Orange Muscat ‘Essensia’ 2010

| 30. August 2013 | 0 Kommentare ...alles

It´s not a Cointreau.

Der Essensia ist ein totaler Aussenseiter. Den man aber unbedingt persönlich in seiner Aussergewöhnlichkeit erleben sollte.

Winzer/Weingut: Andrew Quady, Madera/Central Valley, Kalifornien, USA.

Lage/Herkunft: Von den den riesigen Produktionsflächen der ‚Thompson Seedless’-Traubenfelder im kalifornischen Central Valley.

Essensia Flasche/Etikett: So goldig wie der Inhalt der 0,375l-Flasche ist, so goldig ist auch der Rahmen der dieses kunstvoll gestaltete Etikett umfasst. Auf weissem Untergrund ein abstraktes, von Ardison Phillips designtes Wirrwarr, das entfernt an Reben, an Hügel sowie an Zweige und Geäst erinnert. Essensia wirkt wie mit dem Finger aufgetragen und oberhalb erkennt man mit etwas Vorstellungskraft die Initialen AQ für Andrew Quady. Im goldenen unteren Teil des Etiketts in ‘nostalgisch angestaubter’ Typo California Orange Muscat sowie Jahrgang und was sonst noch wichtig ist.

Das hohe, ebenfalls goldene Rückenetikett informiert über die Winery, dass Andrew Quady sich aussschliesslich der Süssweinproduktion verschrieben hat und über die Rebsorte Orangenblüten-Muskateller an sich. Sehr informativ wenn man so gut wie nichts über diesen Wein weiss. Und weil es heute keine feine Schokolade gibt, kommt Essensia ohne ‘Begleitung’ zur Verkostung, um sich ungeschminkt sowie in voller Pracht dem Gaumen präsentieren zu können.

Im Glas: ORANGE! Dick, fett, dicht, konzentriert und leuchtend orange, steht der Essensia im Glas. Orange Muscat trifft die Farbe auf den Punkt. Der Film der an der Glaswand liegt fliesst gar nicht mehr ab, so konzentriert steht der Saft darin.

In der Nase: Auch in der Nase untermauert der Tropfen warum er Orange Muscat und Essensia heisst. Es riecht nach Muskatnuss, nach kräftigen, triefenden Orangenschalen und irgendwie nach der Essenz von allem. Dicke Marillen (Aprikosen) dümpeln auch im Duftkorb rum. Kraftvoll, intensiv, man kommt sich in der Tat vor als würde man durch eine Orangenplantage wandern. Über allem schwebt die typische Muskatwürze die der betörenden Aromatik die Krone aufsetzt.

Im Mund: Da ist er wieder, dieser mir bereits bekannte Geschmack. Mild im Mundgefühl, weich, fruchtig, intensiv würzig und warm legt sich der Essensia auf der Zunge nieder und entlädt sich seiner kräftigen orangen Aromen. In Kombination mit der ebenso orangen Würze erlebt man einen Geschmack der einem völlig unbekannt ist und der sogar ein wenig irritiert am Anfang. Trotz 70g/l Restzucker fühlt sich der Essensia nicht picksüss, sondern sogar fast herbwürzig auf der Zunge an. Man spürt zwar seine üppige Konsistenz, fühlt dadurch eine gewisse Süsse die aber eben überhaupt nicht süss schmeckt. Die Kombination der Orangenschalen mit der Muskatellerwürze lässt einen eher an das Gefühl und den Geschmack des Chinins der Schalen als an die Frucht darunter denken. Auch der Gaumen nimmt eher die Würze als die Süsse wahr, obwohl er merkt wie ölig der Tropfen über ihn hinweg zieht.

chocolate, pain & sweet essences Nuckelt man an seinem Glas herum und saugt den Wein ganz langsam ein, dann spürt man auch eine wohlig warme Rauchwolke die sich durch den Mundraum über den Gaumen zieht. Unterfüttert wird alles von einer gewissen ‘Cointreau-Note’, als würde man an einem Triple Sec süffeln. Auch in die Nase steigt beim Trinken diese spezielle Cointreau-Aromatik hoch, nur dass sie saftiger und ohne die typische Schärfe ist. 15 vol.% sind halt keine 40. Im Mund selbst fühlt es sich weder mollig, üppig oder sonstwie an. Es wirkt durch diese Rauchigkeit und durch die braunorange Würze sogar realtiv leichtgewirkt, obwohl natürlich genug PS unter der Haube schlummern. Erst wenn der Tropfen seinen letzten Gang gemacht hat merkt man wie warm es wird im Rachen, wie ausgeprägt die gesamte Aromatik eigentlich ist und wie lange der Essensia sowohl in Geschmack wie auch Gefühl noch nachwirkt.

schokolade & wein Resümee: Verglichen mit dem was man in ‘unseren Breiten’ unter Süsswein versteht, ist der Essensia ein totaler Aussenseiter. Den man aber unbedingt persönlich in seiner Aussergewöhnlichkeit erleben sollte. Er ist nicht die typische Beeren- oder Trockenbeerenauslese, er ist eine wahre ‘Essenz’ aus Muskat und Orangen und lässt eindrucksvoll eine Würze erleben, die man nie mehr vergessen wird. Andrew Quady schlägt seinen Orange Muscat sogar für Mixgetränke á la Essensia-Spritz mit Mineralwasser oder als Essensia Royale mit Sekt oder Champagner vor! Einen Versuch ist das allemal wert und selbstverständlich wird das hier auch ausprobiert. Um 12 Euro ist man bei diesem Abenteuer exklusiv dabei.

Tipp: Mit 8-10º ins Glas. Perfekt zu höchstwertigen Bitterschokoladen und Schokoladekuchen, sowie als Dip für Bisquits und sonstiges Biskottenzeug. Geht auch als Beträufelung von Aprikosen und anderen Naschereien. Solo ein Erlebnis in ORANGE.

Einen Bericht über den Essensia lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Orange Muscat ‘Essensia’ 2010 von Andrew Quady aus Madera im Central Valley, kalifornien, USA. Der Wein wurde uns von der K&U Weinhalle zur Verfügung gestellt.

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Kategorie: K&U Weinhalle, Verkostet

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