Musso Oliva 2011 Veneto Rosso

| 2. November 2016 | 0 Kommentare ...alles

Wein für Entdecker

Das ist Wein für Abenteurer und für Leute, die gerne auch mal abseits der ausgetretenen Pfade wandern wollen.

Winzer/Weingut: Vignaioli Contrà Soarda, San Michele di Bassano del Grappa, Veneto, Italien.

Lage/Herkunft: Von vulkanischem Boden aus dem Veneto.

olivia-2011 Allgemeines: Ein aussergewöhnlicher Tropfen steht heute am Tisch der Wahrheit. Eine Cuvée aus Marzemino, Carmenère und Pinot Nero. Untypischer italienisch geht fast nicht mehr. Bis auf Marzemino, aber auch den muss man kennen. Der Wein hört auf den Namen Musso Oliva und ist eine sogenannte Limited Edition, was soviel heisst, wie, dass man sich so rasch wie möglich ein paar Flaschen sichern sollte bevor es nichts mehr davon gibt. Dafür verantwortlich zeichnet Mirco Gottardi von Vignaioli Contrà Soarda aus San Michele di Bassano del Grappa im Veneto. Der Musso Oliva 2011 Veneto Rosso IGT, so sein vollständiger Name, wurde im 500 Liter Eichenfass und im Barrique ausgebaut und stammt aus nachhaltiger Bewirtschaftung. Benannt ist der Musso Oliva übrigens nach der Eseldame Oliva, die für ihr störrisches Verhalten berühmt sein soll. Nichts genaueres weiss man aber nicht. Bevor der gute Tropfen aber in das blankpolierte Glas darf, wird er für eine Stunde in der Karaffe sich selbst überlassen

Im Glas: Dunkel ist das Rot das sich im Glas zeigt.

In der Nase: Muskulös und kräftig ist der Duft des Musso Oliva. Das ist rauchig in der Nase, fast schon speckig, eine ebenso kraftvolle Würze steigt empor. Nasses Laub, Unterholz, viel Erde und darin eingebettet wilde Brombeeren. Es ist ein dunkler Duft, ein mächtiger, ein fordernder. Es ist ein Duft der grosse Erwartungen weckt, der viel verspricht und einen neugierig auf den ersten Schluck macht.

Im Mund: Ungewöhnlich, anders, weit abseits des Mainstreams. So stellt sich der Musso Oliva im Mund vor. Kaum auf der Zunge angekommen, zeigt er sich mit einer cremigen Fülle, die aber nicht nur Frucht freigibt, sondern sich vielmehr durch eine kraftvolle, saftige Würze auszeichnet. Was an Frucht vorhanden ist ist spärlich, dafür aber umso konzentrierter. Im Gegensatz dazu ist alles einer Erdigkeit untergeordnet die gewaltig ist. Da steht der Herbst im Mund, man kann das nasse Laub fast atmen, man riecht es, man spürt diesen rauchigen Charakter über den Gaumen ziehen und ergötzt sich an dem feinen aber cremigen Saft von Brombeeren der sich unter der “Bodendominanz” hervor quetscht.

So interressant und ungewöhnlich die Zusammensetzung des Musso Oliva ist, so ungewöhnlich ist auch das gesamte Mundgefühl. Carmenere sorgt für eine dezente Süsse auf der Zunge, Marzemino für die Würze und Pinot Nero für einen Hauch von Feinheit. Zusammen ergeben diese drei Protagonisten einen Mix aus Süsse und Würze, aus Erdigkeit und Frucht, aus leiser Eleganz und Rustikalität. Süssholz da, Laub dort, Brombeere auf der Zunge, am Gaumen dafür Wald in seiner schönsten Pracht. Ein Gerbstoffkleid das sich nicht versteckt, das präsent ist und auch zupackt, aber niemals rüde wird. Viel Rauch im Mund, etwas Speck, dezente Fülle und doch so etwas wie eine Leichtigkeit die aber alles andere als leicht ist. Der Musso Oliva ist einer dem Konventionen am Allerwertesten vorbeigehen.

Erst mit der Zeit, wenn der Tropfen ein wenig Sauerstoff ergattert hat, wird alles feiner, aber auch griffiger im Mund. Es wird salziger, es klart auf und wird vom Gewicht her leichter, vom Gesamtauftritt jedoch auch kräftiger. Der Musso Oliva ist alles andere als ein Schmusetiger, er ist kein Leichtgewicht und sicher keiner den man aufmacht und so mir nichts dir nichts weg trinkt. Der will Fleisch als Spielgefährten, wenn möglich Feuer im Kamin und guten Jazz am Plattenteller. Und wenn man dann zufrieden in seinem Schaukelstuhl sitzt kommt man sich, ob man nun will oder auch nicht, ganz nah und freundet sich unweigerlich mit diesem störrischen Esel an.

Resümee: Das ist Wein für Entdecker, für Leute die gerne auch mal abseits der ausgetretenen Pfade wandern wollen.

Tipp: Eine Stunde in der Karaffe ist empfehlenswert. Am besten mit 14-16º trinken. Passt perfekt zu Fleisch vom Grill und aus der Pfanne, sowie zu rustikaleren Gerichten. Als Solist ein Wein der anders ist als alles was man kennt.

Einen Bericht über den Musso Oliva lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Musso Oliva 2011 Veneto Rosso IGT von Vignaioli Contrà Soarda aus San Michele di Bassano del Grappa, Veneto, Italien. Bezugsquelle: 225 Liter-Handverlesene Weine, München.

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Kategorie: 225 Liter, Verkostet

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