‘Orenia’ Blanc AOC Duché d´Uzès 2010

| 25. April 2012 | 0 Kommentare ...alles

Schmusekater mit Anspruch.

Unkomplizierte, erfrischende Weisswein-Cuvée aus Viognier, Roussanne und Marsanne. Ein Sommerwein der Durst erträglich macht.

Winzer/Weingut: Domaine Pascale et Philippe Nusswitz, Durfort/Languedoc, Frankreich.

Lage/Herkunft: Aus Durfort, einem kleinen Dorf am Fuße der Cevennen im französischen Languedoc.

Flasche/Etikett: Die am Flaschenhals geprägte Burgunderflasche schmückt ein saftiges, olivgrünes Etikett mit grafisch leicht verspielter Namenspräsentation. Erfreulich locker und sommerliche Leichtigkeit versprühend, hüpfen die Buchstaben auf und ab und zeigen farblich worauf die richtige Betonung liegt. Unterzeichnet mit des Meisters Signatur wirkt das Stück Papier sehr elegant mit einem kleinen Schuss Verrücktheit im postivsten Sinne.

Was sonst noch wichtig ist erfährt der interessierte Weinfreund am Rückenetikett und wenn das was in der Flasche ist genauso schmeckt wie es von aussen aussieht, dann kann das nur was wirklich Feines sein. Auf jeden Fall wirkt das saftige grün schon vorab für entsprechenden Speichelfluss.

Im Glas: Da der Wein keine Luft benötigt kommt er direkt aus der Flasche in das Glas. Dort steht er in leicht grünlichem goldgelb, zeigt Dichte und Gehalt.

In der Nase: Aus dem Glas duftet es ganz eigenwillig, weich und warm, irgendwie auch nach Marillen. Kein Duft den man so kennt, wirklich einmal was gänzlich anderes. Aromatisch riecht es, mit einer leichten Zitrusnote im Hintergrund. Am Ende melden sich Kräuter und auch leicht florale Anklänge ziehen die Nase hoch. Das Bukett ist inspirierend und lässt einen immer wieder seine Nase tief ins Glas stecken. Eine Wohltat für das Riechorgan.

Im Mund: Schon der erste Schluck macht klar, dass es sich hier um einen äusserst sanften und richtig süffigen Tropfen handelt. Es schmeckt anders als man es von vielen Sommerweinen gewohnt ist, was eindeutig an den verwendeten Rebsorten Viognier, Roussanne und Marsanne liegt. Eigenwillig schmeckt es, cremig, weich und warm. Einerseits ist der Orenia saftig mundfüllend mit einem Korb voll aromatischen Früchten, anderseits verströmt er eine gewisse Rauchigkeit welche von Vanillearomen begleitet wird. Eine exotische Mischung trifft hier auf die Zunge und lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Der Wein hat Würze, Frucht, Kräuter und wirkt trotz seiner weichen Cremigkeit auf subtile Art spritzig und lebendig.

Ohne den Orenia ‘beleidigen’ zu wollen, er trinkt sich weg wie eine fruchtige, feinherbe Limonade und lässt einen nicht dran denken, dass man hier Wein im Glas hat. Absoluter Hochgenuss. Die Säure ist so dicht und tief eingebunden, dass man sie fast nicht wahrnimmt, was den Wein noch milder und süffiger macht. Er hinterlässt eine sanfte Honigspur am Gaumen, zeigt sogar einen Hauch von Süsse im Abgang. Fast könnte man sich dazu verleiten lassen ihn als kleinwenig lieblich zu bezeichnen.

Resümee: Ehrlich gesagt bin ich angenehm überrascht von der Persönlichkeit dieses Tropfens. Er kommt als simpler Sommerwein daher und hat doch soviel zu bieten. Der Orenia ist wieder einmal so ein Wein der kein Gebrüll um sich veranstaltet, den man nicht unbedingt kennt (oder kennen muss) und steht einfach für sich selbst, unaufgeregt authentisch aber trotzdem selbstwusst am Tisch und lässt einen einfach staunen. Er ist einer jener Weine von denen man einfach eine Flasche öffnet und sie ohne jegliches schlechte Gewissen einfach so ‘verputzt’. So sagt Philippe Nusswitz selbst dazu: „Ich möchte von einem Wein eine Flasche trinken können und nicht nur ein Glas.“ Der Orenia Blanc ist so ein Wein. Keiner zum grossartigen philosophieren, sondern einer der getrunken werden will. Ein Wein der Sommertage ungemein bereichert und der Durst auf angenehme Art und Weise löscht. Und das zu einem Preis von schlappen 8,50 Euro. Weingenuss kann ebenso einfach wie günstig sein. Leider ist der Tropfen im Moment micht verfügbar, kommt aber wieder, keine Sorge.

Tipp: Einfach aus der Flasche lassen und ihn leicht gekühlt bei 11-13º servieren. Begleitet vielfältigste Küchenkreationen und ist solo ein einfacher und unkomplizierter Durstlöscher. Genuss ohne Reue.

Einen Bericht über den Orenia Blanc lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein ‘Orenia’ Blanc AOC Duché d´Uzès 2010 von der Domaine Pascale et Philippe Nusswitz aus Durfort/Languedoc, Frankreich.

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Kategorie: Verkostet

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