Pinot Gris Tradition ‘Hugel’ 2008

| 11. September 2012 | 0 Kommentare ...alles

Süssholz raspelnder Charmeur.

Ein Grauburgunder der sich mit saftiger Frucht und honigsüsser Rauchigkeit nonchalant in des Weinfreunds Herz schleicht.

Winzer/Weingut: Hugel & Fils, Riquewihr, Elsass, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von den besten lokalen, von Lehm- und Kalkstein dominierten Weingärten in und rund um Riquewihr.

Flasche/Etikett: Knallig gelb und wie gehabt mit dem signalroten Hinweis ALSACE am Kopf des Etiketts, steht auch diese grüne Schlegelflasche vor uns.

In der Mitte das Familienwappen der Hugels, der ‘Dreiberg’ und drunter, ebenso im rot umrandeten schwarzen Balken der Hinweis darauf, dass es sich um einen Wein aus der Linie ‘Tradition’ handelt. Auf der Rückseite in französisch wieder alles was man sonst noch wissen sollte über Hugels ‘Grauburgunder’.

Im Glas: In einem mittleren Gelb steht der Pinot Gris im Glas. Strohgoldene Reflexe sind wahrzunehmen und es sieht sehr klar im Glas aus.

In der Nase: Weiche Aromen von Pfirsichen und Aprikosen strömen in die Nase und ein kräftiger Schuss Honig zieht die Flügel hoch. Es duftet auch ein wenig rauchig und sehr füllig in der Nase. So weich wie die saftigen Fruchtaromen sind könnte man fast sagen, es riecht ‘cremig’. Ein wenig Vanille kommt dazu und etwas ‘Rosiniges’. Man will reinbeissen und eintauchen in diesen rauchig-würzig-süssen Duft und merkt wie einem das Wasser im Mund zusammenläuft. Zeit um den Pinot Gris auch geschmacklich zu erleben.

Im Mund: Auf die Zunge kommt der Pinot Gris ‘Tradition’ in der ersten Wahrnehmung richtig cremig und mit den Aromen von satten und äusserst reifen Pfirsichen, begleitet von einer fast schon ‘likörigen’ Konsistenz. Butterweich, extrem saftig, dabei aber richtig trocken und nicht wirklich kräftig im Körper, zieht der Tropfen eine edle rauchige Spur hinter sich her um sich ebenso rauchig und trocken wieder zu verabschieden. Was bleibt ist ein relativ warmes, sattes und fruchtig-herbes Mundgefühl. Geschmeidig fühlt sich der Wein im Mund an, fleischig wirkt er und protzt mit Statur und Tiefgang.

Der Pinot Gris ‘Tradition’ zieht Nebelschwaden gleich rauchig über den Gaumen, man schmeckt die reifen Pfirsiche sehr gut heraus und man merkt, dass dieser Wein ‘gereift’ ist. Nichts unbändig jugendliches mehr das ihn allzu aktiv und ausgelassen wirken lässt, vielmehr distiguierte Nonchalance, in sich ruhend und bedacht wirkend. Weich, samtig, saftig und doch mit einer Frische im Abgang ausgestattet die noch lange nachhallt.

Es ist diese komplexe, dichte und ausgeprägte Struktur die den Grauburgunder so interessant macht. Zum einen der cremige Auftritt im Mund der einen dazu animiert ein richtiges ‘Maul voll’ zu nehmen, dann das feine rauchig-würzig-süsse Aroma das sich am Gaumen ausbreitet und am Ende das trotz allem frische und inspirierende Finale das einem beschert wird. Man vergisst sehr rasch die 13,5% die in diesem ‘Elsässer’ schlummern und nippt sich saftig durch den Tag mit diesem vollmundigen Tropfen. Immer wieder die Nase ganz tief ins Glas steckend ob der saftig-süssen Pfirsiche die einfach keine Ruhe geben wollen.

Resümee: ‘Gräbt’ man ein wenig tiefer spürt man auch noch leichte Pfeffertöne und so etwas wie frische Limetten in der dichtgewobenen Struktur des Grauburgunders. Duftmässig legt der Pinot Gris ‘Tradition’ irgendwie einen Kippschalter bei mir um, weil er – für mich persönlich – sprichwörtlich ‘Süssholz raspelt’. So empfinde ich das Bukett und auch seinen Auftritt im Mund. Zu all dem ist er weich wie Butter und erinnert an ein nicht enden wollendes Erlebnis mit einem saftigen Kaubonbon.

Tipp: Bei 8-10º geniessen, mehr sollten es nicht sein. Zu kaltem Fleisch, Asia-Küche und ebenso zu Süsswasserfischen bestens geeignet. Solo genossen ein Herbstwein für die ruhigen Stunden im Leben.

Einen Bericht über den Pinot Gris Tradition lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Pinot Gris ‘Tradition’ 2008 von Hugel & Fils aus Riquewihr im Elsass, Frankreich.

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Kategorie: Hugel & Fils, Verkostet

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