hätte man aus dem Honigtopf genascht. Man spürt wie er nach wie vor am Gaumen präsent ist, wie er sich in der Kehle festsetzt und dort lange lange würzig-süss sein Spielchen treibt. Es ist ein durchaus opulentes Vergnügen an das sich die Zunge und die Wangen erst gewöhnen müssen, weil alles so gnadenlos konzentriert ist und sich so dick und mächtig anfühlt. Und doch ist dieser Spritzer Säure präsent, der verhindert, dass es klebrig wird. Man schwimmt mit der Zunge förmlich durch ein Meer von zerquetschten Aprikosen die sich anfühlen als wären sie durch eine Rauchwolke gezogen worden und man spürt dieses leicht Rauchige auch noch im Abgang.

Resümee: Der Riesling SGN ist definitv kein Wein den man eben so mal aufmacht, da gehören Freunde und Familie dazu, da muss gefeiert werden oder einfach nur geschlemmt. Das ist kein Wein für ruhige Stunden, da ein, maximal zwei kleine Gläser absolut genug sind und das Öffnen einer Flasche für sich allein nicht rechtfertigen. Zu schade ist es um den Rest. Der Riesling SGN ist ein Tropfen für die ganz grossen Momente oder Ereignisse im familiären und freundschaftlichen Rahmen. Dort gehört er hin und dort hinterlässt er denn auch Eindruck. Um die 75-90 Euro kostet das süsse Vergnügen was es am Ende umso süsser erscheinen lässt.

Tipp: Bei 6-8º servieren, nicht mehr. Zu allen süssen Fruchtdesserts, zu Entenleber und auch Mandeln. Zu Stilton einen Versuch wert.

Einen Bericht über den Riesling HUGEL ‘Sélection Grains Nobles’ lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Riesling ‘Sélection Grains Nobles’ 2000 von Hugel & Fils aus Riquewihr im Elsass, Frankreich.

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Kategorie: Hugel & Fils, Verkostet

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