Mencia ‘Século’ Cepas Viejas 2011

| 1. Juni 2013 | 0 Kommentare ...alles

Kleiner Wein ganz gross.

Ein ‘Spanier’ der Spass macht, Leben in den Mundraum zaubert und an heissen Tagen wie nur Weniges was rot ist und aus Spanien kommt erfrischt.

Winzer/Weingut: Viños de Arganza, Toral de los Vados, Spanien.

Lage/Herkunft: Von winzigen Parezllen mit uralten Reben aus den Weinbergen von Bierzo.

Seculo Flasche/Etikett: Das Etikett das auf der Flasche des Século klebt wirkt verspielt und erinnert auf den ersten Blick an Fasching oder Kindergeburtstag. Auf den zweiten sieht man aufwändig partiell lackierte bunte Steine an einem feinen Geflecht befestigt hängen. Und wieder fällt einem das Kinderzimmer ein in welchem man solche Dinge an die Decke hängt um für ‘leichte Unterhaltung’ zu sorgen. Rechts unten steht SÉCULO in Kapitalen, sowie die Rebsorte und die Herkunft D.O. Bierzo, das Weinbaugebiet in der Provinz León.

Am hinteren Etikett ein wenig Information über den Wein selbst, der Rest des Platzes wird für allgemein Vorgeschriebenes in Anspruch genommen. Zusätzlich ist ein extra Kleber der lokalen Regulierungsbehörde Consejo Regulador angebracht. Damit einem der Século nicht gleich voll ungestümer Freude anspringt darf er ein wenig in der Karaffe seine Kreise ziehen, um sich zu sammeln und ausgehfein zu machen.

Im Glas: Ziemlich dunkel steht der Século im Glas, blitzt an den Rändern bläulich-rot auf und zieht fette Schlieren die Wand hinunter.

In der Nase: In die Nase hüpfen einem saftige schwarze Johannisbeeren, auch Heidelbeeren. Begleitet von einer braunen Würze. Gewürznelken spielen mit und mit der Zunahme von Luft und öfterem Schwenken entwickelt sich ein erdig-fruchtiges Schauspiel in der Nase. Die Beerenfrüchte graben sich immer tiefer in diesen dunkelwürzigen Duft ein, werden leiser aber deswegen nicht lautlos. Alles wirkt kraftvoll und vor allem richtig konzentriert. Trotz der Power die man riechen kann steht der Duft relativ kühl im Glas und macht neugierig ob das im Mund so fortgesetzt wird.

Im Mund: Caramba, da ist was los auf der Zunge. Kraftvoll, beladen mit resoluten Gerbstoffen und einer Fruchtwürze steht der Século wie eine Eins auf ihr und macht sich wichtig. Man schmeckt intensiv schwarze Johannisbeere und spürt gleichzeitig die Tannine über die Zunge rieseln. Weil das aber lange noch nicht reicht um auf sich aufmerksam zu machen, darf man sich zusätzlich noch über ein äusserst attraktives und lebendiges Säurespiel freuen. Da steht etwas richtig ‘Erwachsenes’ im Mund, benimmt sich auch erwachsen und ist alles andere als ‘nur’ ein kleiner junger Hüpfer der mal einen auf ‘Gross’ machen will. Der Século packt zu, fühlt sich konzentriert an, ist frech, versprüht feurigen Charme auf der Zunge und verblüfft mit seiner frischen Art auf schaurig-schöne Weise.

Für mich fühlt sich der Século wie eine Mischung aus jungem Zinfandel und rassigem, schlankem Blaufränkisch an. Einerseits würzig, etwas ‘nelkig’ und andererseits frisch-fruchtig und auch gewissermassen mineralisch mit einem Schuss ‘Pfeffer’ versehen. Der Wein wirkt leicht obwohl er Kraft hat, fühlt sich feingliedrig an und macht nach knappen zwei Stunden an der Luft einen richtig losgelösten Eindruck. Da ist auf der einen Seite ein Gerbstoffgerüst das Struktur verleiht und auf der anderen Seite steht eine straffe Säure, die den Wein ohne Zweifel als frech durchgehen lässt. Dazwischen spielen Johannis- und Heidelbeeren unbekümmert mit braunen Gewürzen auf der Zunge. Multikulti sozusagen. Am Gaumen hinterlässt der Século sowohl eine saftige Fruchtspur wie auch einen wunderbar zartherben Film, der noch lange nach dem Abgang fühl- und schmeckbar ist.

Resümee: Der Século ist kein weichgespülter Wein der um jeden Preis gefallen will und macht gerade deswegen ganz grossen Spass. Da ist Frucht, da sind ‘echte’ Gerbstoffe, da ist Würze und ein Schuss Fruchtsüsse kombiniert mit Pfeffer im Mund. Da freut sich die Zunge über subtile Rasse und der Gaumen über mehr als nur banalen Pseudocharakter. Der Século macht Spass, bringt Leben in den Mundraum und erfrischt an heissen Tagen wie nur Weniges was ‘rot’ ist und aus Spanien kommt. Mit seinen 13% ist er moderat im Alkohol, fühlt sich leichter an und ist trotzdem kräftig genug um nicht als Leichtgewicht abgetan zu werden. Wenngleich er sich so trinkt und trinken lässt. Knapp 7 Euro machen diesen Tropfen zu einer echten Mezzie und wer ihn noch billiger will, der bestellt am besten 12 davon, um 4,99 die Bottle. Wer da noch in den Supermarkt läuft um 17 Cent zu sparen, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. Das ist Alltagswein mit Persönlichkeit, Charakter und Profil.

Tipp: Eine Stunde in der Karaffe ist fein. Unbedingt leicht gekühlt, bei ca. 16º geniessen. Dann macht er richtig Spass. Gebratenes vom Schwein und Rind, sowie kräftige Wurstwaren oder Kalte Platten begleitet er bravourös. Solo ein erfrischender Rotwein für die heissen Tage des Jahres.

Einen Bericht über den Século lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Mencia ‘Século’ Cepas Viejas 2011 von Viños de Arganza aus Toral de los Vados, Spanien. Der Wein wurde uns von der K&U Weinhalle zur Verfügung gestellt.

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Kategorie: K&U Weinhalle, Verkostet

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