Purbach Blaufränkisch 2013

| 18. August 2015 | 0 Kommentare ...alles

Easy going & gefahrlos

Leichtfüssiger und unkomplizierter Blaufränkisch, der zum einfachen Genuss gemacht ist. Spass steht im Vordergrund und diesen macht er auch.

Winzer/Weingut: Uwe Schiefer, Welgersdorf im Burgenland, Österreich.

Lage/Herkunft: Von 30 bis 40 Jahre alten Reben von der Lage Thenau.

Purbach Rot Flasche/Etikett: Ganz im Stil jener Etiketten die Uwe Schiefers Weine aus Welgersdorf zieren, ist auch jenes, das auf dieser Burgunderflasche klebt. Strahlend weiss ist es und nur ganz wenig steht wie gewohnt darauf. In diesem Fall ist es eine grosse Illustration in rot und schwarz, die jener eines Hundes gleicht. Was letztlich mehr oder weniger auch stimmt. Konkret ist das wilde Tier ein Rohrwolf, auch als Goldschakal bekannt, das Wappentier des alten Purbacher Gemeindewappens, welcher 1527 das Marktrecht verliehen wurde. Links steht PURBACH fett in schwarz und darunter einfach BLAUFRÄNKISCH. Mehr gibt’s vorne nicht zu sehen. Am schwarzen Rückenetikett steht links ganz gross der Jahrgang 2013 und am Rest noch alles was so drauf sein muss auf einer Weinbeklebung. Schlanke 12,5 PS lassen auf ein leichtes und unbeschwertes Trinkvergnügen schliessen. Verschlossen ist die Flasche mit einem schwarzen Stelvin-Drehverschluss, der jetzt mit einem Knacks nach rechts gedreht wird um an den Inhalt zu gelangen.

Im Glas: Dunkles rubinrot dreht seine Kreise im Glas.

In der Nase: Überraschend leise ist der Duft. Nicht diese ausgeprägte erdige Würze steht im Vordergund, sondern schwarze Beeren, Holunder und frische grüne Kräuter. Es fühlt sich schlank an in der Nase, erfrischend und richtig fruchtig. Erst ganz weit hinten taucht dann so etwas wie Erde auf, leise, verhalten und nur in homöpathischer Dosis. Fast schon vornehm ist es, wie rund und geschmeidig sich der BF Purbach im Riechorgan zeigt.

Im Mund: Fruchtig und sehr säurebetont setzt sich der BF Purbach auf der Zunge ab. Augenblicklich fällt mir der schwaze Holunder aus meiner Jugend ein, als Oma den noch einkochte und Marmelade daraus machte. Der hier ist allerdings keine Marmelade, der ist fein und saftig. Wie überhaupt der gesamte erste Eindruck ein recht fruchtiger ist. Brombeeren, Holunder, etwas Johannisbeeren. Dunkel auf jeden Fall. Und frisch. Unter alles gekonnt eingerührt ein Strauch von frischen grünen Kräutern. Wo ist die Würze? Wo die Erde? Beide streifen nur ganz zart am Gaumen vorbei und erst im Nachhall schmeckt man so etwas wie Boden. Ein richtig kleiner Fruchtikus ist er, der BF Purbach.

Mit etwas Luft gesellt sich dann doch noch eine äusserst verhaltene Erdigkeit zu all den bezaubernden Fruchtaromen dazu. Auf der Zunge saftig, rund und geschmeidig, am Gaumen blau und jetzt auch mit einem Tick Würze versehen. Vordergründig aber bleibt der BF Purbach ein fruchtiger Spassbolzen der förmlich nach dem Griller schreit. Der muss zu Steaks und anderen verkohlten Sachen laufen wie eine lecke Pipeline in den Emiraten. Es ist regelrecht fleischig im Mund, man spürt den festen Saft wie er langsam an den Wangen abläuft und sich mit lebendiger Säure über die Zungenrändern schmiert. Während am Gaumen eine gewisse blaue Würze mit etwas Marzipan für Griffigkeit sorgt. Die grösste Gefahr des BF Purbach ist definitiv seine hohe Durchzugsgeschwindigkeit.

Ganz grossen Spass macht dieses Gemisch aus Holler und Kräutern in Verbindung mit der frischen Säure. Saftig und neckisch auf der Zunge, relativ griffig am Gaumen, Bleistiftspitze im Abgang und im Nachhall. Interessanterweise empfindet man den BF Purbach im Mund rot, während er hinten raus dann blau ist. Um danach wieder saftig-säurebetont rotfruchtig zu enden. Blaufränkisch zum gnadenlosen Verputzen ist das. Und bitte unbedingt gut gekühlt. Da läuft der Stoff wie der Hund am Etikett. So er noch könnte.

Resümee: Insgesamt ist der BF Purbach ein fruchtbetonter, leichtfüssiger und unkomplizierter Blaufränkisch, der in erster Linie zum einfachen Genuss gemacht ist. Spass steht im Vordergrund und diesen macht er auch. Wer also einen Grill im Garten stehen und ein paar tierische Reste im Kühlschrank hat, der sollte für die nächste Party ein paar Flaschen dieses fruchtig-frischen Luftbefeuchters einkühlen. Der läuft wie Wasser und ist, dank wenig Alkohol, so easy going wie gefahrlos.

Tipp: Schrauber ab und rein ins Glas. Mit 14-16º zu allem was auf den Grill past vernichten. Unkomplizierter Trinkspass für jede Gelegenheit.

Einen Bericht über den Purbach Blaufränkisch lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Purbach 2013 Blaufränkisch von Uwe Schiefer aus Welgersdorf, Burgenland, Österreich.

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Kategorie: Uwe Schiefer, Verkostet

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