Verkostet

Pinot Blanc Orange 2014

Symbiose von Knackigkeit und Haftung

Stoff für echte Kerle. Mit einem Trinkfluss den man nicht erwartet hätte. Dirty stuff for dirty boys. Ran an die Pulle, das Zeug rockt!

Winzer/Weingut: Balthasar Ress, Hattenheim, Rheingau, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von gutseigenen Rheingauer Lagen.

Pinot Blanc Orange Allgemeines: Vor zwei Jahren hatte ich den Pinot Blanc 2012 Orange vom Weingut Balthasar Ress zum ersten Mal im Glas. Was Dirk Würz, Betriebsleiter und Weinmacher damit in die Flasche gezaubert hat, war für mich einfach umwerfend gut. Heute steht sein neuer Pinot Blanc Orange am Tisch der Wahrheit, der aus 2014. Und weil man es nicht oft genug wiederholen kann, auch weil sich nach wie vor hartnäckig Missinterpretationen über Orange Wine halten, sei es hier noch einmal mit Dirks Worten gesagt: “Orange Wine ist nichts anderes, als maischevergorener Weißwein. Die Trauben werden entrappt, alles wird mazeriert und so vergoren, wie man es mit Rotweinen macht; auf der Maische.” Punkt. Was den Pinot Blanc Orange 2014 von dem aus 2012 unterscheidet ist sofort ersichtlich. Protzte 2012 noch mit 14,5 PS, so wird 2014 von äusserst moderaten 11 angetrieben. Und weil ich vom 12er bereits angetan war, bin ich jetzt gespannt was 14 mit mir anstellen wird. Eine Stunde aber kommt auch dieser Tropfen in die Karaffe.

15. Juli 2016 | 0 Kommentare ...alles

Pétillant naturel “Oracular” blanc 2013

Sprudel für Leute die sich was trauen

Der Oracular ist Sprudel für Abenteuer und für Leute die vor nichts Angst haben. Die werden diesen Tropfen lieben.

Winzer/Weingut: Domaine Mâmârutá, Fitou, Roussillon, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von teilweise über 100 Jahre alten Reben hoch über der Meeresküste.

Oracular Allgemeines: Erst unlängst hatte ich von Marc Castan seinen knochentrockenen Rosé Grain de Folie in der Verkostung. Marc, der früher Profi-Surfer war, ist mit seiner kleinen Domaine Mâmârutá im Fitou eine nicht wegzudenkende Grösse in der Naturweinszene. Was er aus seinen teilweise über 100 Jahre alten Rebstöcken, die auf alten Terrassenlagen über der Küste des Mittelmeeres stehen in die Flasche bringt, ist immer wieder bemerkenswert. Heute steht unter dem Motto Petillant Naturel – Der totale Sprudelspass sein Oracular blanc 2013 am Tisch der Wahrheit. 100% Muskateller, spontan vergoren, im Edelstahl ausgebaut und vegan ist dieser Petillant Naturel. Marc, der seine Weingärten ausschliesslich biodynamisch bewirtschaftet geht sogar soweit, dass er seine biodynamischen Spritzmittel aus Pflanzen, die im Umfeld seiner Weinberge wachsen erzeugt. Und weil ich schon gespannt bin wie sich ein Muskateller in Form eines Petillant Naturels anfühlt und schmeckt, kommt der Sprudel jetzt unverzüglich ins Glas.

14. Juli 2016 | 0 Kommentare ...alles

Rosa, Rosé, Rosam 2014

Rosarote Sprudel-Offenbarung

Pfeif auf Schampus, dieser Blubber steckt die Edelsocken alle in die Tasche. What a freaky, funky Sprudel.

Winzer/Weingut: La Grange Tiphaine, Amboise, Loire, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Rebstöcken die zwischen 70 und 80 Jahre alt sind.

