Moosburgerin 2014 Riesling Kremstal DAC Reserve

| 26. August 2015 | 0 Kommentare ...alles

Kompakt wie eine italienische Viererkette

Viel Frucht, grosse Dichte und feine Mineralik verschmelzen zu einem Wein der lang im Mund steht und mindestens genauso lange nachwirkt.

Winzer/Weingut: Josef Bründlmayer, Grunddorf im Kremstal, Österreich.

Lage/Herkunft: Von der Lage Moosburgerin auf einem Mix aus Löss, Schotter und Kalk.

Riesling Moosburgerin Kremstal Reserve Flasche/Etikett: Weiss wie die Unschuld ist das grosse Etikett das auf der Schlegelflasche klebt. Und bedruckt ist es ganz spärlich. Im oberen Drittel in einer silbernen geschwungenen Schrift mit schwarzer Outline Josef Bründlmayer, darunter schlicht und einfach Grafenegg. Dann viel gar nichts dazwischen und erst im unteren Drittel der Rest. Riesling Moosburgerin Kremstal Reserve. Fertig. Ganz viel weiss für ganz viel wenig Text. Schön, strahlend, elegant. Den Rest erfährt man wieder am Rückenetikett. Oben noch einmal die volle Bezeichnung (inklusive Jahrgang 2014) und was sonst noch üblich und gesetzlich vorgeschrieben ist. Extra angeführt ist noch das Logo der Junge Wilde Winzer, denen Philipp Bründlmayer angehört. Die 13 vol.% (Mindestanforderung für eine Kremstal DAC Reserve) die für Vortrieb sorgen, werden jetzt, nachdem der Schrauber ab ist, ohne Umweg von der Flasche in das Glas verfrachtet. Natürlich gut gekühlt.

Im Glas: Helles gelb leuchtet mit zarten grünlichen Reflexen vor sich hin.

In der Nase: Aromen von Pfirsich und Marille steigen die Nasenflügel hoch. Etwas Apfel und interessanterweise so etwas wie frisch geriebene Orangenschale ist dabei. Frisch duftet es im Glas, unterlegt mit einer feinen mineralischen Note. Es fühlt sich knackig in der Nase an und sorgt für leichten Speichelfluss im Mund. Ein angenehmer, eleganter Duft der neugierig macht.

Im Mund: Ungemein aromatisch ist der Saft der auf die Zunge strömt. Reife Marillen sind dabei, ebenso reifer Pfirsich und auch die Orangenschale ist wieder mit im Boot. Es ist relativ dicht in der Textur, hat Gewicht und macht auch schönen Druck. Es schmeckt dunkelgleb bis orange und fühlt sich auch so an. Saftig, reif, kompakt und mit einer eleganten Säureader ausgestattet. Mit im Karton eine ausgesprochen würzige Mineralität die dem Riesling Moosburgerin Feuer unterm Dach macht. Oder war das der Hintern? Egal. Man spürt, dass man was kräftiges im Mund hat und hat Spass darauf herum zu kauen. Fühlt sich gut an, schmeckt herrlich reif und sorgt für fruchtig-würziges Vergnügen. Im Abgang ein zarter Gruss vom Zucker und futsch ist sie, die Moosburgerin.

Oh ja, da ist schon Dampf im Kessel. Nicht zuviel, gerade so dosiert, dass man ihn spürt. Und schmeckt. Vor allem. Sehr dicht am Gaumen nimmt man den Riesling Moosburgerin wahr, man fühlt wie fest er/sie ist, schmeckt aber auch eindrucksvoll die kraftvollen Aromen. Wie sie kompakt auf der Zunge stehen und sich dort ihres Saftes entledigen. Immer mit einem Extraspritzer saftiger Säure, die alles frisch erscheinen lässt und Schwung in die Bude bringt. Damit dem allem aber auch ein konkurrenzfähiger “Gegner” gegenübersteht, dafür sorgt die würzige Mineralik. Viel Schotter macht sich breit auf Zunge wie am Gaumen, etwas Staub vom Kalk kommt dazu und sorgt für eine feine Harmonie. Viel Frucht, grosse Dichte und feine Mineralik verschmelzen zu einem Wein der lang im Mund steht und mindestens genauso lange nachwirkt. Geschmacklich mehr Frucht im Abgang, gefühlt mehr Mineralität die sich in den Vordergrund drängt. Macht Spass. Will mehr davon.

Resümee: Was mir persönlich sehr gut gefällt ist die Marille und die Orangenscheibe, die sich wie ein roter Faden, nur in orange, durch den Wein ziehen. Gepaart mit dieser steinigen Mineralik die für Disziplin im Mund sorgt. Sie ist die Domina und hat die beiden “Oranjes” (auch wenn diese genau nichts mit Holland am Hut haben) voll unter Kontrolle. Lässt ihnen gerade soviel Freiheit, dass sie beweisen dürfen, dass sie da sind. Man darf kurz an ihnen kauen und dann kommt die Dame vom Steinbruch und sorgt für ein Geröllgewitter. Der Wein schmeckt orange, definitiv. Er ist reif, er ist supersaftig und er ist kompakt wie eine italienische Viererkette. Kommt aber aus Österreich und steht wie eine Wand im Mund. Er ist lebhaft, frisch und hat mich üeberredet, dass ich vielleicht doch ein wenig öfter Kremstal DAC Reserven trinken sollte. Kompliment und Küss’ das Handerl.

Tipp: Schrauber ab und mit 8-10º zu regionaler Küche trinken. Oder einfach ohne alles. Da macht er auch Spass und sorgt dafür, dass man sich permanent die Lippen ableckt.

Einen Bericht über den Riesling Moosburgerin lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Moosburgerin 2014 Riesling Kremstal DAC Reserve vom Weingut Josef Bründlmayer aus Grunddorf im Kremstal, Österreich.

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Kategorie: Josef Bründlmayer, Verkostet

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