Placet Valtomelloso 2013

| 1. April 2017 | 0 Kommentare ...alles

Schmelz & Sinnlichkeit. Das ist LIEBE

Es ist als würde man sich ohne es geplant zu haben Hals über Kopf “verknallen” und fortan an nichts anderes mehr denken können.

Winzer/Weingut: Alvaro Palacios, Tarragona, Katalonien, Spanien.

Lage/Herkunft: Von bis zu 100 Jahre alten Reben von vollkommen “chemiefreien” Böden.

Placet 2013 Allgemeines: Der Wein der heute bei mir am Tisch der Wahrheit steht, gehört zu meinen absoluten “Lieblingsweissen”. Da kann sich manch heiss geliebter Franzose ganz schön anstrengen um mithalten zu können. Der Winzer, Alvaro Palacios, hat, wie seine Weine, Kultstatus. Er ist Biodynamiker, bewirtschaftet seine bis zu 100 Jahre alten Rebstöcke auf “chemiefreien” Böden und bearbeitet seine Weingärten mit Pferd und Esel. Sein L‘Ermita ist eine Lichtgestalt am Weinhimmel und seine anderen Weine zählen ebenso zum besten das es am spanischen Markt zu kaufen gibt. Ich habe heute das Vergnügen, seinen Placet Valtomelloso 2013 ausführlich zu verkosten. Wenngleich ich gestehen muss, dass ich diesen Wein bereits bestens kenne, nur eben noch keinen grossen Bericht darüber geschreieben habe, was hiermit offiziell nachgeholt wird. Ich verrate nur eines schon vorab: Dieser Tropfen ist ein echter Überflieger. Bevor er aber richtig abhebt, darf er sich in der Karaffe eine halbe Stunde darauf vorbereiten.

Im Glas: Fast weiss, mit grünem Schimmer, zeigt sich der Placet im Glas.

In der Nase: Und kaum steckt die Nase drin geht es auch schon wieder los mit dem Aromenzirkus. Honig vorne, gelbe Blüten und Vanille dahinter, Orangen, Butter und ein kleines Büschel Wiese als Begleitmusik im Riechorgan. Ein Traum der Duft, ich könnte mich tot riechen dran. Das ist Verführung pur, das ist sinnlich, das ist sexy, es ist betörend und berauschend. Es ist schlichtweg phänomenal.

Im Mund: Es ist immer wieder grandios den Wein zu spüren wenn er in den Mund strömt. Wie er weich und dicht sich auf die Zunge legt, sich dort aus seinem Kleid schält und mit einer Herbheit über sie zieht, die im Schlepptau Honig, Birne, Mandeln und Marille mit sich führt. Diese Haptik ist fast unbeschreiblich, weil sie, so blöd es sich auch anhören mag, soviel Geschmack hat. Man spürt und schmeckt den Placet unentwegt, spürt seine enorme Dichte, schmeckt ein wenig Frucht, nimmt florale Noten am Gaumen wahr und schmeckt einen Hauch von Jod das über die Zungenränder abfliesst. Es ist ein Sinnesfeuerwerk dem man fast nicht hinterher kommt, weil sich derart viele Aromen in der Futterluke tummeln, dass man fast die Übersicht verliert. Stellen Sie sich vor sie stünden vor einem vollen Buffet und können alles was sie sehen bereits schmecken, ohne es im Mund zu haben. Dann haben Sie den Placet zumindest halb erfasst.

Was ist so schön, so aussergewöhnlich, so umwerfend am Placet? Es ist diese physische Dichte die er im Mund freisetzt, diese sanfte Cremigkeit ohne dabei auch nur im Ansatz füllig zu wirken. Er hat Statur, keine Frage. Er hat auch Volumen. Und doch schafft er es mit seiner mehr als edlen Herbheit und den zarten floralen Noten eine Feinheit zu vermitteln, die man so nicht kennt. Die Frucht die da ist zeigt sich nicht in ganzen Stücken, vielmehr scheint es, als hätte man von der Marille, der Mango und dem Pfirsich ein wenig abgepeelt und es bestenfalls als Deko in den Wein geworfen. Darüber schwebt ein leichter Blütennebel und ein Hauch von reifen Mandeln. Und wenn man alles im Ansatz irgendwie erfasst hat, sich der Tropfen Richtung Abgang aufmacht, dann setzt dort noch einmal ein Schauspiel ein, das animierender und saftiger nicht sein kann.

Wie erklärt man, wie drückt man diese enorme Sinnlichkeit am besten, am verständlichsten aus? Ich weiss es nicht. Man muss den Wein im Mund haben. Dann beginnt man zu verstehen. Der Placet Valtomelloso hat sexy Kurven, erinnert mich ein wenig an ein Pin-up, er wirkt dank seiner Cremigkeit sinnlich und verzaubert einen, ohne dass man es bemerkt. Man verfällt dem Tropfen einfach sobald man einen Schluck von ihm genommen hat.

Resümee: Der Placet ist mein Weißwein, das ist genau mein Geschmack, das ist exakt DAS, was ich am Wein so liebe und wonach ich suche. Es ist als würde man sich ohne es geplant zu haben Hals über Kopf “verknallen” und fortan an nichts anderes mehr denken können. Man spürt wieder die Schmetterlinge im Bauch und wenn man des “Spaniers” endlich wieder habhaft wird, dann ist man im siebten Himmel angekommen. Ich liebe diesen Wein, bin ihm fast hörig und geniesse das. Trauen Sie sich, aber sagen sie hinterher nicht ich hätte Sie nicht gewarnt. Persönliche Empfehlung. Kaufalarm.

Tipp: Aufmachen, durchatmen lassen und ab ins Glas damit. Mit 10-12º geniessen. Muscheln, Meeresfrüchte, Fisch und Gemüse liebt er. Wer sich solo mit ihm unterhalten will, den belohnt er mit dem totalen Sinnesrausch. Ein Feuerwerk an Emotionen.

Einen Bericht über den Placet Valtomelloso lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Placet Valtomelloso 2013 von Alvaro Palacios aus Tarragona, Spanien. Bezugsquelle: Pinard de Picard, Saarwellingen.

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Kategorie: Pinard de Picard, Verkostet

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