Moscato ‘Giallo’ 2011

| 26. Juli 2012 | 0 Kommentare ...alles

Bringt Würze ins Leben.

Knochentrocken und mit subtiler Würze schickt sich ein Muskateller an zur echten Terrassen-Alternative zu werden.

Winzer/Weingut: Manincor, Kaltern, Südtirol.

Lage/Herkunft: Von der steilen, mit extremer Sonneneinstrahlung gesegneten Hanglage Vogelleiten.

Flasche/Etikett: Ein schon gewohnter Anblick ist das edle Etikett auf der Burgunderflasche, welches wie üblich perfekt dem Corporate Design von Manincor folgt. Dem Typus Wein entsprechend vermittelt schon die schwungvolle Schreibschrift am Etikett, dass hier ein fröhlicher Geselle in der Flasche schlummert. Darunter wie gewohnt der Jahrgang, von einem rebenbehangenen Rahmen eingekreist und in grossen Lettern MANINCOR als Abschluss der ‘Beklebung’. Natürlich ganz zu oberst die obligate Krone, ohne die das gräfliche Papier ganz einfach unvollendet wäre.

Der Giallo ist zwar noch ein ‘junger Hüpfer’, doch bleibt ihm trotzdem das ‘Schicksal’ in die Karaffe zu müssen erspart. Direkt aus der Flasche kommt der Tropfen deshalb in die leeren Gläser. Der einzigen Empfehlung der wir folgen ist, dass wir gemäss dem Hinweis auf dem Flaschenetikett, ein Bordeauxglas verwenden. Perfekt temperiert ist der Giallo sowieso wie alle unsere Weine und so kann das Abenteuer Moscato aus Südtirol beginnen.

Im Glas: Leuchtend strohgelb steht der Giallo im Bordeauxglas und blitzt aus ihm heraus. Es ‘perlt’ ein wenig drin was sehr erfrischend aussieht.

In der Nase: Aus dem Glas duftet in erster Linie eine intensive, aber trotzdem angenehme Muskatwürze. Begleitet wird diese von feinen Zitrusnoten, etwas leicht holziges ist dabei und insgesamt riecht es richtig animierend und frisch. Die Empfehlung des Bordeauxglases seitens Manincor ist vollkommen richtig weil es die Aromen ‘bündelt’, sie kontrollierter in ihre Bahnen lenkt und so für noch mehr Saft und Ausdruck in der Nase sorgen lässt. Warum wir das extra erwähnen? Weil wir ebenso ein Weissweinglas gefüllt und festgestellt haben, dass sich die Aromen in diesem aufgrund der grösseren Oberfläche rascher verflüchtigen und weit weniger intensiv und ausgeprägt sind. ‘Experimentalschnüffeln’ nennen wir das.

Im Mund: Eine Überraschung erleben wir dann gleich beim ersten Schluck. Hätte man einen typischen Muskateller erwartet, mit seinem ‘typisch’ saftig-süsslichen Kick, so strömt Manincors Giallo knochentrocken auf die Zunge. Das ist wirklich mal was anderes. Oh Mann, kann man da nur sagen. Herrlich klar, gradlinig und ohne Haken und Ösen schleicht der Giallo sanft über die Lippen, weht kühl und frisch über die Zunge und lässt den Gaumen fein aromatisch nach dem Abgang wieder auftrocknen. Man schmeckt die typische Muskatwürze, jedoch fühlt sie sich anders, weil staubtrocken, an. Sie macht den Wein fast ‘herb’, ohne deswegen seine subtile Fruchtigkeit zu unterdrücken. Der Giallo befeuchtet den Mund nicht, er trocknet ihn. Ich persönlich bin kein ausgewiesener Fan von Muskateller, doch der Giallo lässt mich ernsthaft überdenken das zu ändern.

Der grosse Pluspunkt dieses Muskatellers ist eindeutig seine erfrischende Trockenheit. Weich und cremig gleitet er über die Lippen und zeigt auf der Zungenmitte so richtig wie man Muskatwürze gekonnt mit Zitrusfrucht verbindet. Ein ganz feiner Holzton verleiht dieser Kombination noch mehr Struktur und der Gaumen freut sich über eine weiche wie auch ebenso trockene Saftigkeit. Im Abgang würzig und lange im würzig-herben Nachhall trinkt sich der Giallo unbeschwert und wie von alleine weg.

Resümee: Mit seinen 12,5% ist Manincors Giallo auch ein angenehmer Zeitgenosse was den Alkohol betrifft. Da ist nichts was sich ‘reinhängt’, das ist pures, leichtes und vor allem etwas neben den ‘gewohnten Geschmackspfaden’ angesiedeltes Trinkvergnügen. Warum nicht einmal etwas trockene Würze an heissen Tagen geniessen? Es muss nicht immer Riesling & Co. sein. Manincors Giallo versteht es gekonnt Zunge und Gaumen gleichermassen zu überzeugen und hat sicher das unumstrittene Potential zur echten ‘Terrassen-Alternative’ zu werden. Knappe 12 Euro sind für diesen Respekt® und ABCERT-zertifizierten Wein zu entrichten und jeder davon ist es mehr als wert. Giallo ist Muskateller auf einem neuen Level und ich persönlich reihe ihn sogar zu meinen ‘grossen Entdeckungen’ des Jahres.

Tipp: Kühlen sie den Wein auf 8-10º und geniessen sie ihn zu asiatischer Küche, oder gönnen sie sich diesen Tropfen nach dem Motto ‘Bring mehr Würze in dein Leben’ einfach solo als Erfrischung an heissen Tagen.

Einen Bericht über den Moscato ‘Giallo’ lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Moscato ‘Giallo’ 2011 von Manincor aus Kaltern in Südtirol, Italien.

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Kategorie: Manincor, Verkostet

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