Lugana DOC ‘Olivini’ 2011

| 18. Juli 2012 | 0 Kommentare ...alles

Sommerwein vom Gardasee.

Kein Diskontgeplörre, sondern richtig guter Lugana vom Gardasee. Echte, unbeschwerte Bereicherung für italophile Weingeniesser.

Winzer/Weingut: Famiglia Olivini, Desenzano del Garda, Brescia, Italien.

Lage/Herkunft: Traubenmaterial zu 100% von eigenen Hanglagen rund um San Martino di Battaglia am südlichsten Eck des Gardasees.

Flasche/Etikett: In der grossen Burgunderflasche steht der Lugana nun vor uns und ringt uns zustimmendes Kopfnicken ab. Wenn die Italiener etwas wovon verstehen, ausser Wein, Pasta und Amore, dann ist das edelstes Design zu konzipieren. Egal ob es sich dabei um Klamotten, Autos, oder sonstwas handelt. Dieses Etikett gehört ebenso dazu und schon vorweg sei verraten, dass sich dieses wirklich tolle Corporate Design durch die ganze ‘Collezione’ von Olivinis Weinen zieht.

So schön und einfach kann edles Design sein. Ein paar durchgehende Streifen in weiss, bronze und schwarz und fertig ist ein Etikett das anspricht und so etwas wie Stil und Klasse vermittelt. In die Streifen Herkunft, Name, Status eingedruckt und fertig. Modern, jung, frisch, edel und einfach. Wohltuend anders und … typisch italienisch eben. Was man über den Wein sonst noch wissen soll und möchte, findet man am kleinen, eingepassten Rückenetikett der Flasche.

Im Glas: Ins Glas kommt der Lugana dann gut gekühlt und steht dort in hellem strohgelb mit schönen grünen Reflexen. Die Farbe versprüht Frische und man freut sich auf den ersten Schluck.

In der Nase: In der Nase duftet es nach attraktiven Zitrusnoten und insgesamt sehr fruchtig. Im Gegensatz zu ‘herkömmlichen’ Luganas, riecht es aber trotz aller Frische verhalten, man wird nicht von überwältigenden Fruchtaromen angesprungen. Olivinis Lugana duftet vornehm, sogar irgendwie blumig und leicht würzig. Ein Hauch von Mandelaromen macht sich über dem Glas breit. Etwas leicht kräutriges kommt dazu und rundet das Bukett schön ab. Insgesamt ein kompakter und wohlriechender Duft der auch ein wenig Kraft im Glas erahnen lässt.

Im Mund: Überraschend füllig trifft der Lugana auf die Zunge und benetzt sie frisch und unaufdringlich. Es schmeckt leicht zitronig, begleitet von floralen Noten und einer feinen Würze. Sehr aromatisch ist der Wein und vor allem, er hat Körper. Kein dünner, ausgezehrter Pseudotropfen der hier den Mundraum ausfüllt, sondern richtig kompakter Wein der mit Frische und Fülle punktet. Interessant ist zu beobachten, wie sich der Lugana, von all den ‘Franzosen’ die ich in letzter Zeit verkostet habe unterscheidet und wie sehr es Spass macht, einen kompletten ‘Geschmacks-Reset’ zu machen. Immer wieder faszinierend und ein richtig tolles Erlebnis.

Auf der Zunge macht der Lugana trotz seiner attraktiven Säure nicht unnötig Lärm weil diese sehr schön in den gehaltvollen Körper eingebunden ist. Was auffällt ist eine doch sehr präsente Mineralität die von einer dezenten Note von Mandeln begleitet wird. In Verbindung mit dem ‘relativ’ hohen Restzucker von 5,0 g/l fühlt sich der Tropfen sehr rund und füllig an im Mund. Bei all dem bleibt er aber frisch und erfrischend und man kann ihn durchaus als ‘vollmundig’ bezeichnen. Spannend zu beobachten ist, wie sich der Lugana, unmittelbar nachdem er über die Zunge geht, sich sofort Richtung Gaumen verflüchtig und diesen fast cremig einhüllt.

Olivinis Lugana macht Spass, soviel steht fest. Nicht nur, dass er sich herrlich einfach trinken lässt, kommt man auch in den Genuss von einem zitruswürzigen Abgang sowie einem relativ lang anhaltenden Nachhall der an Mandeln erinnert, ohne dabei bitter zu werden. Füllig-herb wäre die richige Kombination dafür. Trotz seiner 13% trinkt sich der Lugana frisch und fröhlich weg und hängt sich auch nicht ‘hinterrücks’ rein. Eine weitere angenehme Nebenerscheinung dieses ‘Italieners’. Mit feinen Aromen von Pfirsich und Birne sowie seiner durchaus als ‘Rasse’ zu bezeichnenen Art wie er auftritt, ist er meilenweit weg vom Image der leidigen ‘Tankstellen-Durstlöscher’ seiner Artgenossen und ein echter Gewinn für Zunge und Gaumen.

Resümee: Insgesamt ist Olivinis Lugana ein einfacher, aber keineswegs simpler Wein. Vielmehr ist er ein ehrlicher regionaler Tropfen der kein grosses Aufsehen um sich macht, sondern lieber ohne jeden Lärm einfach sich selbst für sich sprechen lässt. Alltags-Erfrischung vom Gardasee ohne Haken und Ösen. Bereitet grossen Trinkspass, ist unkompliziert und für fast jeden Anlass bei sommerlichen Temperaturen eine gute Wahl. Im Durchschnitt um die 10 Euro zu erwerben (was zeigt, dass es sich um keinen ‘Diskonterfusel’ handelt), macht Olivinis Lugana zu einem Tropfen der es wert ist gekostet zu werden. Und beschweren Sie sich nachher nicht, dass Sie keinen Lugana um 2,99 mehr hinunter kriegen.

Tipp: Flasche aufmachen, bei 9 bis allermaximalst 11º geniessen. Ideal zu Fisch- und Gemüsegerichten, zu gebackenem Fisch und zu Geflügel und Kalbfleisch. Oder einfach ohne Futter verputzen. Macht Spass und hält noch dazu schlank.

Einen Bericht über den Lugana DOC ‘Olivini’ lesen Sie auch hier.

Verkostet wurde ein Lugana DOC ‘Olivini’ 2011 von Famiglia Olivini aus Desenzano del Garda in der Region Brescia, Italien.

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Kategorie: Famiglia Olivini, Verkostet

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