Rosa, Rosé, Rosam Allgemeines: Ich weiss gar nicht mehr wann dieser Superblubber zum ersten Mal auf den Markt kam. Ich weiss aber, dass ich ihn seit es ihn gibt, jedes Jahr aufs Neue bunkere und mich mit ihm über den Sommer rette. Die Rede ist von einem rosa Sprudel von der Domaine La Grange Tiphaine in Amboise an der Loire, und der steht heute, nachdem ich garantiert schon unzählige Flaschen davon vernichtet habe, unter dem Motto Petillant Naturel – Der totale Sprudelspass am Tisch der Wahrheit. Coralie Delecheneau und ihr Mann Damien keltern diesen fröhlichen Tropfen aus Grolleau, Malbec, Cabernet Franc und Gamay, deren Rebstöcke zwischen 70 und 80 Jahre alt sind. Eines kann ich schon jetzt vorab versprechen; der Rosa, Rosé, Rosam, so heisst der Sprudel, ist genauso funkig wie das flotte Etikett, dass diese Flasche ziert. Es ist mir heute ein besonderes Vergnügen diesen Schäumer einmal richtig zu verkosten und ausführlich darüber zu berichten, habe ich ihn doch bis jetzt nur einfach aufgemacht und weggetrunken.

13. Juli 2016 | 0 Kommentare ...alles

Les Carlines 2012 Terrasses du Larzac

Frisch wie eine Brise des Nordatlantiks

Kühl, frisch und filigran. Viel feiner und eleganter kann man Languedoc nicht in die Flasche bringen.

Winzer/Weingut: Mas Haut-Buis, La Vacquerie, Languedoc, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Böden, die auf knapp 700 Metern ausschließlich aus Stein und Kalk bestehen.

Les Carlines 2012 Allgemeines: Von einem Weinberg auf knapp 700 Metern Seehöhe kommt der Wein, der heute am Tisch der Wahrheit steht. Und dieser ist sogar noch UNESCO-Welterbe. Der Weinberg, nicht der Wein. Olivier Jeantet baut auf dieser Höhenlage die Weine seiner Domaine Mas Haut-Buis im Herzen des Midi, bei Lodève im Languedoc an und darf sich somit fast schon als Gebirgswinzer bezeichnen. Ist man sonst aus dem Languedoc eher heisse und schwere Brummer gewohnt, so sorgt diese hohe Lage für frische, kühle und ausgesprochen mineralische Weine. Durch ihre besondere Ausrichtung bekommen die Rebstöcke auch nur am kühlen Morgen und am frühen Nachmittag die Sonne ab, später liegen sie dann bereits im angenehmen Schatten und entkommen so dem Hitzestress. Sein Les Carlines 2012 von der Appellation Terrasses du Larzac ist so ein “Höhenwein”. Eine Cuvée aus Grenache, Carignan und Syrah, traditionell in Betontanks ausgebaut und für 14 Monate darin der Reifung überlassen. Mit moderaten 13 PS lässt der Les Carlines dazu auch auf ein frisches Trinkerlebnis schliessen. Eine halbe Stunde wandert er zuvor in die Karaffe um sich dort auf seinen Auftritt im Glas vorzubereiten.

8. Juli 2016 | 0 Kommentare ...alles

Triennes 2015 Rosé

Schon mal das Meer geatmet?

Einer jener Rosés, von dem man am besten mehrere Flaschen in einen mit Eiswürfeln gefüllten Eimer steckt und diese einfach wegmacht.

Winzer/Weingut: Domaine de Triennes, Nans-les-Pins, Provence, Frankreich.

Lage/Herkunft: Von Weingärten mit Lehm- und Kalksteinböden.

Triennes 2015 Allgemeines: Wer Dujac und Romanée-Conti hört, fällt gewöhnlicherweise verzückt in eine gewisse Schockstarre. Nun, die beiden Namen haben auch mit dem heutigen Wein zu tun, obwohl der nur ein kleiner Rosé aus Nans-les-Pins in der Provence ist. Dort betreiben die beiden Herren Jacques Seysses von der Domaine Dujac und Aubert de Villaine von Romanée-Conti nämlich ein Gemeinschaftsprojekt; die Domaine de Triennes. Das Ziel ist so einfach wie ehrenwert: die beiden wollen mit dem selben hohen Qualitätsanspruch der auf ihren grossen Domainen herrscht, in der Provence Weine machen die für alle leistbar sind. Das ist einmal eine Ansage die auf offene Ohren stösst. Und weil der Sommer gerade an die Tür klopft gibt es heute den Rosé de Triennes 2015, ein “kleiner” Südfranzose, dem jedoch bereits ein grosser Ruf voraus eilt. Denn was aus den Händen dieser beiden Kapazunder kommt das kann einfach nicht wirklich klein sein. Drum Schrauber runter von der Pulle und richtig gut gekühlt ins Glas damit.

