Réserve della Contessa 2010 – Manincor

| 20. März 2012 | 0 Kommentare ...alles

Ein höchst gräfliches Vergnügen.

Charmant und elegant zeigt sich der Adel hier im Glas. Ein saftig frischer und vornehm fruchtiger Genuss für Freunde aromatisch-sinnlicher Weine.

Winzer/Weingut: Manincor, Kaltern, Südtirol.

Lage/Herkunft: Von den Lagen Lieben Aich in Terlan und Campan in Kaltern, Südtirol.

Flasche/Etikett: Adel verpflichtet und so präsentiert sich auch das in vornehmen sandfarbigem Ton gehaltene Etikett welches die Burgunderflasche schmückt. Die Typo klassisch bis auf den letzten Buchstaben, der Weinname in stilvoller Schreibschrift, MANINCOR (was soviel wie ‘Hand aufs Herz’ heisst) in Majuskeln und über all dem die Krone der Grafen Enzenberg, die den adeligen Auftritt vollendet abrundet. Sehr informativ am äusseren Ende Informationen zur idealen Trinktemperatur und Dekantierempfehlung angeführt.

Da es sich bei der Cuvée um einen ‘langsamen Wein’ handelt wird er natürlich auch ein wenig der Luft ausgesetzt und für eine halbe Stunde in die Karaffe umgefüllt. Gut Ding braucht Weile und Vorfreude ist und bleibt einmal die schönste Freude. Auch wenn das Warten immer viel zu lange dauert.

Im Glas: Farblich zeigt sich die Réserve dann in einem kraftvollen Gelb mit leicht grünen Reflexen. Beim Schwenken perlt es ganz fein im Glas.

In der Nase: In die Nase strömt ein sehr frischer, animierender Duft nach Äpfel und Marillen (Aprikosen). Saftig und belebend duftet es und ganz feine Kräuternoten blitzen auf. Es ist, trotz seiner aktiven Frische, ein ruhiges, leises Bukett das keinen Lärm verursacht. Die Nase wird nicht mit der Wucht von einzelnen Aromen erschlagen, vielmehr zeigen sich diese, obwohl durchaus üppig, freundlich und verhalten. Sehr schmeichelhaft riecht es in der Nase und insgesamt ergibt alles einen runden und geschmeidigen Eindruck.

Im Mund: Im Mund wirkt die Cuvée cremig, ist weich und sanft und hinterlässt erst einmal einen würzig-fruchtigen Geschmack. Ein warmes Mundgefühl macht sich ob der kräftgien Textur breit und füllt den Mund angenehm aus. Äusserst mild in der Säure ist die Réserve rund und fast mollig, verströmt saftige Fruchtaromen und eine freundliche Opulenz die richtig Spass macht. Wie Lippenbalsam strömt der Wein auf die Zunge und man hat Freude daran diesen weichen Auftritt so richtig zu zelebrieren.

Beeindruckend ist wie mild diese gräfliche Réserve daherkommt. da ist nichts was pulsiert und arbeitet im Mund, sie zieht sich wie ein öliger Film über die Lippen, ummantelt die Zunge und umspült superweich den Gaumen. Mit jeder Minute mehr an Sauerstoff wird der Wein runder, noch geschmeidiger und charmanter im Wesen und man kann sich nur noch genussvoll über die Lippen schlecken. Die Dichte die dieser Wein im Mund zeigt ist eine Wohltat und die feine Würze der Frucht trägt das Ihre dazu bei. Viel Schmelz und ein lang anhaltender Nachhall runden das Geschmackserlebnis elegant ab. Die Réserve ist in der Tat eine gräfliche und fordert auf charmante Art und Weise zu ‘adeligem Spass’ auf.

Resümee: Mit ihren 13% zeigt die ‘Contessa’ standesgemässen Anstand und bietet sich für ausgiebige sommerliche oder frühsommerliche Ausflüge an. Adel ‘Light’ ist man geneigt zu sagen und erfreut sich ob soviel kühler und erfrischender Fülle in Glas und Mund. Ein Wein der von Lukullus höchst geschätzt worden wäre und einen fixen Platz bei seinen grandiosen Festivitäten gehabt hätte. Zum Preis von durchschnittlich 12 Euro können auch Sie bei Ihren Festen ihre Gäste mit aristokratischem Flair beeindrucken. Es braucht dazu nicht immer 90 Punkte, eine Krone reicht oft schon dazu.

Tipp: 20 bis 30 Minuten sollten Sie den Wein auf jeden Fall atmen lassen. Servieren Sie ihn auf keinen fall zu warm. 10-12º sind ideal und zu weissem Fleisch sowie zu Pasta und vegetarischen Gerichten macht die Résereve einen tollen Eindruck.

Einen ausführlichen Bericht über die Réserve della Contessa lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde eine Réserve della Contessa 2010 von Manincor aus Kaltern in Südtirol, Italien.

Tags: , , , ,

Kategorie: Manincor, Verkostet

Ihr Kommentar