24. Juni 2016 | 0 Kommentare ...alles

Kestener Herrenberg 2012 Pinot Noir unfiltriert

Wer den nicht mag ist selber schuld

Wunderbarer Pinot Noir, welcher sich vor manchen “Grossen” keineswegs verstecken muss. Einfach traumhafter Stoff.

Winzer/Weingut: Günther Steinmetz, Brauneberg/Mosel, Rheinland-Pfalz, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von silbergrauem Schieferboden der Lage Kestener Herrenberg.

Kestener Herrenberg 2012 Pinot Noir Allgemeines: Den Pinot Noir vom Paulinsberg hatte ich ja bereits. Heute steht der Pinot Noir vom Herrenberg, der ist ein wenig weiter nördlich vom Paulinsberg, am Tisch der Wahrheit. Beide gehören mehr oder weniger zusammen. Paulinsberg führt darauf zurück, dass Paulin ein so genanntes Kollegiatstift, eine Gemeinschaft von Stiftskanonikern war. Die Kirche St. Paulin ist nach dem heiligen Paulinus oder Paulin benannt und existiert noch heute. Der Name Herrenberg bezieht sich auf die Stiftsherren, die Kanoniker des Stiftes Paulin und ist ein häufiger Flurname. Der Kestener Herrenberg 2012 Pinot Noir kommt von den ältesten Reben der Lage, hat 14 Monate im Barrique-Fass verbracht und wurde unfiltriert abgefüllt. Und weil ich auch die Pinots von Stefan Steinmetz in der Zwischenzeit ganz gut kenne und weiss wie man ihnen am besten begegnet, kommt auch der Kestener Herrenberg 2012 erst einmal für zwei Stunden in die grosse Karaffe. Seine Pinots brauchen in der Regel einiges an Luft, dann drehen sie mächtig auf und sorgen immer wieder für richtig grossen Spass im Glas.

23. Juni 2016 | 0 Kommentare ...alles

Piesporter Goldtröpfchen GP 2014

Von wegen Tröpfchen, das ist Teufelszeug

Kann Riesling rieseln? Ja, er kann. Und im Mund explodieren frische Melonen und Orangen und sorgen für ein echtes Feuerwerk.

Winzer/Weingut: Günther Steinmetz, Brauneberg/Mosel, Rheinland-Pfalz, Deutschland.

Lage/Herkunft: Von einem stark verwitterten, mit silbergrauem Schiefer durchzogenen Südhang.

Piesporter Goldtroepfchen 2014 Riesling GP Allgemeines: Bis ins vierte Jahrhundert reicht die Geschichte zurück, denn da wurden die spektaktulären Hänge von denen der heutige Wein von Stefan Steinmetz, das Piesporter Goldtröpfchen, stammt, zum ersten Mal von den Römern mit Rebstöcken bepflanzt. Seit dem 15. Jahrhundert wird darauf Riesling angebaut. Die Trauben für das legendäre Piesporter Goldtröpfchen GP 2014 wachsen dort auf einem stark vertwitterten, mit silbergrauem Schiefer durchzogenen Südhang heran. Den Wein baut Stefan Steinmetz zur Erhaltung seiner Frische ausschliesslich im Stahltank aus. Nachdem ich in der letzten Zeit einige wirklich feinste wie auch aussergewöhnliche Rieslinge vom Magier der Moselsteillagen verkostet habe, bin ich deshalb heute mehr als nur gespannt, ob dieser hier, dem man Lobeshymnen hinterher singt in der Lage ist, seine “Vorgänger” noch zu toppen. Sein Name ist Legende, ob er auch das Zeug zu dieser hat, das werde ich jetzt untersuchen. Umgefüllt in die Karaffe kommt er ohne Wartezeit ins Glas.

22. Juni 2016 | 0 Kommentare ...alles